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	<title>Allgemein Archive - Filmszene Köln</title>
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	<description>Besondere Filmvorführungen in Köln</description>
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		<title>Filmkritik: Soldaten des Lichts</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/08/16/filmkritik-soldaten-des-lichts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2025 22:50:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu sagen, „Soldaten des Lichts“ sei ein Dokumentarfilm über die aktuelle Reichsbürger-Szene in Deutschland, ist richtig, greift aber deutlich zu kurz. Der Film&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/08/16/filmkritik-soldaten-des-lichts/">Filmkritik: Soldaten des Lichts</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Zu sagen, „<strong>Soldaten des Lichts</strong>“ sei ein Dokumentarfilm über die aktuelle Reichsbürger-Szene in Deutschland, ist richtig, greift aber deutlich zu kurz. Der Film zeigt auf erschütternde Weise, wie kurz die Wege zwischen absurdesten Verschwörungsideologien hin zu Mindset-, Business- und Money-Coaches sind. Wie der Entwurf einer absurden Parallelwelt, full of reptilians and rainbows, gleichzeitig von kapitalistischen, selbstoptimierungsverschwurbelten Frohndiensten durchdrungen ist. Und was das alles mit Menschen macht &#8211; bis hin zu Isolation und Tod. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar wird man wegen der unglaublichen Absurdität der laut geäußerten Vorstellungswelten einiger Menschen in diesem Film (dass die Erde eine Scheibe ist, gehört da noch zu den harmlosen Sachen) unfreiwillig immer wieder lachen müssen. Aber, oh boy, wenn die letzten Texttafeln des Dokumentarfilms von  <strong>Julian Vogel</strong> und <strong>Johannes Büttner</strong> über die Leinwand laufen, ist jedes Lachen erstorben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Intime Einblicke </h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Soldaten des Lichts“ bietet in einigen Szenen erstaunlich intime Einblicke in die Vorstellungswelten des selbst ernannten &#8222;Geistheilers Sananda&#8220; und insbesondere der jüngst verbotenen Sekte Königreich Deutschland, zu der auch der Influencer Mister Raw gehört, der, laut einer Klage der Verbraucherzentrale Hessen gegen ihn, Kunden seines Onlineshops für Nahrungsergänzungsmittel dazu verpflichte, „für die Dauer der Geschäftsbeziehung [&#8230;] eine temporäre Zugehörigkeit zum Königreich Deutschland (KRD) einzugehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem (inzwischen geschlossenem) Lokal in Frankfurt am Main arbeitete auch ein junger Mann namens Timo, den der Film über weite Strecken begleitet. Glücklich wirkt Timo in „Soldaten des Lichts“ nie, obwohl er scheinbar dort ist, wo er sein möchte, als Teil eines neuen, alternativen Systems. Durch die Querdenker-Szene ist er in diese Welt abgedriftet, die ihn mit ihren Versprechungen lockte. Timo leidet offensichtlich unter psychischen Problemen und sucht hier Heilung. Er wird sie nicht finden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verschränkung von Marketing, Selbstoptimierung und Geschäftsmodellen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Film offenbart kein rein ideologisches System, sondern legt die enge Verflechtung von Geschäft, Lebensberatung und Marketing offen. Mister Raw agiert als Influencer, Life-Coach und Heiler, verkauft Nahrungsergänzungsmittel, bewirbt Fastenkuren, Detox-Methoden und Rohkostprogramme – und bindet all das an eine Weltanschauung, die den Staat und die „Mainstream-Medien“ ablehnt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt dann schon gleich zu Beginn des Films zu erschütternden Telefonaten von Mister Raw mit anscheinend schwer krebskranken Menschen, hier wiedergegeben vom Dokfest München, wo der Film im Mai 2025 seine Premiere feierte: „Rausgehen, jeden Tag Wildkräutersäfte sammeln!“ „Mister Raw“ läuft vor seinem Auslieferungslager hin und her und gibt einer Frau mit Krebsdiagnose Handlungsanweisungen. „Entspann dich ein bisschen. Geh auf die Vitorimatte!“ Er wendet sich an ihren Sohn. „Und deine Mutter soll nicht vergessen: Der Krebs stirbt, wenn die Temperatur über 42 Grad ist&#8230; Schön, dass du da bist, Bruder.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ideologie wird zur Marke, Selbstoptimierung zur Ware. Der Film zeigt, wie diese Menschen ihre Gefolgschaft nicht nur mit Ideen, sondern vor allem mit Produkten versorgen – und wie Profitstreben und Welterklärung untrennbar miteinander verwoben sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Filmemacher bebildern gekonnt die Selbstinszenierung der Szene und zeigen Szenen oft durch die Displays der Social-Media-Kameras, mit denen sich die Protagonist:innen via Telegram etc. in die Welt tragen. Häufig bleiben Vogel und Büttner auf Distanz, beobachten von hinten oder seitlich, lassen Momente geschehen, ohne sie frontal zu konfrontieren. Diese räumliche Zurückhaltung vermeidet Voyeurismus, schafft aber eine eigentümliche Nähe – die Beobachtung bleibt kritisch, der Blick reflektiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Überzeugungstäter im eigenen Wahn</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verstörende: Diese Seelenfänger glauben offenbar selbst an das, was sie predigen – von der simplen Kabale der Stadtverwaltung über die globale Weltverschwörung bis hin zur Flacherd-Theorie. „Gegen die Welt“, „Gegen das System“ und manchmal schlicht „Gegen den gesunden Menschenverstand“ könnte man sagen, richtet sich ihr Denken: eine fundamentale Abkehr von Ordnung und Realität, die dennoch die ultimative Spielart des modernen Kapitalismus verkörpert. Manches wirkt so absurd, dass man lachen muss – doch inmitten all des Wahnsinns liegt eine unerschütterliche Ernsthaftigkeit, die Angst macht. Ein Nährboden für all das ist über Jahre praktizierte fehlende Medienkompetenz aller Beteiligten: Noch die aberwitzigste Idee wird geglaubt, solange sie nur „alternativ“ wirkt und nicht aus den verhassten Mainstreamquellen stammt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Soldaten des Lichts“ gelingt ein Meisterstück: eine nüchterne und gleichzeitig emotional beißende Bestandsaufnahme der deutschen Reichsbürger-Szene, ein tief eindringendes, formal ambitioniertes Dokument über die moderne Verflochtenheit von Ideologie, Selbstinszenierung und Profit. Der Film lässt erschüttert und alarmiert zurück – über die Hybris, die moralische Selbstermächtigung und die fatalen Verheißungen, die heutige Gurus als Marktprojekte verkaufen. Einer der besten Dokumentarfilme des Jahres.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Der Film ist seit dem Kinostart am 14. August 2025 <a href="https://filmhaus-koeln.de/kalender">in Köln im Filmhaus Kino zu sehen. </a></h2>



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<p class="wp-block-paragraph">Eine tiefergehende Besprechung von „Soldaten des Lichts“ unter dem vielsagenden Titel &#8222;Dieser Film ist eine Sensation&#8220; findet ihr auch bei Wolfgang M. Schmitts &#8222;Die Filmanalyse&#8220; auf YouTube:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Dieser Film ist eine Sensation!" width="900" height="506" src="https://www.youtube.com/embed/ojOjAN4exuU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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		<title>Videonale-Jubiläum: Ein Fest für alle, die einen solchen Geburtstag genießen können</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/05/13/videonale-jubilaeum-ein-fest-fuer-alle-die-einen-solchen-geburtstag-geniessen-koennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 May 2025 22:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Annelie Pohlen. 2014, zum anstehenden 10. Geburtstag, wurde ich schon einmal nach der Bedeutung der Videonale gefragt. 2014 stellten mir die Akteure&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/05/13/videonale-jubilaeum-ein-fest-fuer-alle-die-einen-solchen-geburtstag-geniessen-koennen/">Videonale-Jubiläum: Ein Fest für alle, die einen solchen Geburtstag genießen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Annelie Pohlen</em>.</h3>



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<p class="wp-block-paragraph">2014, zum anstehenden 10. Geburtstag, wurde ich schon einmal nach der Bedeutung der Videonale gefragt. 2014 stellten mir die Akteure der Videonale selbst die Fragen. Zum 20. Geburtstag ist es ein Beobachter aus der Szene. Macht das einen großen Unterschied auf einem Spielfeld, das den Aufmerksamkeitshorizont zwar erweitern konnte, aber gemessen an den tradierten Medien wie Malerei und Skulptur auf dem Territorium der Bildenden Kunst doch immer noch um ein breites Publikum ringen musste. Als künstlerisches Medium sei Video inzwischen so selbstverständlich im Spektrum der bildenden Kunst verankert, dass nicht wenige kritische Stimmen die Festivals selbst als überholt einzustufen geneigt seien. So beherzt waren meine Worte 2014.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichwohl findet das im Medien affinen Publikum unangefochtene Angebot in weiten Kreisen des Kulturbürgertums durchaus nicht die gebührende Aufmerksamkeit. Und – bedenklicher noch – so manche Hochschule der Bildenden Kunst erschwert in ihren Berufungsverfahren, respektive Klassenstrukturen, deren angemessene personelle und/oder auch ‚instrumentelle’ Ausstattung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese immer noch nicht gänzlich ausgeräumten Holpersteine vor Augen gibt es für die Videonale – eines der ersten international ausgerichteten Festivals überhaupt – allen Anlass, das in die Tat umzusetzen, was sich hinter dem Terminus „Festival“ verbirgt: Als Fest für alle Anwesenden der vertrauten Eröffnungszeremonien. Das sind die eingeladenen Künstler:innen und alle, die diesen Auftritt im Festraum ermöglichen – mithin die Kurator:innen und ihr Team. Das ist aber auch das zur Eröffnung angereiste und in aller Regel neugierige Publikum. Selbst die weltweit wachsende Anzahl vergleichbarer Ereignisse steht dem nicht im Weg. Ganz im Gegenteil. Auch dieser Wettstreit erhöht die Aufmerksamkeit und stärkt die künstlerische Relevanz. Und animiert dazu, diesen ‚Festcharakter‘ im Verbund mit einer inzwischen fest etablierten Vortrags- und Diskussionskultur nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Festzustellen, dass sich der Umgang mit dem bewegten Bild im Kunstkontext seit den 80er-Jahren verändert hat, liegt auf der Hand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Kunstinstitutionen, die sich der Gegenwartskunst widmen, inzwischen dem bewegten Bild – ob den klassischen Formaten Film, Video, den neueren Computer- oder neuesten KI-generierten Formaten – erhöhte Aufmerksamkeit widmen, wurzelt unabhängig von der langsam gewachsenen institutionellen Offenheit schlicht und einfach in der Entwicklung der künstlerischen Produktion, sprich den dort längst geläufigen Praktiken eines in Wellen an- und abschwellenden Cross-over. Was mitnichten die Notwendigkeit mindert, jedes einzelne Medium – tradiert oder neu – immer wieder in seiner spezifischen Bedeutung zu reflektieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wozu mich nun der Redaktionsleiter dieser Internet-Plattform mit nachfolgenden Worten gebeten hat. „Der Text soll sowohl einen Blick auf die Geschichte der Videonale werfen als auch die aktuelle Ausgabe kontextualisieren.“ Was ihrer verbalen Abnutzung wegen geeignet gewesen wäre, mich abzuschrecken, ganz so wie auch nachfolgende Erläuterungen „mit einem besonderen Fokus auf künstlerische, experimentelle und diskursive Positionen“, wäre da nicht sein nachhaltiges Engagement für eben dieses besondere Festival, das ich in meiner aktiven Zeit im Bonner Kunstverein und – inzwischen frei von den vielen organisatorischen Belastungen – unterstütze und endlich auch genieße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was unter anderen Umständen als der gängige Klüngel jenseits der immer wieder eingeforderten journalistischen Distanz zu würdigen wäre, dass nämlich die Plattform, für die diese Zeilen erbeten sind, zugleich ein Verein ist, in dem auch die Videonale Mitglied ist, zeigt im gegebenen Fall, in welchem Maße eben diese Videonale trotz inzwischen gewachsener finanzieller Unterstützung durch staatliche wie private Förderer vom engagierten Input der sie realisierenden Individuen lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und um diesmal die Geschichte von hinten aufzurollen, dass 2025 Tasja Langenbach die Videonale als „künstlerische und kuratorische Leitung“ mit ihrem dezidiert individuellen Engagement zum zweiten Mal ausrichtet, ist, wie die Geburtstagsfeier mit ihrem Rückblick auf die gesamte Geschichte unter Beweis stellt, nicht der Flucht vor den geläufigen Mühen und Schimpfkanonaden anlässlich des nach den 2005 eingeführten Ausstellungen immer noch im Zentrum stehenden Wettbewerbs geschuldet, sondern dem Wissen um den produktiven Mehrwert der im Anhalten möglichen kritischen Selbstwahrnehmung und vielleicht nicht minder wichtig, des verdienten Genusses der von den vielen Mitspieler:innen über zwei Jahrzehnte zusammen getragenen Werke, die bis heute als soziokulturelle Reflexion unserer Wirklichkeit nichts an Strahlkraft eingebüßt haben. Und eben aus dieser heutigen Wahrnehmung gelingt mir der Rückblick auf die beschwerlichen Anfänge umso intensiver, ja sogar mit dem größten Vergnügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hat alles wie üblich in Bonn. Da finden sich ein paar Gleichgesinnte, die außerhalb aller institutionellen Bindungen auf die Idee kommen, dass es an der Zeit wäre, die Aufmerksamkeit auf eine nicht nur für die Kunst relevante Disziplin zu richten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob Legende oder Wirklichkeit: Im Falle der Videonale ist der Geburtsort, an dem sich die drei Gründer:innen treffen, zu schön, um ihn schweigend zu übergehen. Es ist die Küche von Petra Unnützer, in der sie, Bärbel Moser und Dieter Daniels, alle drei noch Student:innen am nahe gelegenen Kunsthistorischen Institut der Friedrich Wilhelm Universität Bonn, das Festival ins Leben rufen. Die sieben zur Vereinsgründung nötigen Mitglieder sind schnell gefunden. Einen festen Raum zu finden ist dann schon schwieriger. Das gelingt mit mehr oder minder ausreichendem Aktionsraum für die beiden ersten Videonalen in der Bonner Altstadt, die sich in den 80er-Jahren zu einem für kulturelle Neuerungen offenen Stadtteil entwickelt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1987 öffnet in der unmittelbaren Nachbarschaft der umgebaute Blumenmarkt als Kunsthalle. 1988 startete hier das 3. Festival als Gast des Bonner Kunstvereins. Abgesehen von den 800 qm Spielfläche waren die äußeren Rahmenbedingungen – gelinde gesagt – einigermaßen dürftig. Das Engagement aller Beteiligten, insbesondere des Teams der Videonale um Petra Unnützer, aber auch das des gastgebenden Kunstvereins, der selbst den „neuen Medien“ eng verbunden bar jeder inhaltlichen Einmischung alle nur erdenklichen Anstrengungen unternahm, um die Tradition lastige Bonner Kulturszene zu vitalisieren. Für den Gastgeber, der diesen Ort gerade erst mit erheblichen Anstrengungen erkämpft hatte, war dieser Einsatz nicht nur aus meiner Sicht ein Gewinn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Festival dauerhaft an Bonn zu binden, zählt zu den großen Leistungen in einer immer noch im Beethoven-Mythos schwelgenden Kulturpolitik. Und so sehr mich der Auszug der Videonale aus dem Bonner Kunstverein schmerzte, dass die Stadt selbst deren Abwanderung nach Köln durch die Unterstützung der neuen Spielstätte im Kunstmuseum Bonn verhinderte, betrachte ich bis heute als Glücksfall. Und da die Videonale als Spielerin und ich als Direktorin die Blumenhalle im gleichen Jahr verlassen haben, genieße ich nicht nur, aber besonders an jedem Geburtstag das inzwischen einigermaßen gesicherte Festival als kulturelles Highlight.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Annelie Pohlen </strong>ist Kunsthistorikerin und freie Autorin aus Bonn. Sie war langjährige Vorsitzende des Bonner Kunstvereins und engagiert sich seit Jahrzehnten für die Vermittlung und Förderung zeitgenössischer Kunst. Als Kritikerin und Kuratorin arbeitet sie für renommierte Fachzeitschriften, Ausstellungskataloge und Institutionen.</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Titelbild: Videonale.20, Foto: David Ertl / Videonale</em></p>
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		<title>Römer-Kung-Fu und Maisfeld-Clowns: Die Fantasy Filmfest Nights 2025</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/05/07/roemer-kung-fu-und-maisfeld-clowns-die-fantasy-filmfest-nights-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 May 2025 13:31:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Slider]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während draußen der Frühling blüht, geht es im Kino ordentlich zur Sache: Vom 8. bis 11. Mai locken die Fantasy Filmfest Nights in&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Während draußen der Frühling blüht, geht es im Kino ordentlich zur Sache: Vom 8. bis 11. Mai locken die Fantasy Filmfest Nights in Köln wieder mit schrägem, spannungsgeladenem und herrlich abgedrehtem Genrekino ins Residenz-Kino. Ob knalliges Martial Arts aus Italien, Slasher-Spaß im Maisfeld oder fiese Altenheim-Intrigen – das Programm bietet jede Menge Stoff für Genre-Fans, die ihre Filmleidenschaft gern im Dunkeln zelebrieren.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Nils Bothmann.</em></h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Temperaturen werden langsam wärmer, der Frühling kommt. Freunde des Genrefilms werden am kommenden Wochenende vermutlich die eine oder andere Stunde im dunklen Kinosaal verbringen wollen. Es sind wieder <strong>Fantasy Filmfest Nights, vom 8. bis zum 11. Mai in der Astor Filmlounge Residenz</strong>. Wieder mal sind nicht nur eine bunte Mischung von Herkunftsländern, sondern auch verschiedene Spielarten des Genrekinos vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Eröffnungsfilm <em>Kung Fu in Rome</em> (2025)</strong> ist nicht nur der dritte Langfilm des Italieners Gabriele Mainetti, sondern auch sein dritter Film im FFF-Programm: 2016 war dort sein Superheldenfilm <em>Sie nannten ihn Jeeg Robot</em> (2016) zu sehen, auf dem <a href="http://2024.filmszene.koeln/2022/09/14/bully-bekaempfung-und-body-horror-das-fantasy-filmfest-2022/"><strong>Fantasy Filmfest 2022</strong></a> seine humanistische Mutanten-contra-Nazis-Sause <em>Freaks Out</em> (2022). In Mainettis neuestem Werk sucht eine chinesische Martial-Arts-Meisterin in der titelgebenden Stadt nach ihrer verschwundenen Schwester. Weil die Unterwelt das nicht gern sieht, gibt es reichlich Fratzengeballer – natürlich mit den schrägen Einfällen, welche die Filme des Regisseurs auszeichnen (Donnerstag, 8. Mai, 19 Uhr). Ähnlich knalliges Genrekino, dieses Mal allerdings im Slasher-Bereich, gibt es in <strong><em>Clown in a Cornfield</em> (2025)</strong>. Frendo ist eigentlich nur ein Orts-Maskottchen, erwacht aber zum Leben und killt sich dann ebenso freudig durch die Einwohner eines kleinen Städtchens wie die Kollegen Pennywise, Stitches oder die Killer Clowns from Outer Space. Da Regisseur Eli Craig bereits die kultige Hillbilly-Horror-Comedy <em>Tucker and Dale vs. Evil </em>(2010) verantwortet hat, geht es hier weniger düster und ernst zu, sondern stattdessen gibt es Party-Horror (Samstag, 10. Mai, 20:15 Uhr).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-15168" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-1024x576.jpg 1024w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-300x169.jpg 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-768x432.jpg 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-1536x864.jpg 1536w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-2048x1152.jpg 2048w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-400x225.jpg 400w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-1260x709.jpg 1260w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-800x450.jpg 800w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/D16_CIAC_ST_0005-copy-1227x690.jpg 1227w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hält, was der Titel verspricht: Clown in a Cornfield, Foto: Temple Hill Entertainment</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei andere Filme beweisen dagegen, dass manche Schurken auch im hohen Alter noch brandgefährlich sind. Dass muss Autodieb Eddie (Bill Skarsgard) in <strong><em>Locked</em> (2025)</strong> feststellen, als er sich das falsche SUV aussucht. Dessen Besitzer wird nämlich nicht nur von Anthony Hopkins, dem einzig wahren Hannibal Lecter, verkörpert, sondern hat die Karre auch noch zu einer Falle umgebaut, um eventuellen Langfingern eine böse Überraschung zu bereiten. Das klingt ein wenig nach dem B-Picture <em>Du kannst anfangen zu sterben</em> von 1998 – aber damals gab es noch keine selbstfahrenden Autos (Freitag, 9. Mai, 18 Uhr). Doch nicht nur jüngere Menschen, sondern auch Gleichaltrige können unter ergrauten Schurken leiden. So wie der frühere Richter Stefan (Geoffrey Rush), der in <strong><em>The Rule of Jenny Pen</em> (2025)</strong> ins Visier von Dave (John Lithgow). Beide sind Bewohner eines Altenheims, in dem Dave mit Hilfe der titelgebenden Handpuppe die anderen unterjocht. Dass Lithgow ein charismatischer Schurke ist, bewies schon in Filmen wie <em>Blow Out</em> (1981) oder <em>Cliffhanger</em> (1993), hier ist er ein greiser, aber grausiger Antagonist (Sonntag, 11. Mai, 21:15 Uhr).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls ein interessantes Doppelpack bilden zwei Filme zum Thema der zwischenmenschlichen Grausamkeit in ruralen Gefilden. Etwa im ländlichen Irland von <strong><em>Bring Them Down</em> (2025)</strong>, wo sich zwischen zwei Schaffarmern eine Fehde entspinnt, die immer weitere Kreise zieht. In einer Hauptrolle ist Barry Keoghan zu sehen, der durch Rollen als rachsüchtiger Sohn in <em>The Killing of a Sacred Deer</em> (2017), als Soldat in <em>Dunkirk</em> (2017) und als Betrüger in <em>Saltburn</em> (2023) viel Aufmerksamkeit erlangte (Samstag, 10. Mai, 10 Uhr). Der Abschlussfilm <strong><em>The Damned</em> (2024) </strong>handelt dagegen von einem Fischerdorf, in dem das Leben so karg ist, dass die Bewohner teilweise ihre eigenen Köder essen müssen. Als ein Schiff vor der Küste in Seenot gerät, tut sich ein moralischer Zwiespalt auf – soll man Menschen retten, die man kaum versorgen kann? Es gibt verschiedene Standpunkte dazu und so bringt die Entscheidung Unfrieden über das Dorf – doch anscheinend nicht nur menschlichen, sondern auch übernatürlichen (Sonntag, 11. Mai, 19:15 Uhr).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="http://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-15166" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-1024x683.jpeg 1024w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-300x200.jpeg 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-768x512.jpeg 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-1536x1024.jpeg 1536w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-2048x1365.jpeg 2048w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-400x267.jpeg 400w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bring-them-Down_Charades-1035x690.jpeg 1035w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Bring them Down, Foto: Charades</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>DogMan</em> (2023) hatte die französische Regielegende Luc Besson den Eröffnungsfilm des <strong><a href="https://filmszene.koeln/2023/09/19/von-hundemenschen-killerfaultieren-und-sozial-vertraeglichen-zombies-das-fantasy-filmfest-2023/">Fantasy Filmfest 2023</a> </strong>geliefert. Bei den diesjährigen Nights ist er mit<strong> <em>June and John</em> (2025) </strong>vertreten. Auf den Spuren von Werken wie <em>Außer Atem</em> (1960), <em>Gefährliche Freundin</em> (1986) und <em>True Romance</em> (1993) erzählt der Altmeister vom Bürohengst John, dessen Leben von der flippigen June auf den Kopf gestellt wird. Die tritt in sein Leben, er verfällt ihr sofort und findet sich bald auf einem Roadtrip wieder, bei dem sie von der Polizei verfolgt werden (Samstag, 10. Mai, 18 Uhr). Auch Doug in <strong><em>Mermaid</em> (2025) </strong>ist ein ziemlicher Loser, dessen Leben sich durch eine besondere Begegnung verändert. Hier mit einer Meerjungfrau, die allerdings nicht die Daryl Hannah in <em>Splash</em> (1984) aussieht, sondern wie ein humanoides Reptil. Doch auch hieraus entsteht eine besondere Beziehung, die allerdings bedroht wird – unter anderem von Robert Patrick, der ja von <em>Terminator 2</em> (1991) bis hin zu <em>Tone-Deaf</em> (2019) immer wieder für starke Schurken-Performances bekannt ist (Freitag, 9. Mai, 22:30 Uhr).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im koreanischen<strong> <em>A Girl with Closed Eyes</em> (2024)</strong> verhaftet eine Polizistin eine mordverdächtige Jugendfreundin, deren mögliche Tat allerdings mit beider Vergangenheit zu tun hat (Freitag, 9. Mai, 15:45 Uhr). <strong><em>Redux Redux</em> (2025)</strong> greift die aktuell beliebte Multiversumsthematik auf, aber anders und deftiger als Marvel und DC: Eine rachsüchtige Mutter bereist Paralleluniversen, um den Mörder ihrer Tochter wieder und wieder zu töten (Sonntag, 11. Mai, 17 Uhr). Aus Nigeria kommt wiederum <strong><em>The Weekend</em> (2024)</strong>, in dem eine Frau gern die Eltern ihres Verlobten kennenlernen will, von denen er sich losgesagt hat – und im Laufe des Wochenendbesuchs merkt sie auch warum (Sonntag, 11. Mai, 12:30 Uhr). <strong><em>Memoir of a Snail</em> (2024)</strong> ist der erste Langfilm von Adam Elliot seit dessen <em>Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? </em>(2009). Auch hierbei handelt es sich um einen Stop-Motion-Animationsfilm, der gleichzeitig emotional und schwarzhumorig ist (Sonntag, 11. Mai, 14:45 Uhr).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das komplette Programm, alle Infos zu den Filmen und zum Ticketerwerb gibt es auf <a href="https://fantasyfilmfest.com">der Homepage des Festivals</a>.</h3>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Titelbild: Kung Fu in Rome, Foto: DCM</em></p>
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		<title>Filmkritik: Islands</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/05/05/filmkritik-islands/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 May 2025 12:57:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Tennislehrer auf Fuerteventura, der mehr dem Alkohol als dem Leben zugetan ist, eine zerrüttete Familie auf Urlaubsflucht und eine Insel, auf der&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Ein Tennislehrer auf Fuerteventura, der mehr dem Alkohol als dem Leben zugetan ist, eine zerrüttete Familie auf Urlaubsflucht und eine Insel, auf der selbst das Paradies nach Ausweg riecht – Jan-Ole Gerster kehrt mit <em>Islands</em> zurück, und obwohl diesmal alles international scheint, bleibt sein Kino ganz bei sich – lakonisch, klug und voller leiser Verzweiflung.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Frank Olbert.</em></h3>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Alle nennen ihn Ace, weil er mal ein Tennis-As war – nun aber schmerzt die Schulter. Deshalb arbeitet Tom dort, wo andere Leute Urlaub machen. Als Tennislehrer auf Fuerteventura ist er gut ausgebucht. „Sie lieben mich“, sagt er. Doch in Wahrheit führt er ein durch und durch entfremdetes Leben, aus dem er die Ödnis mit schnellem Sex und viel Alkohol zu vertreiben versucht – nachts in der Disco, die großspurig „Waikiki“ heißt. Selbst im Ferienparadies, so heißt es einmal, wünscht man sich woanders hin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein echter Gerster</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„<strong>Islands</strong>“ ist<strong> Jan-Ole Gerster</strong>s dritter Spielfilm, nach „<strong>Oh Boy</strong>“ und „<strong>Lara</strong>“ mit Tom Schilling und Corinna Harfouch. Nun aber führt <strong>Sam Riley</strong> als Tom einen internationalen Cast an, dem unter anderen <strong>Stacy Martin</strong> und <strong>Jack Farthing</strong> angehören.&nbsp; Auch mit dem Schauplatz lässt Gerster Deutschland hinter sich, und doch ist „Islands“ unverkennbar sein Film – still, manchmal komisch, immer lebensklug und dabei voller Understatement.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht allein die Insel-Disco träumt sich mit ihrem Namen von Fuerteventura fort, auch Tom selbst fantasiert sich im Laufe des Films in ein anderes Leben hinein, wobei das so beiläufig, ja fast unfreiwillig geschieht wie alles in diesen sonnigen Tagen zwischen Hotelpool, Tennisplatz und „Waikiki“. Tom ist keiner, der etwas anpackt – ihm stößt vielmehr alles Mögliche zu, und deshalb ist er ein geistiger Bruder von Niko, der sich in „Oh Boy“ durch Berlin treiben ließ, noch dazu in Schwarzweiß. Auf Furteventura ist die Szenerie zwar viel heller, aber auch Tom ist ein ratloser, trauriger Held.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Chance scheint zu kommen, als Anne, Dave und Anton anreisen. Tom gibt Sohn Anton Tennisstunden, und die heillos zerstrittenen Eltern sind froh, als er ihnen Seiten der Insel jenseits des Hotelbunkers zeigt – was Gerster im Übrigen Gelegenheit für einige spektakuläre Landschaftsaufnahmen gibt. Auch, wenn Tom nur Augen für Anne hat.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="429" src="http://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-1024x429.jpg" alt="" class="wp-image-15160" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-1024x429.jpg 1024w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-300x126.jpg 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-768x322.jpg 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-1536x644.jpg 1536w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-2048x858.jpg 2048w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-400x168.jpg 400w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/ISLANDS_Szenenbilder_08-1500x628.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wettergegerbt von der Sonne und einem ziellosen Leben: Sam Riley spielt Tennislehrer Tom, Fotos: Leonine Studios</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Charakterstudie, Liebesfilm, Psychothriller</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Begegnung zwischen Tennislehrer und Kleinfamilie beginnt ein subtiles Beziehungsdrama, in dem es nach dem überraschenden Verschwinden des leicht manisch angehauchten Vaters Dave nicht allein zu einem Rollentausch kommt – auch gelingt es Gerster, mit diesem Ereignis eine Art kriminalistisches Geheimnis zu verknüpfen, das „Islands“ eine untergründige Spannung verleiht. Charakterstudie, Liebesfilm, Psychothriller: der Film bewegt sich mühelos durch erstaunlich zahlreiche Genres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei kann sich Gerster auf drei Darsteller stützen, die mit ihrer enormen Eigenwilligkeit an John Donnes berühmten Satz zweifeln lassen: „Niemand ist eine Insel.“ Riley, Martin und Farthing scheinen vielmehr tatsächlich insulare Existenzen zu führen, sie inszenieren drei Robinsonaden, die kongenial zu Gersters Einsichten in die menschliche Einsamkeit passen. „Islands“ ist nicht zuletzt dank seiner Akteure, und hier vor allem dank des herzzerreißend melancholischen Hauptdarstellers Sam Riley eine intensive Studie über die Grenzen der Selbstbestimmung, und am Ende lässt sie sogar Raum für ein wenig Hoffnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Film wurde federführend von der Kölner Firma Augenschein produziert und feierte seine Premiere im Februar auf der Berlinale.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zum Kinostart am 8. Mai 2025 wird der Film in folgenden Kölner Kinos laufen:</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Cinenova</strong></li>



<li><strong>Filmpalette</strong></li>



<li><strong>Metropolis</strong></li>



<li><strong>Rex am Ring </strong></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr zum Thema:</h2>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-filmszene-k-ln wp-block-embed-filmszene-k-ln"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="t4FwqFif7X"><a href="https://filmszene.koeln/2025/03/29/interview-augenschein-filmproduktion/">Interview: augenschein Filmproduktion</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Interview: augenschein Filmproduktion&#8220; &#8212; Filmszene Köln" src="https://filmszene.koeln/2025/03/29/interview-augenschein-filmproduktion/embed/#?secret=ms3DYqDxm3#?secret=t4FwqFif7X" data-secret="t4FwqFif7X" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-filmszene-k-ln wp-block-embed-filmszene-k-ln"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="rsfXvBlmMC"><a href="https://filmszene.koeln/2025/03/31/filmkritik-the-assessment/">Filmkritik: The Assessment</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Filmkritik: The Assessment&#8220; &#8212; Filmszene Köln" src="https://filmszene.koeln/2025/03/31/filmkritik-the-assessment/embed/#?secret=df8mvpUbKL#?secret=rsfXvBlmMC" data-secret="rsfXvBlmMC" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



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		<title>Vom Leben und Tod – im Odeon-Kino</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/05/02/vom-leben-und-tod-im-odeon-kino/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 May 2025 22:15:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Golrokh Esmaili ist Journalistin und Trauerbegleiterin und startet am 7. Mai eine neue Filmreihe im Odeon-Kino über eines der letzten großen Tabus: den&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/05/02/vom-leben-und-tod-im-odeon-kino/">Vom Leben und Tod – im Odeon-Kino</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Golrokh Esmaili ist Journalistin und Trauerbegleiterin und startet am 7. Mai eine neue Filmreihe im Odeon-Kino über eines der letzten großen Tabus: den Tod. Im Interview erzählt sie von ihrer Arbeit, persönlichen Erfahrungen – und warum der Kinosaal ein guter Ort sein kann, um sich essentiellen Fragen zu öffnen.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Frank Olbert. </em></h3>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kölner <strong>Odeon</strong>-Kino startet am <strong>7. Mai</strong> eine neue Filmreihe zum Thema <strong>Sterben, Tod und Trauer</strong>. Kuratorin ist <strong>Golrokh Esmaili</strong>, die als Trauerbegleiterin arbeitet und der Überzeugung ist, dass der Tod zum Leben dazugehört und nicht tabuisiert werden sollte. Den Auftakt der Reihe macht der isländische Film „<strong>Wenn das Licht zerbricht</strong>“, der danach einen regulären Kinostart hat. Im Interview spricht Golrokh Esmaili über ihren Beruf und die von ihr zusammengestellte Filmreihe. &nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Golli-Profilfoto-819x1024.png" alt="" class="wp-image-15129" style="width:303px;height:auto" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Golli-Profilfoto-819x1024.png 819w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Golli-Profilfoto-240x300.png 240w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Golli-Profilfoto-768x960.png 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Golli-Profilfoto-552x690.png 552w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Golli-Profilfoto.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Golrokh Esmaili, Foto: privat</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Golrokh, beschreibe doch bitte mal Deinen Beruf: Was macht eine Trauerbegleiterin?</strong><br><em>Golrokh Esmaili: Die Überschrift von Lisa, meiner Kollegin vom Trostteam und mir lautet: Wir können das Schicksal nicht ändern, aber den Umgang damit erleichtern. Als Trauerbegleiter:innen unterstützen wir Menschen, die Freunde oder Familie verloren haben, indem wir den Blick auf die positiven, lebenswerten Seiten zu lenken versuchen, die es trotz der Trauer immer noch gibt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet das konkret?</strong><br><em>Es gibt ein schönes Bild: Um die schwarze Trauer liegt ein Gefäß, das im Laufe der Trauerverarbeitung immer größer wird. Die Trauer bleibt, und man muss lernen, mit ihr zu leben – doch der Raum um sie herum wächst mit der Zeit.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie bist Du zu diesem Beruf gekommen?<br></strong><em>Ich bin Erzieherin, habe dann aber Online-Journalismus studiert und arbeite unter anderem für das Familienmagazin Känguru – aber besonders interessiert haben mich immer die Themen Sterben, Tod und Trauer. Das sind Themen, die gerade in dem Background, aus dem ich stamme – meine Familie kommt aus dem Iran –, noch mehr tabuisiert werden als zum Beispiel in Deutschland. Auch in Europa unterliegt es einem Tabu, doch im Nahen und Mittleren Osten geschieht das noch stärker. In diesen Bereich vorzudringen, war mir immer ein Bedürfnis.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wirst Du erst dann aktiv, wenn Angehörige oder Freunde bereits gestorben sind, oder auch schon, wenn der Prozess des Sterbens noch andauert?</strong> <br><em>Beides. Sehr hilfreich ist es, wenn wir bereits vor dem Zeitpunkt des Todes mit einbezogen werden, wie etwa zuletzt bei einem siebenjährigen Mädchen, dessen Mutter im Sterben lag. In diesem Fall konnte ich Brücken bauen, zum Beispiel dadurch, dass wir auf einem Kissen Handabdrücke von Mutter und Kind gemacht haben – dieses Kissen trägt die Tochter nun bei sich und schläft auch damit ein.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Könntest Du weitere Beispiele für Trauerbegleitung nennen?</strong><br><em>Zum Beispiel begleite ich Paare, die während der Schwangerschaft das Kind verloren haben. Oder es gibt die Fälle erschwerter Trauer, etwa bei Geflüchteten, deren gestorbene Angehörige im Heimatland zurückgeblieben sind – diese Menschen besitzen gar keinen Ort mehr für ihre Trauer.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nun kuratierst Du eine Filmreihe über Sterben, Tod und Trauer. Ist Film ein gutes Medium, um sich diesen Fragen zu nähern?</strong><br><em>Jede Möglichkeit, über diese Themen zu sprechen, ist eine gute Möglichkeit. Wir alle sind vom Tod betroffen, oder wir werden es einmal sein. Doch das Thema wird an den Rand gedrängt, und es in die Mitte zu holen, ist mein Anliegen – die emotionale Kraft des Films eignet sich dafür sehr.&nbsp; Außerdem bin ich dem Medium etwa über mein Engagement für das Iranische Filmfestival verbunden. Ich mache auch schon seit Jahren Social Media Marketing für iranische Filme, die in Deutschland gezeigt werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für die Reihe belässt Du es nicht bei der Filmvorführung …</strong><br><em>… danach gibt es Gespräche mit Menschen, die Ahnung vom Thema haben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Also keine Filmkritiker.</strong><br><em>Der einzige Kritiker, der zugelassen wird, ist mein Freund Amin Farzanefar. Ihn habe ich gefragt, ob er sich vorstellen kann, im Anschluss an den Film „The Farewell“ ein Gespräch mit mir zu führen, denn es soll um interkulturelle Trauer gehen, und das ist eines meiner Steckenpferde.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hattest Du selbst ein prägendes Erlebnis im Zusammenhang mit dem Sterben?</strong><br><em>Meine Tante ist früh gestorben, ich selbst war gerade Achtzehn. Meine Familie hat mir nicht erzählt, dass sie sterben wird. Ich wusste zwar, dass sie krank war, aber man hat mir die Wahrheit verschwiegen. Ihr Tod kam für mich deshalb sehr überraschend, das hat mich regelrecht umgehauen. Das hat mich geprägt, denn einen solchen Umgang mit dem Tod möchte ich nicht. Ich möchte nicht lügen und ich möchte auch nicht angelogen werden.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="895" src="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54-1024x895.png" alt="" class="wp-image-15128" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54-1024x895.png 1024w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54-300x262.png 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54-768x671.png 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54-343x300.png 343w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54-789x690.png 789w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-04-16-um-14.54.54.png 1508w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>War das auch der Grund für die Berufswahl?</strong><br><em>Das Interesse war vorher schon da. Ich habe mich mit meinem Vater immer um die Todesanzeigen in der Zeitung geprügelt, weil ich es so spannend fand, wie Menschen sich von ihren Liebsten verabschieden. Und was liest man zwischen den Zeilen? Was war das für ein Mensch?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dass die Wahrheit verschwiegen wird, darum geht es auch in „The Farewell“, ein amerikanisch-chinesischer Film von Lulu Wang.<br></strong><em>Das ist mein Favorit, muss ich sagen – ein lustiger, witziger Film. Die Oma ist lebensverkürzend erkrankt, aber niemand sagt es ihr – stattdessen wird eine riesige Hochzeit inszeniert, und nur die Nichte in New York macht da nicht mit. Das ist typisch für den Nahen und den Fernen Osten: Oftmals wissen die Betroffenen nicht, dass sie sterben werden. Im Iran gibt es keine Palliativversorgung, keine Hospize. Alles ist ausgerichtet auf das Überleben, selbst wenn Du nicht mehr überleben kannst. Wo man hier zur Palliativversorgung übergehen würde, wird dort weitergemacht, es wird weiter auf Chemo gesetzt. Sterben wird als Scheitern bewertet, und man würde dieses Scheitern eingestehen, wenn man nicht bis zuletzt dagegen ankämpfte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woran liegt das?</strong><br><em>Das ist tief in der Kultur verankert. Über den Tod zu sprechen, bringt Unglück. Es gibt im Iran auch nicht den Beruf des Bestatters– das bleibt alles der Familie überlassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Noch mal zu Deiner Filmreihe – Du zeigst auch neue Filme.</strong><br><em>Der erste Film der Reihe, „Wenn das Licht zerbricht“ von Runar Runarsson aus Island, ist eine Preview. Der startet am nächsten Tag regulär im Kino.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In diesem Film geht es um die Kunststudentin Una, die den plötzlichen Tod eines Freundes verkraften muss. Welche Rolle spielt Religion im Zusammenhang mit dem Sterben, gerade in einer Gesellschaft wie unserer, die immer areligiöser wird?</strong><br><em>Wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben, werden alle Karten neu gemischt. Davon bin ich überzeugt, und das erlebe ich immer wieder. Wenn wir mit den Ende des Lebens konfrontiert werden, spielt für viele die Religion dann doch vielleicht wieder eine Rolle, auch wenn sie das vorher nicht getan hat. Wir wollen uns an etwas festhalten. Und eins stelle ich in meinen Begleitungen immer wieder fest: Menschen, die glauben, kommen mit dem Tod und der Trauerverarbeitung oft besser zu recht.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Interview: Frank Olbert</strong> </p>



<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg07.met.vgwort.de/na/384d05aca3eb47d9a1e3674058140a91" width="1" height="1" alt=„">



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Die Filmreihe:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Wenn das Licht zerbricht“ von Runar Runarsson, 7. Mai, 18.30 Uhr<br></li>



<li>„Der Tod ist ein Arschloch“ von Michael Schwarz, 22. Mai, 18.30 Uhr<br></li>



<li>„The Farewell“ von Lulu Wang, 25. Juni, 18.30 Uhr<br></li>



<li>„Ivo“ von Eva Trobisch, 3. September, 18.30 Uhr<br></li>



<li>„Totem“ von Lila Aviles, 2. November, 13.30 Uhr<br></li>



<li>„Palliativstation“ von Philipp Döring, 23. November, 11 Uhr.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Filme laufen im Odeon-Kino, Severinstraße 81, 50678 Köln. Tickets 10 Euro, ermäßigt acht Euro. Im Anschluss an die Filme gibt es jeweils ein Filmgespräch.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="389" src="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/WDLZ_Pressefoto_02-1204x457-1-1024x389.jpg" alt="" class="wp-image-15131" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/WDLZ_Pressefoto_02-1204x457-1-1024x389.jpg 1024w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/WDLZ_Pressefoto_02-1204x457-1-300x114.jpg 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/WDLZ_Pressefoto_02-1204x457-1-768x292.jpg 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/WDLZ_Pressefoto_02-1204x457-1-400x152.jpg 400w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/05/WDLZ_Pressefoto_02-1204x457-1.jpg 1204w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Szenenbild aus dem Eröffnungsfilm &#8222;Wenn das Licht zerbricht&#8220;, Foto: Neue Visionen</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Zur Person:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Golrokh Esmaili&nbsp;ist Journalistin, Social Media Managerin und Projektkoordinatorin am Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln im Forschungsprojekt&nbsp;„Letzthelfer:innen am Arbeitsplatz für einen sensiblen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“ (LAUT). Als ausgebildete Trauerbegleiterin gründete sie das&nbsp;Trostteam, das Trauerarbeit anbietet. Außerdem kuratiert sie Kunst- und Filmprojekte mit gesellschaftlichem Schwerpunkt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.trostteam.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.trostteam.org</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.vomlebenundtod.info" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.vomlebenundtod.info</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/05/02/vom-leben-und-tod-im-odeon-kino/">Vom Leben und Tod – im Odeon-Kino</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
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		<title>U N _ U N T E R B R O C H E N – Sprechen über rechte Gewalt</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/04/27/u-n-_-u-n-t-e-r-b-r-o-c-h-e-n-sprechen-ueber-rechte-gewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2025 11:59:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://filmszene.koeln/?p=14919</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rechter Terror ist kein Zufall. Anschläge wie in München, Hanau und Halle sind keine Ausnahmen, sondern Teil einer ungebrochenen Kontinuität rechter Gewalt in&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/04/27/u-n-_-u-n-t-e-r-b-r-o-c-h-e-n-sprechen-ueber-rechte-gewalt/">U N _ U N T E R B R O C H E N – Sprechen über rechte Gewalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Rechter Terror ist kein Zufall.</strong> Anschläge wie in München, Hanau und Halle sind keine Ausnahmen, sondern Teil einer ungebrochenen Kontinuität rechter Gewalt in Deutschland. Die Veranstaltungsreihe <strong>U N _ U N T E R B R O C H E N</strong> beleuchtet in den kommenden Tagen diese Realität – mit Filmscreenings, einer Stadtführung und einer Podiumsdiskussion. Ausgangspunkt sind die Filme der Trilogie <em>EINZELTÄTER</em> von Julian Vogel, die zeigen: Wer von Einzelfällen spricht, verkennt das Muster.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Sandra Riedmair.</em></h3>



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<p class="wp-block-paragraph">Rechte Gewalt in Deutschland wird oft als Ausnahme behandelt – als tragisches Einzelereignis, verübt von vermeintlich isolierten Tätern. Doch die Realität ist eine andere: Rechte Anschläge sind Ausdruck einer Kontinuität, die nie unterbrochen wurde. Genau hier setzt die Veranstaltungsreihe <strong>U N _ U N T E R B R O C H E N</strong> an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt sind die drei Filme der Trilogie <strong>„EINZELTÄTER: München, Hanau, Halle“</strong> von <strong>Julian Vogel</strong>. Jeder Film beleuchtet die Folgen eines rechtsextrem motivierten Anschlags: den Schmerz der Hinterbliebenen, ihr Ringen um Anerkennung und Erinnerung. Doch im Zusammenspiel eröffnen die Filme eine größere Perspektive: Sie machen sichtbar, dass es nicht nur um einzelne Taten geht, sondern um ein gesellschaftliches Muster – und um das fortwährende Versagen, dieses Muster klar zu benennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltungsreihe verknüpft die Filmscreenings mit einer Stadtführung zu Tatorten rechten Terrors in Köln und einer abschließenden <a href="https://plattform.dokomotive.com/event/einzeltaeter-abschluss-podium/"><strong>Podiumsdiskussion</strong></a>. An den Kölner Orten, die für rechte Gewalt stehen, sollen Geschichten von Betroffenen, Erinnerungsinitiativen und gesellschaftlichen Reaktionen sichtbar gemacht werden. Dabei geht es nicht nur um das historische Gedenken, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Frage, wie über rechten Terror gesprochen werden muss.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Veranstaltungsübersicht:</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Freitag, 2. Mai 2025, 19:00 Uhr</strong> <em>Filmscreening: EINZELTÄTER: München</em> <br><em>Ort: Raum für alle, Köln-Mülheim</em></li>



<li><strong>Samstag, 3. Mai 2025, 11:30 Uhr</strong> <em>Stadtführung zu Orten rechter Gewalt in Köln</em> <br><em>Treffpunkt: Lenauplatz, Köln-Ehrenfeld</em></li>



<li><strong>Samstag, 3. Mai 2025, 19:00 Uhr</strong> <em>Filmscreening: EINZELTÄTER: Hanau</em> <br><em>Ort: Raum für alle, Köln-Mülheim</em></li>



<li><strong>Sonntag, 4. Mai 2025, 12:00 Uhr</strong> <em>Filmscreening: EINZELTÄTER: Halle</em> <br><em>Ort: Raum für alle, Köln-Mülheim</em></li>



<li><strong>Sonntag, 4. Mai 2025, 16:00 Uhr</strong> <em>Abschluss-Podiumsdiskussion: Wie sprechen wir über rechte Gewalt?</em> <em>Ort: Rautenstrauch-Joest-Museum</em> | <em>Mitwirkende: Maria Kindling, Berta Valin Escofet u.a.</em> <em>Weitere Informationen: </em><a href="https://plattform.dokomotive.com/event/einzeltaeter-abschluss-podium/"><strong>Einzeltäter Abschluss-Podium</strong></a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Veranstaltung kann einzeln besucht werden. Im Zusammenspiel wird jedoch die zentrale These der Filmtrilogie fortgeführt: Die Vorstellung vom isolierten Einzelfall verschleiert eine fortlaufende Kette rechtsextremer Gewalt, die in Deutschland bis heute nicht durchbrochen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>DOKOMOTIVE </strong>existiert seit 2013 als Plattform für dokumentarische Filmkultur und neue Erzählformate. Mit Filmvorführungen an besonderen Orten, diskursiven Veranstaltungsreihen und einem eigenen Streaming-Angebot entwickelt die DOKOMOTIVE innovative Formen der Filmvermittlung, die Austausch, Teilhabe und gesellschaftliche Reflexion in den Mittelpunkt stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen des <strong>Sommerblut Kulturfestivals</strong> statt, das sich 2025 dem Thema <strong>„Demokratie stärken, gegen rechte Positionen“</strong> widmet. Unterstützt wird das Projekt von der <strong>Imhoff Stiftung</strong> und dem <strong>Kulturamt der Stadt Köln</strong>.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">TIPP:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die &#8222;Einzeltäter&#8220;-Filme sind derzeit in den Mediatheken des <strong><a href="https://www.zdf.de/suche?q=einzelt%C3%A4ter">ZDF</a> </strong>und der<strong> <a href="https://www.bpb.de/mediathek/suche-mediathek/?global=false&amp;term=einzelt%C3%A4ter&amp;local-themen-main=all&amp;local-format-mediathek=all&amp;local-year=all">Bundeszentrale für Politische Bildung</a> </strong>abrufbar. (27.4.2025)</p>
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		<title>Köln @ Kurzfilmtage Oberhausen</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/04/26/koeln-kurzfilmtage-oberhausen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Apr 2025 00:18:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Vierteljahrhundert lang prägte Lars Henrik Gass die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen – nun beginnt eine neue Ära: Madelaine Bernstorff übernimmt die künstlerische Leitung,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/04/26/koeln-kurzfilmtage-oberhausen/">Köln @ Kurzfilmtage Oberhausen</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Vierteljahrhundert lang prägte Lars Henrik Gass die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen – nun beginnt eine neue Ära: Madelaine Bernstorff übernimmt die künstlerische Leitung, gemeinsam mit der kaufmännischen Geschäftsführerin Susannah Pollheim. Der Anspruch bleibt: Oberhausen will Debattenraum und Bühne zugleich sein – für mutige Kurzfilme, für neue Perspektiven, für eine streitbare Kunst. Auch 2025 zeigt das traditionsreiche Festival, wie lebendig und politisch das kurze Format sein kann.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Frank Olbert.</em></h3>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Man schreibt in Oberhausen das Jahr eins nach Lars Henrik Gass. Seit 1997 leitete Gass die Internationalen Kurzfilmtage – vom Februar 2025 an baut er nun als Gründungsdirektor am neuen Haus für Film und Medien in Stuttgart. Die<strong> Kurzfilmtage Oberhausen</strong> hat er um zahlreiche, auch experimentelle Formate, bereichert, darunter ein Preis für <strong>Musikvideos (MuVi)</strong>. Zahlreiche Entdeckungen fallen darüber hinaus in seine Ägide: Andrea Arnold und Christoph Hochhäusler etwa zeigten erste Arbeiten in Oberhausen. Gass‘ Erbe, kein Zweifel, ist groß.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Neue Festivalleitung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses tritt Madelaine Bernstorff als künstlerische Leiterin der Kurzfilmtage Oberhausen an; ihr zur Seite steht Susannah Pollheim als kaufmännische Leiterin des Festivals, das am 29. April mit seiner 71. Ausgabe an den Start geht. Erklärtes Ziel der neuen Leiterinnen ist es, die Programmkommission stärker in Entscheidungen einzubeziehen. In einem Statement betont die Kommission, der Souveränität und Vielfalt ästhetischer Positionen engagiert Raum geben zu wollen – die Kurzfilmtage seien ein Ort der Demokratie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="695" src="http://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-1024x695.jpg" alt="" class="wp-image-14912" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-1024x695.jpg 1024w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-300x204.jpg 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-768x521.jpg 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-1536x1042.jpg 1536w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-2048x1390.jpg 2048w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-400x271.jpg 400w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Kurzfilmtage_Madeleine-Bernstorff_Susannah-Pollheim__c_Kurzfilmtage-Schoen-1017x690.jpg 1017w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die neuen Festivalleiterinnen Madeleine Bernstorff und Susannah Pollheim, Foto: Kurzfilmtage</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Diesen Raum offen zu halten bedeutet für uns, ihn vor ideologischen Zugriffen und politischer Instrumentalisierung zu schützen. Dabei dulden wir keinerlei Diskriminierung“, heißt es. Ebenso wendeten sich die Kurzfilmtage entschieden gegen jede Form von Boykott oder Störung, „die den Raum für kontroverse und differenzierte Debatten einschränken oder unmöglich machen soll – ob still oder laut, anonym oder explizit, ob gegen Einzelpersonen, Institutionen, Gruppen oder Staaten gerichtet“. Das spiegelt die Debatten des vergangenen Jahres: Nach dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatten sich die Kurzfilmtage dezidiert gegen jede Form von Antisemitismus positioniert, der auch die deutsche Kulturszene massiv erfasst hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gesellschaftskritisches Profil </h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch unter neuer Leitung halten die Kurzfilmtage Oberhausen also am gesellschaftskritischen Profil fest, das sie nicht zuletzt mit Podien und Diskussionsrunden schärfen. In diesem Jahr geht es unter anderem um die Frage „Who Goes Fascist? – Wer wird Faschist?“, die in Anlehnung an Dorothy Thompsons berühmten Essay aus Harper’s Magazine unter dem Titel „Who Goes Nazi?“ aus dem Jahr 1941 gestellt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine tragende Säule des Festivals sind die Wettbewerbe, nach wie vor. <strong>Für die fünf Sparten – Internationaler, Deutscher und NRW-Wettbewerb sowie MuVi-Preis und Kinder- und Jugendfilmwettbewerb – wurden aus über 6.600 Einreichungen insgesamt 125 Kurzfilmproduktionen aus 42 Ländern ausgewählt. Mit den über 350 Arbeiten in seinen thematischen Programmen zeigt das Festival damit bis zum 4. Mai 2025 insgesamt knapp 500 Filme an sechs Tagen. In allen Wettbewerben vergibt das Festival Preisgelder in Höhe von knapp 45.000 Euro. </strong>In der internationalen Auswahl sind mit Arbeiten aus China, Japan, Kambodscha, Kirgisistan, Myanmar, den Philippinen, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam asiatische Produktionen in diesem Jahr stark vertreten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Starke Filme der KHM</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Traditionell stark vertreten in Oberhausen ist auch in diesem Jahr die Kölner <strong>Kunsthochschule für Medien </strong>(KHM). Insgesamt fünf Kurzfilme von Studierenden der KHM wurden für das Programm 2025 ausgewählt, drei davon feiern ihre Premiere beim weltweit größten und ältesten Festival für den künstlerischen Kurzfilm:<strong> „Chrysanthemum“, ein Animationsfilm von Jingyuan Luo, „ghosting mother“, ein experimenteller Film von Bernard Mescherowsky, und „Shawano“, ein Dokumentarfilm von Felix Bartke. Ebenfalls im NRW-Wettbewerb vertreten sind „Ansitzen“ von Franca Pape, der beim European Media Arts Festival in Osnabrück uraufgeführt wurde, sowie der Kurzfilmspielfilm „Nuestra Sombra“ von Agustina Sánchez Gavier, </strong>der im vergangenen Jahr seine Weltpremiere in Cannes feierte und auch auf dem Kölner „Edimotion“-Festival lief: Eine verdunkelte Sonne hängt über einer abgelegenen Gegend Argentiniens, doch die wahre Finsternis herrscht auf Erden – eine doppelte Apokalypse, die der Sonnenfinsternis und die einer industriell gerodeten und zerstörten Landschaft, verbindet Gavier zu einem ahnungsvollen, dichten Schreckensbild. Außerdem im NRW-Wettbewerb dabei ist der neue Kurzfilm der KHM-Absolventin Céline Berger, „Overwork“. Dabei handelt es sich um eine sehr subjektive Neuinterpretation einer Kollektion von 16-mm-Lehrfilmen der Agentur für Arbeit.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="512" src="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Nuestra_Sombra_Webseite_detail.jpg" alt="" class="wp-image-14913" srcset="https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Nuestra_Sombra_Webseite_detail.jpg 836w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Nuestra_Sombra_Webseite_detail-300x184.jpg 300w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Nuestra_Sombra_Webseite_detail-768x470.jpg 768w, https://filmszene.koeln/wp-content/uploads/2025/04/Nuestra_Sombra_Webseite_detail-400x245.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong> „Nuestra Sombra“ von Agustina Sánchez Gavier,</strong> Foto: KHM</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Note gibt dem Festival der Programmpunkt<strong> „NRW persönlich“</strong>, den die in Köln lebende Filmemacherin und KHM-Absolventin <strong>Katharina Huber</strong> gestaltet. Sie erhält eine Carte Blanche von den Kurzfilmtagen, was bedeutet, dass sie Filme anderer Regisseur:innen zeigt, die sie stark geprägt haben. Katharina Huber gewann 2020 mit ihrem Animationsfilm <strong>„Der natürliche Tod der Maus“ </strong>den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold und wurde 2023 für ihren Debütfilm „Ein schöner Ort“&nbsp; beim Locarno Film Festival als beste Nachwuchsregisseurin ausgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwie auch um Köln geht es in Ulu Brauns Beitrag zum Deutschen Wettbewerb, „Gerhard“ – hier tritt der Ehrenbürger der Stadt, <strong>Gerhard Richter</strong>, als digital überpinseltes KI-Geschöpf auf, um sich in seiner weiteren Eigenschaft als einflussreichster und vor allem reichster Künstler der Gegenwart morgens sogar vom Eichhörnchen im villeneigenen Park einen erfolgreichen Tag wünschen zu lassen. Richter ist Geschäftsmann, Guru und Seher in einem – wobei ihm Jesus mit Che-Guevara-Kappe erscheint, auf die ein Sparkassen-Logo aufgestickt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Titelbild: Der Film „Gerhard“ von Ulu Braun läuft bei den 71. Kurzfilmtagen Oberhausen, Foto: Ulu Braun</em></p>



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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr zum Thema:</h2>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-filmszene-k-ln wp-block-embed-filmszene-k-ln"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="ydSetOyZkF"><a href="https://filmszene.koeln/2025/04/25/oberhausen-profil-dietrich-schubert/">Oberhausen Profil: Dietrich Schubert</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Oberhausen Profil: Dietrich Schubert&#8220; &#8212; Filmszene Köln" src="https://filmszene.koeln/2025/04/25/oberhausen-profil-dietrich-schubert/embed/#?secret=Nquw0PeCZs#?secret=ydSetOyZkF" data-secret="ydSetOyZkF" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-filmszene-k-ln wp-block-embed-filmszene-k-ln"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="v5xxnLGwv0"><a href="https://filmszene.koeln/2025/04/24/blick-ueber-die-grenze-ddr-filme-bei-den-kurzfilmtagen-oberhausen/">Blick über die Grenze: DDR-Filme bei den Kurzfilmtagen Oberhausen</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Blick über die Grenze: DDR-Filme bei den Kurzfilmtagen Oberhausen&#8220; &#8212; Filmszene Köln" src="https://filmszene.koeln/2025/04/24/blick-ueber-die-grenze-ddr-filme-bei-den-kurzfilmtagen-oberhausen/embed/#?secret=6y4Rsoflwx#?secret=v5xxnLGwv0" data-secret="v5xxnLGwv0" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<title>Oberhausen Profil: Dietrich Schubert</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/04/25/oberhausen-profil-dietrich-schubert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Apr 2025 21:12:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kronenburg, dem kleinen Eifeldorf mit mittelalterlichem Charme, begegnete der junge Filmkritiker André Malberg dem Werk Dietrich Schuberts zum ersten Mal – an&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/04/25/oberhausen-profil-dietrich-schubert/">Oberhausen Profil: Dietrich Schubert</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">In Kronenburg, dem kleinen Eifeldorf mit mittelalterlichem Charme, begegnete der junge Filmkritiker André Malberg dem Werk Dietrich Schuberts zum ersten Mal – an einem DVD-Tisch mitten im Adventstrubel. Heute, Jahrzehnte nach den ersten Begegnungen mit Schuberts Filmen, kuratiert Malberg gemeinsam mit Lydia Kayß eine Werkschau des politischen Dokumentaristen bei den Kurzfilmtagen Oberhausen – und stellt dessen künstlerische Entwicklung in den Kontext deutscher Zeitgeschichte.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Frank Olbert. </em></h3>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Kronenburg ist stolz auf seine malerisch engen Gassen, mittelalterliche Häuser und eben jene Burg, nach der das Eifeldorf im deutsch-belgischen Grenzgebiet benannt ist. Vor allem aber schätzt sich Kronenburg glücklich, jahraus, jahrein einen Weihnachtsmarkt zu eröffnen, auf dem es lange Zeit nicht allein Lebkuchen und Holzengel gab, wie <strong>André Malberg </strong>berichtet: „Auf dem Weihnachtsmarkt in Kronenburg hatte <strong>Dietrich Schubert </strong>stets einen eigenen Stand, auf dem er selbstgebrannte DVD mit seinen Filmen verkaufte. So kam ich mit seinem Werk in Kontakt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zusammenarbeit mit der <strong>Kuratorin Lydia Kayß </strong>hat der 1992 in der Eifel geborene Malberg für die Kurzfilmtage Oberhausen ein Programm zusammen gestellt, das chronologisch Schuberts künstlerische Entwicklung nachzeichnet: „Es geht um die Arbeitswelt in der Eifel wie auch um politische Zusammenhänge“, sagt er. „Als der Verfassungsschutz Schuberts Freund Günter Wallraff beobachtete, geriet auch Schubert in den Blick &#8211; das war der Grund für seinen Umzug in die Eifel.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schubert feiert in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag – mit Filmen wie <strong>„Ein trefflich rauh Land“</strong>, <strong>„Kriegsjahre in der Eifel“ oder „Köln 5 Uhr 30/13 Uhr 30/21 Uhr 30“</strong> ist er nicht allein ein Chronist seiner Wahlheimat, der Eifel, sowie des Rheinlands – Schubert gehört zudem zu den maßgeblichen politischen Dokumentaristen des Landes, was der Filmkritiker und Dozent an der Paderborner Uni, André Malberg, und die Kuratorin Lydia Kayß auch in ihrer Reihe in Oberhausen nachvollziehen. Sie reicht von frühen Arbeiten wie&nbsp;„<strong>Soldat“</strong>&nbsp;(1966) oder&nbsp;„<strong>Lieder gegen Rechts“</strong>&nbsp;(1973) bis zu den späteren, in der Eifel entstandenen Produktionen wie&nbsp;„<strong>Blumenthal – vom Eisen in der Eifel“</strong>&nbsp;(1983).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Reihe der diesjährigen Kruzfilmtage trägt den Titel „Umweg zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen“. Damit spielt der Kurator <strong>Felix Mende </strong>auf das langjährige Programm der Kurzfilmtage namens <strong>„Der Weg zum Nachbarn“</strong> an: Bereits ein Jahr nach seiner Gründung 1954 zeigte das Festival Filme aus dem sozialistischen Teil Deutschlands – bis zum Ende der SED-Diktatur waren auf den Kurzfilmtagen 150 Filme aus der DDR zu sehen, womit deren Filmschaffen in Oberhausen so sichtbar war wie sonst nirgendwo im Westen Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Frank Olbert.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Titelbild: Dietrich Schubert bei Drehbarbeiten im Jahr 2021, Foto: Schubertfilm</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Special Screening im Filmforum: Unterwegs als sicherer Ort (1997)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am <strong>14. Mai um 19 Uhr bietet das Filmforum im Museum Ludwig</strong> außerdem eine besondere Gelegenheit zur Begegnung mit Dietrich Schubert &#8211; und mit verdrängter Geschichte und individueller Erinnerung: Gezeigt wird der eindrucksvolle Dokumentarfilm <strong><em>Unterwegs als sicherer Ort</em> (1997)</strong> von Dietrich Schubert, der die außergewöhnliche Lebensgeschichte der jüdischen Familie Finkelgruen nachzeichnet. <strong>Im Anschluss an die Vorführung sind der Autor und Journalist Peter Finkelgruen sowie die Filmemacher Dietrich und Katharina Schubert persönlich zu Gast,</strong> um über den Film, die Hintergründe und den langen Kampf um Gerechtigkeit zu sprechen.</p>



<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f254aabf36144922b798f9d9ac936eee" width="1" height="1" alt=„">



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zum Thema:</p>



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		<title>Blick über die Grenze: DDR-Filme bei den Kurzfilmtagen Oberhausen</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/04/24/blick-ueber-die-grenze-ddr-filme-bei-den-kurzfilmtagen-oberhausen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2025 11:17:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Umweg zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen“ widmet sich eine Programmschiene der diesjährigen Kurzfilmtage einem besonderen Kapitel&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Unter dem Titel „Umweg zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen“ widmet sich eine Programmschiene der diesjährigen Kurzfilmtage einem besonderen Kapitel Festivalgeschichte. Kurator Felix Mende zeigt Filme, die einst – teils unter schwierigen Bedingungen – den Weg aus der DDR nach Oberhausen fanden. Seine Auswahl offenbart die Vielfalt des ostdeutschen Filmschaffens jenseits klischeehafter Vorstellungen.</h3>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Von Frank Olbert. </em></h3>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Reihe der diesjährigen Kruzfilmtage trägt den Titel <strong>„Umweg zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen“</strong>. Damit spielt der Kurator <strong>Felix Mende </strong>auf das langjährige Programm der Kurzfilmtage namens „Der Weg zum Nachbarn“ an: Bereits ein Jahr nach seiner Gründung 1954 zeigte das Festival Filme aus dem sozialistischen Teil Deutschlands – bis zum Ende der SED-Diktatur waren auf den Kurzfilmtagen 150 Filme aus der DDR zu sehen, womit deren Filmschaffen in Oberhausen so sichtbar war wie sonst nirgendwo im Westen Deutschlands. „Die Filme habe ich im Bezug auf das Festival selbst ausgewählt, es handelt sich also um Filme, die in Oberhausen zu sehen oder zumindest für das Festival im Gespräch waren“, so Kurator Mende. „Die Kurzfilmtage mussten immer über offizielle Stellen in der DDR gehen, was oft zu Problemen führte &#8211; mitunter hieß es dann kurz vor dem Festival, dass leider doch keine Kopie zur Verfügung stehe.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kurator <strong>Felix Mende </strong>wurde 1994 in Köln geboren und ist seit 2012 Mitglied und Programmgestalter des Filmclub 813. „Ich selbst bin zur Beschäftigung mit den DEFA-Filmen über den Filmclub 813 gekommen. Dass Filme aus der DDR ein monolithischer Block seien, stellte sich schnell als Klischee heraus. Da gab es ebenso Vielfalt wie in anderen Ländern auch“, sagt Mende. Seine Auswahl bei den diesjährigen Kurzfilmtagen reicht von den Agitationsfilmen aus dem Studio Heynowski &amp; Scheumann über frühe Filmessays von Helke Misselwitz bis hin zu experimentellen Arbeiten Jürgen Böttchers oder Lutz Dammbecks, die vom Festival zwar eingeladen wurden, seitens der DDR jedoch keine Freigabe erhielten. Die Filmvorführungen werden jeweils durch Podiumsdiskussionen ergänzt.</p>



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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr zum Thema: </h2>



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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="ABoZ40Cy46"><a href="https://filmszene.koeln/2025/04/26/koeln-kurzfilmtage-oberhausen/">Köln @ Kurzfilmtage Oberhausen</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Köln @ Kurzfilmtage Oberhausen&#8220; &#8212; Filmszene Köln" src="https://filmszene.koeln/2025/04/26/koeln-kurzfilmtage-oberhausen/embed/#?secret=SNRC2OHUVK#?secret=ABoZ40Cy46" data-secret="ABoZ40Cy46" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="pwBePKC2lI"><a href="https://filmszene.koeln/2025/04/25/oberhausen-profil-dietrich-schubert/">Oberhausen Profil: Dietrich Schubert</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Oberhausen Profil: Dietrich Schubert&#8220; &#8212; Filmszene Köln" src="https://filmszene.koeln/2025/04/25/oberhausen-profil-dietrich-schubert/embed/#?secret=hModbT5p8T#?secret=pwBePKC2lI" data-secret="pwBePKC2lI" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Titelbild: Umwege zum Nachbarn – Der Film der DDR in Oberhausen | Harry Hornig, DDR 1966<br>© Harry Hornig / via Kurzfilmtage Oberhausen</em></p>
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		<title>Träume von Räumen im Filmforum</title>
		<link>https://filmszene.koeln/2025/04/23/traeume-von-raeumen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Werner Busch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2025 20:49:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Filmszene Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Filmreihe „Träume von Räumen“ im Filmforum NRW widmet sich von Mai bis Dezember 2025 dem Thema Wohnraum im Film – zwischen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://filmszene.koeln/2025/04/23/traeume-von-raeumen/">Träume von Räumen im Filmforum</a> erschien zuerst auf <a href="https://filmszene.koeln">Filmszene Köln</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die neue Filmreihe <em>„Träume von Räumen“</em> im Filmforum NRW widmet sich von Mai bis Dezember 2025 dem Thema Wohnraum im Film – zwischen Realität, Utopie und gesellschaftlicher Kritik. Neun ausgewählte Programme werfen einen filmhistorischen Blick auf das Wohnen als existenzielle und politische Frage.</strong></h3>



<h3 class="wp-block-heading">Von Werner Busch.</h3>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet es, ein Zuhause zu haben? Und wie wird dieser Raum des Privaten, des Alltäglichen – oder auch des Utopischen – im Film dargestellt? Diesen Fragen widmet sich das Filmforum NRW mit seiner neuen Ausgabe der etablierten Reihe <strong>„Filmgeschichten“</strong>. Unter dem Titel <strong>„Träume von Räumen – Wohnraum im Film“</strong> werden von Mai bis Dezember 2025 neun filmhistorische Programme präsentiert, die den Wohnraum als zentrales Thema durch die internationale Filmgeschichte verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftakt am <strong>21. Mai</strong> gehört Billy Wilders unvergesslichem Klassiker <strong>„Das Appartement“ (1960)</strong>, der mit feinem Humor und sozialkritischem Blick das Verhältnis zwischen Wohnen, Arbeiten und gesellschaftlichem Aufstieg in Szene setzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswahl der Filme reicht von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart und umfasst Spielfilme, Dokumentarisches sowie filmische Experimente aus verschiedenen Ländern und gesellschaftlichen Kontexten. Im Zentrum stehen dabei immer wieder dieselben Kernfragen: <strong>Wer hat Zugang zu Wohnraum? Wie spiegeln sich soziale Ungleichheiten in der Architektur und im Alltag wider? Und welche Träume – oder auch Alpträume – vom Wohnen erzählen uns die Filme?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Filmreihe eröffnet dabei nicht nur cineastische Perspektiven, sondern verweist auch auf die hochaktuelle Realität: Wohnungsnot, Gentrifizierung und soziale Spaltung prägen viele urbane Räume – und damit auch das Kino.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begleitet werden die Filmabende von Einführungen und Filmgesprächen, die dazu einladen, sich mit den gezeigten Themen intensiver auseinanderzusetzen. So wird das Kino einmal mehr zum Ort kritischer Auseinandersetzung mit unserer Lebensrealität – und zum Raum des Träumens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch junge Zuschauer*innen kommen nicht zu kurz: Im Rahmen des <strong>Jungen Filmfestivals Köln/Cinepänz</strong> vom <strong>04. bis 09. Oktober</strong> ergänzt das <strong>jfc Medienzentrum</strong> die Filmgeschichten mit einem kind- und jugendgerechten Programm unter dem Titel <strong>„Schule des Sehens“</strong>, das ebenfalls den Wohnraum in den Mittelpunkt stellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das Programm im Überblick:</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">· <strong>DAS APPARTEMENT</strong> (USA 1960, Billy Wilder) am <strong>21. Mai</strong><br>· <strong>KUHLE WAMPE ODER: WEM GEHÖRT DIE WELT?</strong> (D 1932, Slatan Dudow) am <strong>18. Juni</strong><br>· <strong>PLAYTIME – TATIS HERRLICHE ZEITEN</strong> (F/I 1967, Jacques Tati) am <strong>09. Juli</strong><br>· <strong>INVENTUR – METZSTRASSE 11</strong> (D 1975, Želimir Žilnik) / <strong>MES VOISINS</strong> (F 1971, Med Hondo) / <strong>OYOYO</strong> (DDR 1980, Chetna Voraam) am <strong>10. September</strong><br>· <strong>VON WEGEN ,SCHICKSAL’</strong> (BRD 1979, Helga Reidemeister) am <strong>08. Oktober</strong><br>· <strong>ZUSAMMEN!</strong> (S/DK/I 2000, Lukas Moodysson) am <strong>29. Oktober</strong><br>· <strong>NEIGHBOURING SOUNDS</strong> (BRA 2012, Kleber Mendonça Filho) am <strong>12. November</strong><br>· <strong>PARASITE</strong> (Südkorea 2019, Bong Joon-ho) am <strong>03. Dezember</strong><br>· <strong>TRÄUME VON RÄUMEN</strong> (D 2019, Matthias Lintner) am <strong>17. Dezember</strong></p>



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