XICA DA SILVA (OmeU)

So.29März19:15XICA DA SILVA (OmeU)O Cinema do BrasilFilmclub 81319:15

Datum / Zeit

29. März 2026 19:15

Ort

Filmclub 813

Info

O Cinema do Brasil

Das brasilianische Kino blickt auf eine schier unergründlich reichhaltige Geschichte zurück. Das ästhetisch-politisch konfrontative cinema novo machte in den 1960ern international Furore, doch auch daneben bildeten sich unterschiedlichste, teils noch kaum erforschte Strömungen - darunter die musikalischen chanchadas der 50er, die erotisch-subversiven pornochanchadas der 70er oder das radikal schmutzige cinema marginal. In produktiver Wechselwirkung mit literarischen und musikalischen Bewegungen wie dem modernismo oder tropicalismo verleibte sich das Kino Brasiliens unterschiedlichste kulturelle Einflüsse aus aller Welt ein, um zu einem genuin neuen, freien Ausdruck zu finden.

Jenseits einiger solitärer Achtungserfolge war dies filmische Füllhorn in den deutschen Kinos des 20. Jahrhunderts kaum sichtbar, entsprechend rar macht es sich auch in hiesigen Archiven und ist Rahmen eines solchen Programms nur ansatzweise darstellbar. Die neun 35mm-Kopien, die der Filmclub 813 für März und April zusammenstellen konnte, vermitteln dennoch einen komplexen ersten Eindruck: Fünf
Jahrzehnte umspannend (mit einem Schwerpunkt auf Filmen, die sich mal indirekt, mal ganz explizit mit der von 1964 bis 1985 herrschenden Militärdiktatur auseinandersetzen) wecken sie hoffentlich die Neugierde auf eine tiefere Auseinandersetzung mit einer der aufregendsten Nationalkinematographien.

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XICA DA SILVA (OmeU)
DIE MÄTRESSE

Brasilien 1976, 107 Min., OmeU, 35mm
Regie Carlos Diegues
Buch Antônio Callado, Carlos Diegues Literaturvorlage João Felício dos Santos
Kamera José Medeiros Musik Jorge Ben, Roberto Menescal
mit Zezé Motta, Walmor Chagas, José Wilker, Elke Maravilha

»Ein historischer Stoff, ein Kostümfest im brasilianischen Karneval: Die schwarze Geliebte eines portugiesischen Kolonialherrn rächt sich mit Sex und Hexerei an den Unterdrückern. Der brasilianische Film von 1976 gilt als. Regisseur Carlos Diegues, einer der Gründer des brasilianischen Cinema Novo, wollte mit der MÄTRESSE vom ›politischen Kino des Lamentierens‹ weg zu einem ›politisch volkstümlichen‹, pittoresk exotisch und sozialkritisch engagiert.«

Der Spiegel

»Basierend auf dem Leben der legendären Chica da Silva, zeichnet der ebenso gefeierte wie kontroverse Film ihren Werdegang von der Sklavin zu einer der reichsten Brasilianerinnen des 18. Jahrhunderts nach. Gedreht während der schwierigsten Phase der Militärdiktatur, ist XICA DA SILVA eine streitlustige Auseinandersetzung mit Kolonialismus, der seine sexuell furchtlose Protagonistin als komplexe Figur zum Leben erweckt.«

Museum of Modern Art

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