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Symposium zum NRW-Filmerbe im Filmforum

Symposium zum NRW-Filmerbe im Filmforum

Die Dokumentarfilminitiative des Filmbüros NW stellt auf einem zweitägigen Symposium im Filmforum NRW die Archivierung und Digitalisierung von Filmen zur Diskussion. Die Ausgangsfrage des Symposiums: Gibt es ein NRW-Filmerbe? Eine Reihe von Experten gehen dieser und verwandten Fragestellungen nach – In Vorträgen, Filmvorführungen, Präsentationen und einem Panel wird die Thematik aus filmhistorischer, kuratorischer, archivarischer und angewandter Sicht beleuchtet.

Der Experimentalfilmer Helmut Herbst fragt in seinem Einwurf „Wo bleiben in der Filmerbe-Diskussion die Filmemacher?“. Filmjournalist Sven von Redens Vortrag stellt im Titel die Frage „Gibt es eine NRW-Filmgeschichte?“ Sogar Erika Runges Film „Warum ist Frau B. glücklich?“, der die Geschichte einer Bergarbeiterfrau im Ruhrgebiet erzählt und als eine der wichtigsten Dokumentationen Ende der 60er Jahre gilt, endet passenderweise mit einem Fragezeichen.

Es werden jedoch auch Vorschläge für das weitere Vorgehen mit der Pflege des Filmerbes geboten, wie zum Beispiel in dem Vortrag „Blinde Flecken der Filmüberlieferung und wie wir sie in Zukunft vermeiden könnten“, in dem Silke Räbiger, Festivaldirektorin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund I Köln, sich mit Filmen von Regisseurinnen auseinandersetzt.

Konkrete Ideen für nächste Schritte bei der Filmkonservierung soll auch eine Zusammenfassung der Tagungsdiskussion mit klaren Forderungen an die Politik liefern. Zudem wurde schon im Vorfeld des Symposiums ein erstes Sample aus Dokumentar- und Experimentalfilmen erhoben, das deutlich macht, welcher Digitalisierungs- und Sanierungsbedarf bei einer Auswahl filmischer Werke aus NRW besteht.

Pünktlich zur Veranstaltung wurde von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, Anfang April verkündet, dass für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes im Jahr 2017 zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen werden. Von politischer Seite wurde bereits auf die Notwendigkeit der Filmkonservierung reagiert, während die Filmschaffenden selbst sich tendenziell selten aktiv mit der Thematik beschäftigen. Die Dokumentarfilminitiative nimmt dieses Versäumnis zum Anlass, auf dem Symposium speziell auf die Perspektive von Filmemachern und Produzenten einzugehen, die wegen ihres hohen Produktionsdrucks Überlegungen über die langfristige Sichtbarkeit ihrer Werke meist vernachlässigen.

Während die Redebeiträge der Tagung eine Übersicht über aktuelle Überlegungen zu Erhaltung und Archivierung von Filmen bieten, ermöglichen die filmischen Zeitdokumente von 1908 bis heute Einblicke in über 100 Jahre NRW-Filmgeschichte und unterstreichen, wie wichtig es ist, das Filmerbe für kommende Generationen zu sichern.

Das Symposium „Das NRW-Filmerbe – Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung“ findet am 26. und 27. April 2017 im Filmforum NRW in Köln statt

Foto: © „Klaus Fuchs – Atomspion“ (Dubini/Meyer, 1989)

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