Festival Filmszene Aktuell

Die Open-Air-Sommer 2023 des Film Festival Cologne

Vor einigen Wochen hatten wir bereits über die Open-Air-Saison 2023 in Köln berichtet. Eine lokale Institution fehlte in dem Text allerdings: Auch das Filmfestival Cologne veranstaltet einen Open-Air-Sommer, größtenteils im Odonien. Nur die ersten beiden Termine waren an anderen Spielstätten: Am 13. Juli war im MAAK Claire Denis‘ Dreiecksgeschichte Mit Liebe und Entschlossenheit (2022) zu sehen, am 20. Juli Kelly Reichardts Showing Up (2022) über die Freundschaft zweier Künstlerinnen. Noch bis zum 31. August zeigt das Kölner Filmfestival Perlen aus dem Programm des vergangenen Jahres.

Am 9. August ist dort die Farce Smoking Causes Coughing (2022) von Quentin Dupieux zu sehen. In der gewohnt eigenwilligen Komödie rennt eine Task Force in Outfits der Marke Thunderbirds durch die Gegend, um Menschen vom Rauchen abzuhalten. Am Mittwoch, den 16. August, folgt die belgisch-französisch-niederländische Co-Produktion Close (2022). In dem preisgekrönten Cannes-Beitrag geht es um zwei 13-jährige Jungs, deren enge Freundschaft das Gerücht provoziert, dass sie schwul seien. Einen Tag später, am 17. August, ist Final Cut (2022) zu sehen, das Michel-Hazanavicius-Remake des japanischen Meta-Zombie-Films One Cut of the Dead (2017). Auch in der französischen Neuauflage geht es um die Crew eines Zombiefilms, die in eine reale Zombie-Apokalypse hineingerät. Hazanavicius erhielt auf dem Filmfestival Cologne 2022 den Filmpreis Köln. Mia Hansen-Løve erhielt in jenem Jahr den Hollywood Reporter Award. Am Mittwoch, den 23. August, kann man ihren An einem schönen Morgen (2022) bewundern. In dem Drama geht es um eine von Léa Seydoux gespielte Witwe, die neue Liebesgefühle empfindet – jedoch für einen Freund ihres verstorbenen Gatten.

Crimes of the Future (LEONINE/Weltkino)

Am 24. August steht Crimes of the Future (2022) von Altmeister David Cronenberg auf dem Programm. Auch in diesem Film ist Seydoux zu sehen. In dem Body-Horror-Science-Fiction-Film spielen sie und Cronenberg-Regular Viggo Mortensen ein Künstlerpaar, welches das Publikum mit Performances rund um Body Modifications und die Amputation nachwachsender Organe begeistert. Es ist Cronenbergs Rückkehr zu einem Genre, das er mit Frühwerken wie Die Brut (1979) und Shivers – Parasiten-Mörder (1975) entscheidend mitprägte. Ein ähnlicher Genre-Tausendsassa wie Cronenberg ist auch der polnische Filmemacher Jerzy Skolimowski, dessen Filmographie unter anderem das Erotik-Drama Deep End (1970), den Fantasy-Horrorfilm Der Schrei (1978) und die Kriegsgefangenen-Fluchtgeschichte Essential Killing (2011) enthält. Am 30. August wird sein EO (2022) gezeigt, der die Gedanken- und Gefühlswelt eines Esels aus dem Zirkus bebildert. Den Abschluss der diesjährigen Open-Air-Reihe bildet Die Frau im Nebel (2022), der auf dem letztjährigen Festival unter seinem englischen Verleihtitel Decision to Leave gezeigt wurde. In dem Neo-Noir-Thriller verliebt sich ein Polizist in eine Frau, die eventuell ihren Mann umgebracht hat. Der Südkoreaner Park Chan-wook ist einer der bekanntesten Regisseure seines Landes und hatte mit Oldboy (2003) und Die Taschendiebin (2016) zwei weitere Filme an bereits vergangenen Terminen dieses Open-Air-Kinosommers am Start. Sein jüngstes Werk kann man am 31. August jedoch noch unter freiem Himmel im Odonien genießen.

Alle weiteren Infos zum Programm gibt es auf der Homepage des Filmfestival Cologne.

Nils Bothmann

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