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Tüpisch Türkisch Festival: Einblicke in das unabhängige türkische Kino

Vom 27. bis 30. März 2025 lädt die 19. Ausgabe der Filmreihe Tüpisch Türkisch“ im Filmforum NRW im Museum Ludwig dazu ein, die vielfältigen Facetten des türkischen Independent- und Arthouse-Kinos zu entdecken.

Von Sandra Riedmair.


Programm-Highlights

Das diesjährige Festivalprogramm bietet eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Spiel- und Dokumentarfilmen, die aktuelle Themen und Perspektiven aus der Türkei und der Diaspora beleuchten:

Schatten der Nacht (The Edge of the Night)Regie: Türker Süer 

Sinan, ein junger Leutnant, wird beauftragt einen nächtlichen Gefangenentransport zu beaufsichtigen; was er anfangs nicht weiß: der Gefangene ist sein Bruder Kenan. 
In dieser Nacht verändert sich nicht nur das Leben der Geschwister, sondern auch das Schicksal der Türkei. Ein Film mit großen politischen Themen, persönlich erzählt.

Separation (Veqetîn/Ayrılık)
Regie: Hasan Demirtaş 

1990: jeden Tag besucht Großvater Hamit das Grab seiner Frau, die vor fünf Jahren starb. Während Hamit trauert, verändert sich das Leben um ihn herum. In einer poetischen, zärtlichen Filmsprache zeigt Hasan Demirtaş das dörfliche Leben bei Mardin in der Osttürkei, und er erzählt von einem doppelten Abschied – von der geliebten Gefährtin, von der Heimat.

SpielerinnenRegie: Aysun Bademsoy
Ein Dokumentarfilm und eine Langzeitbeobachtung über junge Frauen in Berlin mit türkischem Migrationshintergrund, die in einem Frauenfußballverein mehr als nur Sport finden: Identität, Selbstbewusstsein und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

Confidente (Confidante)Regie: Çağla Zencirci, Guillaume Giovanetti
Türkei, 1999: Als Istanbul von einem heftigen Erdbeben erschüttert wird, findet sich Arzu, die in Ankara bei einer Erotik-Hotline arbeitet, plötzlich im Zentrum des Geschehens: Ein unter Trümmern begrabener junger Kunde fleht sie an, ihn zu retten. Der Film feierte seine Weltpremiere in diesem Jahr auf der Berlinale.

Hold Still (Dargeçit)Regie: Berke Baş
Nach ihrer Verhaftung durch Sicherheitskräfte verschwand eine Gruppe kurdischer Dorfbewohner*innen, darunter auch Kinder und Jugendliche, spurlos – doch die Angehörigen erfahren erst sehr viel später, dass sie getötet wurden. Eine bewegende Auseinandersetzung mit Erinnerung, Gerechtigkeit und staatlicher Gewalt. Fünf Jahre begleitete Berke Baş Anwälte, Menschenrechtsaktivisten und die Familien der Ermordeten bei ihrem unermüdlichen Bemühen um juristische Aufarbeitung

Zudem werden Kurzfilmprogramme wie Kuirfest I: Queer Short Films from Turkey und Kuirfest II: Bellekvari präsentiert, die einen Einblick in das aktuelle queere Filmschaffen der Türkei geben.

Schatten der Nacht von Türker Süer ist der Eröffnungsfilm des Festivals, Foto: Realfiction

Thematische Schwerpunkte

In diesem Jahr legt das Festival besonderen Fokus auf:

Queeres Filmschaffen: Nach einem skandalösen Verbotsfall während des „Pink Life Queer Fest“ in Ankara wird der aktuelle Stand des queeren Filmschaffens in der Türkei beleuchtet.

Kurdisches Kino: Die Situation der Kurden an der türkisch-syrischen Grenze sowie innerhalb der Türkei erfordert einen Blick auf das kurdische Filmschaffen.

Migration und Diaspora: Filme wie „Öte“ von Esra Saydam und Malik Isasis sowie „Gülizar“ von Belkıs Bayrak thematisieren Migration, Flucht und Exil und verknüpfen das Filmschaffen der Türkei mit Deutschland.

Nach den Vorführungen sind Gespräche mit den Filmemacher:innen geplant, die entweder persönlich anwesend sind oder Online zugeschaltet werden.

Veranstaltungsort und Tickets

Alle Filme werden im Filmforum NRW im Museum Ludwig gezeigt. Tickets können online erworben werden.

Das Tüpisch Türkisch Festival bietet dem Kölner Publikum seit 2006 einen einzigartigen Einblick in die unterschiedlichen Facetten des türkischen Kinos und fördert den interkulturellen Dialog durch Filmkunst.

Zum Programm gehört ebenfalls Hold Still (Dargeçit) von Berke Baş, Foto: FRTT

Veranstalter*innen..