Zum 20. Todestag der Lyrikerin Hilde Domin lädt das Odeon Köln zu einer Matinee mit Filmgespräch: Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Hilde Domin – Ich will dich“, ein bewegendes Porträt der in Köln geborenen Dichterin, das kurz vor ihrem Tod entstand. Im Anschluss spricht Filmemacherin Anna Ditges über ihre Begegnungen mit Domin und die letzten Lebensjahre der Autorin.
Von Werner Busch
„Wie ist das Wetter dort drüben?“ fragte Hilde Domin in einem der letzten Telefonate mit Filmemacherin Anna Ditges – eigentlich bezogen auf eine geplante Reise. „Im Nachhinein kam mir diese Frage wie eine Frage nach dem Wetter im Jenseits vor“, erzählt Ditges. „Für sie war es immer wichtig, dass die Sonne schien, und in ihren Gedichten hat sie uns daran erinnert, dass sie auch über den Wolken weiter scheint, wenn wir sie manchmal nicht sehen können.“
Zum 20. Todestag der Autorin zeigt das Odeon Kino am 22. Februar den Dokumentarfilm „Hilde Domin – Ich will dich“, eine Hommage, die aus einer intensiven filmischen Begleitung in den letzten Jahren der Dichterin entstanden ist. Im Anschluss spricht Filmemacherin Anna Ditges über den Film und ihre vielen Begegnungen mit der Autorin.
Hilde Domin
Hilde Domin (1909–2006), geboren in Köln als Hildegard Dina Löwenstein, zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Nachkriegszeit. Prägend für ihr Werk ist die Erfahrung des Exils und der Rückkehr: Viele Jahre lebte sie außerhalb Deutschlands, unter anderem in der Dominikanischen Republik – daraus leitete sich später auch ihr Künstlername ab – und kehrte erst 1961 zurück. Aus dieser Biografie ergibt sich ein Grundton ihrer Gedichte: Sprache als Schutzraum, Heimat als etwas Fragiles, das immer wieder neu hergestellt werden muss.
Domin schreibt oft in einer klaren, scheinbar einfachen Sprache, die dennoch hoch konzentriert ist. Ihre Gedichte sind selten ornamental; sie arbeiten mit präzisen Bildern, knappen Zeilen und einer Haltung, die Humanität, Würde und Selbstbehauptung in den Mittelpunkt stellt. Hoffnung ist bei Domin keine naive Geste, sondern eine Entscheidung, handlungsfähig zu bleiben – ein Widerstand gegen Entmutigung. Berühmt ist ihr Vers: „Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise / wie einem Vogel / die Hand hinhalten.“
Bis ins hohe Alter war sie präsent, reiste, sprach, ermutigte – und blieb eine Autorin, die Lyrik als Form von Freiheit verstand, nicht als Schmuck. Und blieb eigenwillig und auch zuweilen unangepasst, besonders wenn
„Hilde Domin – Ich will dich“ (D 2007) Sonntag, 22.02.2026, 11:00 Uhr Odeon Köln
Filmhaus Köln: Schreiben was kommt
Filmemacherin Anna Ditges bietet im Jahr 2026 im Filmhaus Köln eine fortlaufende Schreibwerkstatt an: „Schreiben, was kommt“ richtet sich an angehende und erfahrene Autor:innen (Arbeit an Drehbuch, Serie, Roman, Podcast oder Dokumentarfilm) und ist als Entwicklungsprozess in sechs Fr./Sa.-Blöcken über das Jahr angelegt. In geschützter Atmosphäre werden Stoffe kontinuierlich begleitet – mit dramaturgischen Impulsen, Schreibübungen, Coaching-Methoden und individuellem Feedback. Mehr auf der Webseite des Filmhauses: www.filmhaus-koeln.de
Zum 20. Todestag der Lyrikerin Hilde Domin lädt das Odeon Köln zu einer Matinee mit Filmgespräch: Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Hilde Domin – Ich will dich“, ein bewegendes Porträt der in Köln geborenen Dichterin, das kurz vor ihrem Tod entstand. Im Anschluss spricht Filmemacherin Anna Ditges über ihre Begegnungen mit Domin und die letzten Lebensjahre der Autorin.
Von Werner Busch
„Wie ist das Wetter dort drüben?“ fragte Hilde Domin in einem der letzten Telefonate mit Filmemacherin Anna Ditges – eigentlich bezogen auf eine geplante Reise. „Im Nachhinein kam mir diese Frage wie eine Frage nach dem Wetter im Jenseits vor“, erzählt Ditges. „Für sie war es immer wichtig, dass die Sonne schien, und in ihren Gedichten hat sie uns daran erinnert, dass sie auch über den Wolken weiter scheint, wenn wir sie manchmal nicht sehen können.“
Zum 20. Todestag der Autorin zeigt das Odeon Kino am 22. Februar den Dokumentarfilm „Hilde Domin – Ich will dich“, eine Hommage, die aus einer intensiven filmischen Begleitung in den letzten Jahren der Dichterin entstanden ist. Im Anschluss spricht Filmemacherin Anna Ditges über den Film und ihre vielen Begegnungen mit der Autorin.
Hilde Domin
Hilde Domin (1909–2006), geboren in Köln als Hildegard Dina Löwenstein, zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Nachkriegszeit. Prägend für ihr Werk ist die Erfahrung des Exils und der Rückkehr: Viele Jahre lebte sie außerhalb Deutschlands, unter anderem in der Dominikanischen Republik – daraus leitete sich später auch ihr Künstlername ab – und kehrte erst 1961 zurück. Aus dieser Biografie ergibt sich ein Grundton ihrer Gedichte: Sprache als Schutzraum, Heimat als etwas Fragiles, das immer wieder neu hergestellt werden muss.
Domin schreibt oft in einer klaren, scheinbar einfachen Sprache, die dennoch hoch konzentriert ist. Ihre Gedichte sind selten ornamental; sie arbeiten mit präzisen Bildern, knappen Zeilen und einer Haltung, die Humanität, Würde und Selbstbehauptung in den Mittelpunkt stellt. Hoffnung ist bei Domin keine naive Geste, sondern eine Entscheidung, handlungsfähig zu bleiben – ein Widerstand gegen Entmutigung. Berühmt ist ihr Vers: „Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise / wie einem Vogel / die Hand hinhalten.“
Bis ins hohe Alter war sie präsent, reiste, sprach, ermutigte – und blieb eine Autorin, die Lyrik als Form von Freiheit verstand, nicht als Schmuck. Und blieb eigenwillig und auch zuweilen unangepasst, besonders wenn
„Hilde Domin – Ich will dich“ (D 2007)
Sonntag, 22.02.2026, 11:00 Uhr
Odeon Köln
Filmhaus Köln: Schreiben was kommt
Filmemacherin Anna Ditges bietet im Jahr 2026 im Filmhaus Köln eine fortlaufende Schreibwerkstatt an: „Schreiben, was kommt“ richtet sich an angehende und erfahrene Autor:innen (Arbeit an Drehbuch, Serie, Roman, Podcast oder Dokumentarfilm) und ist als Entwicklungsprozess in sechs Fr./Sa.-Blöcken über das Jahr angelegt. In geschützter Atmosphäre werden Stoffe kontinuierlich begleitet – mit dramaturgischen Impulsen, Schreibübungen, Coaching-Methoden und individuellem Feedback. Mehr auf der Webseite des Filmhauses: www.filmhaus-koeln.de