Bei der Berlinale wurden vier Arbeitsstipendien für künstlerische Filmprojekte aus Nordrhein-Westfalen vergeben – gleich drei davon gingen an Kölner Projekte von Hamed Mohammadi, Suse Itzel und Sarah Kramer, die ein Projekt mit Jugendlichen aus Chorweiler plant. Verliehen wurden die Stipendien beim traditionellen Netzwerktreffen des Filmbüro NW.
Von Werner Busch.
Gerade in der Anfangsphase benötigen Filmprojekte der freien Szene kreativen Freiraum. Vier Arbeitsstipendien für den künstlerischen Film hat Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, nun im Rahmen des traditionellen Berlinale-Netzwerktreffens des Filmbüro NW im Haus der Kulturen der Welt übergeben. Mit den Stipendien unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen die frühe Entwicklungsphase künstlerischer Spiel- und Dokumentarfilmprojekte aus der freien Filmszene. Insgesamt gingen erneut 160 Bewerbungen ein – und damit ebenso viele wie im Rekordjahr zuvor.
Kulturministerin Ina Brandes: „Nordrhein-Westfalen steht für eine hochwertige und vielfältige freie Filmszene. Diese Stipendien geben starken Ideen die nötige Starthilfe. Die große Resonanz auf dieses Stipendienprogramm zeigt, wie wichtig eine verlässliche Förderung gerade in der frühen Projektphase ist. Ich bin gespannt auf die Umsetzung dieser Filmprojekte, die uns mit ganz neuen Perspektiven überraschen.“
Die Filmemacher:innen erhalten jeweils ein Stipendium in Höhe von 9.900 Euro. Ziel der Förderung ist es, in der oft prekären Anfangsphase neuer Projekte eine konzentrierte künstlerische Entwicklung zu ermöglichen.
Die Stipendien für den künstlerischen Spiel- oder Dokumentarfilm erhalten:
• 𝐇𝐚𝐦𝐞𝐝 𝐌𝐨𝐡𝐚𝐦𝐦𝐚𝐝𝐢 – „Lay ghor Daykem – Am Grab meiner Mutter“: Ausgehend von Social-Media-Bildern aus dem Iran verbindet Hamed Mohammadi persönliche Trauer mit politischen Umbrüchen. Im Zentrum steht ein exil-iranischer Filmemacher, der das Grab seiner Mutter nicht besuchen darf, während im Iran eine neue Generation zwischen Gewalt, Mut und Hoffnung sichtbar wird.
Die Jury würdigt die Verbindung ungewöhnlicher Found-Footage-Bilder mit großer persönlicher und politischer Dringlichkeit und traut dem Projekt eine eigenständige, emotional dichte filmische Form zu.
• 𝐒𝐮𝐬𝐞 𝐈𝐭𝐳𝐞𝐥 – „Zeug:innenschaft“ (AT): In dunklen Räumen, mit projizierten Bildern, sucht Suse Itzel nach einer eigenen Sprache für erlebte sexualisierte Gewalt. In ihrem geplanten Langfilmdebüt arbeitet sie mit Frauen und FLINTA-Personen, die Gewalt überlebt haben, als Kompliz:innen einer filmischen Reise zur Selbstermächtigung.
Die Jury ist sowohl überzeugt von Itzels klarer künstlerischer Handschrift als auch der Notwendigkeit und Bedeutung des Themas.
• 𝐒𝐮𝐬𝐚𝐧𝐧 𝐌𝐚𝐫𝐢𝐚 𝐇𝐞𝐦𝐩𝐞𝐥 – „Friedhofstraße 13“ (AT): Ausgehend von ihrem Arbeitsraum auf einem Wuppertaler Friedhof entwickelt Susann Maria Hempel einen dokumentarischen Essayfilm, der Sozialkritik, persönliche Beobachtung und lyrische Bildsprache verbindet. In der Nachbarschaft von Altenheim und Kindergarten entsteht eine Reflexion über Betreuung, Pflege und Altern.
Die Jury überzeugte insbesondere Hempels ästhetisch eigenständige Handschrift und ihr generationenübergreifender Blick auf das Thema Altern.
Das Stipendium im Bereich künstlerischer Dokumentarfilm für Kinder oder Jugendliche geht an:
• 𝐒𝐚𝐫𝐚𝐡 𝐊𝐫𝐚𝐦𝐞𝐫 – „Neue Stadt“ (AT): Das Projekt widmet sich einem Kölner Stadtteil, der medial häufig einseitig negativ dargestellt wird, und fragt, was passiert, wenn Kinder und Jugendliche selbst auf diese Bilder blicken. In Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Chorweiler werden bestehende Bildarchive neu betrachtet und alternative Erzählungen entwickelt.
Die Jury würdigt besonders den Ansatz, jungen Menschen die Deutungshoheit über ihre eigene Lebensrealität zurückzugeben.
Der Jury für die Stipendienvergabe im Bereich künstlerischer Spiel- oder Dokumentarfilm gehörten an:
• Alex Gerbaulet (Künstlerin, Filmemacherin und Produzentin, Berlin)
• Birgit Schulz (Produzentin und Geschäftsführerin Bildersturm Filmproduktion, Köln)
• Luca Zamperoni (Schauspieler, Schauspieldozent und Filmemacher, Köln)
In der Jury für den künstlerischen Dokumentarfilm für Kinder oder Jugendliche wirkten mit:
• Prof. Alejandro Bachmann (Kunsthochschule für Medien Köln)
• Anne Schultka (Nordische Filmtage, kids regio, Förderverein Deutscher Kinderfilm)
• Çağdaş Eren Yüksel (cocktailfilms GmbH)
Organisiert wird die Vergabe der Förderungen vom Filmbüro NW, in Kooperation mit DOXS RUHR.
Fotos: Angelika Huber
Bei der Berlinale wurden vier Arbeitsstipendien für künstlerische Filmprojekte aus Nordrhein-Westfalen vergeben – gleich drei davon gingen an Kölner Projekte von Hamed Mohammadi, Suse Itzel und Sarah Kramer, die ein Projekt mit Jugendlichen aus Chorweiler plant. Verliehen wurden die Stipendien beim traditionellen Netzwerktreffen des Filmbüro NW.
Von Werner Busch.
Gerade in der Anfangsphase benötigen Filmprojekte der freien Szene kreativen Freiraum. Vier Arbeitsstipendien für den künstlerischen Film hat Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, nun im Rahmen des traditionellen Berlinale-Netzwerktreffens des Filmbüro NW im Haus der Kulturen der Welt übergeben. Mit den Stipendien unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen die frühe Entwicklungsphase künstlerischer Spiel- und Dokumentarfilmprojekte aus der freien Filmszene. Insgesamt gingen erneut 160 Bewerbungen ein – und damit ebenso viele wie im Rekordjahr zuvor.
Kulturministerin Ina Brandes: „Nordrhein-Westfalen steht für eine hochwertige und vielfältige freie Filmszene. Diese Stipendien geben starken Ideen die nötige Starthilfe. Die große Resonanz auf dieses Stipendienprogramm zeigt, wie wichtig eine verlässliche Förderung gerade in der frühen Projektphase ist. Ich bin gespannt auf die Umsetzung dieser Filmprojekte, die uns mit ganz neuen Perspektiven überraschen.“
Die Filmemacher:innen erhalten jeweils ein Stipendium in Höhe von 9.900 Euro. Ziel der Förderung ist es, in der oft prekären Anfangsphase neuer Projekte eine konzentrierte künstlerische Entwicklung zu ermöglichen.
Die Stipendien für den künstlerischen Spiel- oder Dokumentarfilm erhalten:
• 𝐇𝐚𝐦𝐞𝐝 𝐌𝐨𝐡𝐚𝐦𝐦𝐚𝐝𝐢 – „Lay ghor Daykem – Am Grab meiner Mutter“: Ausgehend von Social-Media-Bildern aus dem Iran verbindet Hamed Mohammadi persönliche Trauer mit politischen Umbrüchen. Im Zentrum steht ein exil-iranischer Filmemacher, der das Grab seiner Mutter nicht besuchen darf, während im Iran eine neue Generation zwischen Gewalt, Mut und Hoffnung sichtbar wird.
Die Jury würdigt die Verbindung ungewöhnlicher Found-Footage-Bilder mit großer persönlicher und politischer Dringlichkeit und traut dem Projekt eine eigenständige, emotional dichte filmische Form zu.
• 𝐒𝐮𝐬𝐞 𝐈𝐭𝐳𝐞𝐥 – „Zeug:innenschaft“ (AT): In dunklen Räumen, mit projizierten Bildern, sucht Suse Itzel nach einer eigenen Sprache für erlebte sexualisierte Gewalt. In ihrem geplanten Langfilmdebüt arbeitet sie mit Frauen und FLINTA-Personen, die Gewalt überlebt haben, als Kompliz:innen einer filmischen Reise zur Selbstermächtigung.
Die Jury ist sowohl überzeugt von Itzels klarer künstlerischer Handschrift als auch der Notwendigkeit und Bedeutung des Themas.
• 𝐒𝐮𝐬𝐚𝐧𝐧 𝐌𝐚𝐫𝐢𝐚 𝐇𝐞𝐦𝐩𝐞𝐥 – „Friedhofstraße 13“ (AT): Ausgehend von ihrem Arbeitsraum auf einem Wuppertaler Friedhof entwickelt Susann Maria Hempel einen dokumentarischen Essayfilm, der Sozialkritik, persönliche Beobachtung und lyrische Bildsprache verbindet. In der Nachbarschaft von Altenheim und Kindergarten entsteht eine Reflexion über Betreuung, Pflege und Altern.
Die Jury überzeugte insbesondere Hempels ästhetisch eigenständige Handschrift und ihr generationenübergreifender Blick auf das Thema Altern.
Das Stipendium im Bereich künstlerischer Dokumentarfilm für Kinder oder Jugendliche geht an:
• 𝐒𝐚𝐫𝐚𝐡 𝐊𝐫𝐚𝐦𝐞𝐫 – „Neue Stadt“ (AT): Das Projekt widmet sich einem Kölner Stadtteil, der medial häufig einseitig negativ dargestellt wird, und fragt, was passiert, wenn Kinder und Jugendliche selbst auf diese Bilder blicken. In Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Chorweiler werden bestehende Bildarchive neu betrachtet und alternative Erzählungen entwickelt.
Die Jury würdigt besonders den Ansatz, jungen Menschen die Deutungshoheit über ihre eigene Lebensrealität zurückzugeben.
Der Jury für die Stipendienvergabe im Bereich künstlerischer Spiel- oder Dokumentarfilm gehörten an:
• Alex Gerbaulet (Künstlerin, Filmemacherin und Produzentin, Berlin)
• Birgit Schulz (Produzentin und Geschäftsführerin Bildersturm Filmproduktion, Köln)
• Luca Zamperoni (Schauspieler, Schauspieldozent und Filmemacher, Köln)
In der Jury für den künstlerischen Dokumentarfilm für Kinder oder Jugendliche wirkten mit:
• Prof. Alejandro Bachmann (Kunsthochschule für Medien Köln)
• Anne Schultka (Nordische Filmtage, kids regio, Förderverein Deutscher Kinderfilm)
• Çağdaş Eren Yüksel (cocktailfilms GmbH)
Organisiert wird die Vergabe der Förderungen vom Filmbüro NW, in Kooperation mit DOXS RUHR.
Fotos: Angelika Huber