Vom 12. bis zum 18. August findet zum zweiten Mal die Reihe „5 Days of Summer“ im Filmforum im Museum Ludwig statt. US-amerikanische Slacker, deutsches Coming-of-Age und japanische Animekunst stehen auf dem Spielplan, außerdem die Geburtsstunde des Sommerblockbusters.
Von Nils Bothmann.
Kino und Sommer, das gehört zusammen. Neben Weihnachten ist der Sommer der beliebteste Startzeitpunkt für die ganz großen Events des Kinojahres, man kann Filme auch Open Air genießen, oft Kultfilme und Klassiker in der Wiederaufführung. So auch in der Reihe „5 Days of Summer“ die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet, im Filmforum im Museum Ludwig. Von Mittwoch, den 12. August, bis Sonntag, 16. August, werden an fünf Tagen insgesamt neun Filme gezeigt. Dazu werden coole Drinks, sowie Cocktails und Eis von den Sponsoren Nomoo, Vaihinger und Bitburger gereicht – solange der Vorrat reicht.
Nachdem letztes Jahr unter anderem der Namensgeber (500) Days of Summer (2009) lief, startet die diesjährige Ausgabe mit dem Film, ohne den es den Sommerblockbuster gar nicht geben würde: Der weiße Hai (1975). Der Horrorklassiker um das Treiben eines mörderischen Riesenhais katapultierte den jungen Spielberg nicht nur umgehend in Hollywoods A-Liga, er war auch das Kinoevent, dessen Warteschlangen ganze Häuserblocks lang waren – der Name und das Konzept des Blockbusters waren geboren. Am 12. August um 20:30 Uhr kann man sich davon überzeugen, dass Spielbergs Klassiker mit der packenden Musik von John Williams auch mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Wirkung verloren hat.
Der Sommer spielt auch in anderen US-Filmen aus dem Programm eine Rolle. In Hitchcocks Meisterwerk Das Fenster zum Hof (1954) schwitzt James Stewart als an seine Wohnung gefesselter Fotograph, während er die Nachbarschaft bespitzelt und dabei einen Mord beobachtet (13. August, 19 Uhr). In dem Feelgood-Road-Movie Little Miss Sunshine (2006) unternimmt eine dysfunktionale Familie einen Roadtrip, um der kleinen Tochter den Auftritt bei einer Misswahl zu ermöglichen. Doch nicht nur Abigail Breslin ist in der warmherzigen Dramedy ein Sonnenschein, auch das Setting ist angemessen sommerlich (15. August, 16 Uhr).
Sonne und Beton (Copyright: Constantin Film)
Und dann sind da noch drei Double Features. Das erste befasst sich am Freitag, den 14. August mit deutschem Sommerkino. In Crazy (2000) ist die warme Jahreszeit auch der Punkt, an dem Robert Stadlober als Hauptfigur in der Coming-of-Age-Buchverfilmung wichtige Erfahrung mit Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden macht. Im Anschluss findet noch ein Filmgespräch mit Regisseur Hans-Christian Schmid statt (18 Uhr). Nochmal Coming of Age, nochmal eine Buchverfilmung, aber in einem wesentlichen raueren Milieu: Sonne und Beton (2023). David Wnendt verfilmt Felix Lobrechts Roman um vier Jugendliche aus armem Hause, die sich im Hitzesommer von 2003 in Berlin-Gropiusstadt durchschlagen, nach dem Streit mit einer Dealergruppe dringend Geld brauchen und dafür Kriminelles planen. Einer der meistbeachteten deutschen Filme der jüngeren Vergangenheit (20:30 Uhr).
Am Samstag, den 15. August, folgen auf Little Miss Sunshine zwei sommerliche Filme von Richard Linklater. Den Anfang macht Before Sunrise (1995), der Auftakt seiner renommierten Before-Trilogie, in dem US-Tourist Ethan Hawke und die französische Urlauberin Julie Delpy sich während eines Aufenthalts in Wien im Juni ineinander verlieben (18 Uhr). In den USA spielt dagegen Dazed and Confused (1993). Linklaters grandioser Coming-of-Age-Slacker-Klassiker beschreibt den letzten Schultag an einer texanischen Highschool, an dem die älteren Schüler die jüngeren Freshmen triezen dürfen, aber auch die großen Partys stattfinden. Der Reigen um Flirten, Saufen, Liebe, Drogen usw. versammelt ein wahres Ensemble damaliger Jungstars vor dem großen Durchbruch (unter anderem Ben Affleck, Parker Posey, Milla Jovovich und Reneé Zellweger), mit Matthew McCounaghey als Anfang-Zwanziger-Schmierlappen, der immer noch auf Highschool-Partys auf Mädels aus ist, in einer legendären Rolle (20 Uhr).
Die letzten Glühwürmchen (Copyright: KAZÉ Anime)
Am Sonntag, den 16. August, stehen zwei Animes aus dem berühmten Studio Ghibli auf dem Programm. Den Anfang macht Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (2008) von Studiogründer und Mastermind Hayao Mizayaki. Eine japanische Variante der Geschichte der kleinen Meerjungfrau, in der sich ein Goldfischmädchen mit einem Menschenjungen anfreundet und selbst ein Mensch werden möchte, gleichzeitig aber auch ein kindgerechtes Plädoyer gegen Umweltverschmutzung (14 Uhr). Ungleich stärkerer Tobak ist Isao Takahtas Die letzten Glühwürmchen (1988), der trotz Zeichentrick und FSK-6-Freigabe nur bedingt etwas für die Kleinen ist. Es ist die Geschichte zweier Geschwister, die nach amerikanischen Bombenangriffen in der japanischen Stadt ums Überleben kämpfen. Vergeblich, wie man bereits zu Beginn des Films erfährt. Eine todtraurige, humanistische Geschichte über die Leiden des Krieges (16 Uhr).
Die US-Filme des Programms laufen in Originalfassung mit Untertiteln, die beiden Animes in der deutschen Synchro. Ein Ticket für einen Film kostet 8 Euro, ein Ticket für die gesamte Reihe 18 Euro.
Vom 12. bis zum 18. August findet zum zweiten Mal die Reihe „5 Days of Summer“ im Filmforum im Museum Ludwig statt. US-amerikanische Slacker, deutsches Coming-of-Age und japanische Animekunst stehen auf dem Spielplan, außerdem die Geburtsstunde des Sommerblockbusters.
Von Nils Bothmann.
Kino und Sommer, das gehört zusammen. Neben Weihnachten ist der Sommer der beliebteste Startzeitpunkt für die ganz großen Events des Kinojahres, man kann Filme auch Open Air genießen, oft Kultfilme und Klassiker in der Wiederaufführung. So auch in der Reihe „5 Days of Summer“ die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet, im Filmforum im Museum Ludwig. Von Mittwoch, den 12. August, bis Sonntag, 16. August, werden an fünf Tagen insgesamt neun Filme gezeigt. Dazu werden coole Drinks, sowie Cocktails und Eis von den Sponsoren Nomoo, Vaihinger und Bitburger gereicht – solange der Vorrat reicht.
Nachdem letztes Jahr unter anderem der Namensgeber (500) Days of Summer (2009) lief, startet die diesjährige Ausgabe mit dem Film, ohne den es den Sommerblockbuster gar nicht geben würde: Der weiße Hai (1975). Der Horrorklassiker um das Treiben eines mörderischen Riesenhais katapultierte den jungen Spielberg nicht nur umgehend in Hollywoods A-Liga, er war auch das Kinoevent, dessen Warteschlangen ganze Häuserblocks lang waren – der Name und das Konzept des Blockbusters waren geboren. Am 12. August um 20:30 Uhr kann man sich davon überzeugen, dass Spielbergs Klassiker mit der packenden Musik von John Williams auch mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Wirkung verloren hat.
Der Sommer spielt auch in anderen US-Filmen aus dem Programm eine Rolle. In Hitchcocks Meisterwerk Das Fenster zum Hof (1954) schwitzt James Stewart als an seine Wohnung gefesselter Fotograph, während er die Nachbarschaft bespitzelt und dabei einen Mord beobachtet (13. August, 19 Uhr). In dem Feelgood-Road-Movie Little Miss Sunshine (2006) unternimmt eine dysfunktionale Familie einen Roadtrip, um der kleinen Tochter den Auftritt bei einer Misswahl zu ermöglichen. Doch nicht nur Abigail Breslin ist in der warmherzigen Dramedy ein Sonnenschein, auch das Setting ist angemessen sommerlich (15. August, 16 Uhr).
Und dann sind da noch drei Double Features. Das erste befasst sich am Freitag, den 14. August mit deutschem Sommerkino. In Crazy (2000) ist die warme Jahreszeit auch der Punkt, an dem Robert Stadlober als Hauptfigur in der Coming-of-Age-Buchverfilmung wichtige Erfahrung mit Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden macht. Im Anschluss findet noch ein Filmgespräch mit Regisseur Hans-Christian Schmid statt (18 Uhr). Nochmal Coming of Age, nochmal eine Buchverfilmung, aber in einem wesentlichen raueren Milieu: Sonne und Beton (2023). David Wnendt verfilmt Felix Lobrechts Roman um vier Jugendliche aus armem Hause, die sich im Hitzesommer von 2003 in Berlin-Gropiusstadt durchschlagen, nach dem Streit mit einer Dealergruppe dringend Geld brauchen und dafür Kriminelles planen. Einer der meistbeachteten deutschen Filme der jüngeren Vergangenheit (20:30 Uhr).
Am Samstag, den 15. August, folgen auf Little Miss Sunshine zwei sommerliche Filme von Richard Linklater. Den Anfang macht Before Sunrise (1995), der Auftakt seiner renommierten Before-Trilogie, in dem US-Tourist Ethan Hawke und die französische Urlauberin Julie Delpy sich während eines Aufenthalts in Wien im Juni ineinander verlieben (18 Uhr). In den USA spielt dagegen Dazed and Confused (1993). Linklaters grandioser Coming-of-Age-Slacker-Klassiker beschreibt den letzten Schultag an einer texanischen Highschool, an dem die älteren Schüler die jüngeren Freshmen triezen dürfen, aber auch die großen Partys stattfinden. Der Reigen um Flirten, Saufen, Liebe, Drogen usw. versammelt ein wahres Ensemble damaliger Jungstars vor dem großen Durchbruch (unter anderem Ben Affleck, Parker Posey, Milla Jovovich und Reneé Zellweger), mit Matthew McCounaghey als Anfang-Zwanziger-Schmierlappen, der immer noch auf Highschool-Partys auf Mädels aus ist, in einer legendären Rolle (20 Uhr).
Am Sonntag, den 16. August, stehen zwei Animes aus dem berühmten Studio Ghibli auf dem Programm. Den Anfang macht Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (2008) von Studiogründer und Mastermind Hayao Mizayaki. Eine japanische Variante der Geschichte der kleinen Meerjungfrau, in der sich ein Goldfischmädchen mit einem Menschenjungen anfreundet und selbst ein Mensch werden möchte, gleichzeitig aber auch ein kindgerechtes Plädoyer gegen Umweltverschmutzung (14 Uhr). Ungleich stärkerer Tobak ist Isao Takahtas Die letzten Glühwürmchen (1988), der trotz Zeichentrick und FSK-6-Freigabe nur bedingt etwas für die Kleinen ist. Es ist die Geschichte zweier Geschwister, die nach amerikanischen Bombenangriffen in der japanischen Stadt ums Überleben kämpfen. Vergeblich, wie man bereits zu Beginn des Films erfährt. Eine todtraurige, humanistische Geschichte über die Leiden des Krieges (16 Uhr).
Die US-Filme des Programms laufen in Originalfassung mit Untertiteln, die beiden Animes in der deutschen Synchro. Ein Ticket für einen Film kostet 8 Euro, ein Ticket für die gesamte Reihe 18 Euro.
Titelbild: Der weiße Hai (Copyright: Universal)