Wie entsteht ein Film – und warum wirkt er genau so, wie er wirkt? Beim DOKFENSTER 2026 im Filmhaus Köln schauen Schulklassen aktuelle dokumentarische, animierte und experimentelle Kurzfilme und sprechen danach mit Filmemacherinnen über Machart, Entscheidungen und Themen.
Von Werner Busch.
Kino ist mehr als Vorführung: Für die Dauer eines Films entsteht ein Publikum – doch was jede und jeder dabei wahrnimmt, bleibt oft unausgesprochen. Genau hier setzt das DOKFENSTER an: Schulklassen sehen Filme und begegnen anschließend den Menschen, die sie gemacht haben. In moderierten Gesprächen wird nicht „abgefragt“, sondern gemeinsam erkundet: Welche Perspektive nimmt der Film ein? Was zeigt er – und was lässt er weg? Welche filmischen Mittel erzeugen Tempo, Nähe, Distanz, Humor oder Unbehagen?
Das DOKFENSTER findet vom 16. bis 20. März 2026 im Filmhaus Köln statt – zum 11. Mal, mit vier altersgestaffelten Programmen. Präsentiert werden sie von Selin Besili, Lenia Friedrich, Leah Meinhof und Paula Milena Weise, die jeweils ihren eigenen Film mitbringen und ihn mit einer Auswahl weiterer aktueller Kurzfilme kombinieren. Das Spektrum reicht von Dokumentarischem über Animation bis zu experimentellen Formen – ein bewusster Mix, der zeigt, wie unterschiedlich Wirklichkeit im Film gestaltet werden kann.
Neugierig macht schon das Auftaktprogramm für die Klassen 7 bis 13: Mit „IT’S A DATE“ rast die Kamera durch das Kiew des Jahres 2022 – eine Referenz auf Filmgeschichte, aber zugleich ein Gegenwartsbild im Ausnahmezustand. Danach führt die Route auf eine Skaterbahn in Kirgisistan („YNTYMAK PARK“), auf einen Fußballplatz in Bonn („B-Girls. ISC AlHilal Bonn“) und in ein ironisch-strenges Stil-Tutorial („OBEY, OBEY“). Themen wie Körper, Geschlecht und Widerstand ergeben sich hier nicht als „Lehrstoff“, sondern aus konkreten Bildern, Situationen und Rhythmen.
Auch die weiteren Programme setzen auf starke Kontraste: Für die Klassen 9 bis 13 steht u. a. „UNSER NAME IST AUSLÄNDER“ auf dem Plan, ein Film über Familiengeschichte im öffentlichen Raum – geprägt von Wut, Fremdbestimmung, Angst und Resilienz. Dazu kommt mit „THEIR EYES“ ein Blick auf Clickworker:innen im Globalen Süden, die Bilder markieren, damit KI „sehen“ lernt – ein Film über Arbeit, Machtverhältnisse und Strategien, sich Systemen zu entziehen.
Die Programme für jüngere Klassen arbeiten ebenso präzise – nur anders: Ein Film wie „SEHT IHR MICH?“ beobachtet das Leben in einer Familie, in der Pflege, Verantwortung und das Ringen um Aufmerksamkeit den Alltag strukturieren; „SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS“ eröffnet ein Gespräch über Erinnern, Vergessen und das Älterwerden. Dazwischen stehen Filme wie „BACKFLIP“ oder „FROM PLAY TO PLAY“, die Lernen, Üben und Spielen als energiegeladene Bewegung ins Bild setzen – und ganz nebenbei zeigen, wie Animation dokumentarische Fragen stellen kann.
Praktisch für Schulen: Jedes Programm läuft zweimal (9 Uhr und 11 Uhr), der Kostenbeitrag liegt bei 3 Euro pro Person, und das Filmhaus ist laut Veranstalter barrierefrei zugänglich. Zusätzlich sind ein DOKFENSTER plus (u. a. mit Gebärdensprachdolmetscher:innen) sowie Online-Programme in Planung; außerdem soll es erneut ein Gastspiel im ZOOM Kino Brühl geben.
Wer selbst Filmgespräche führt – oder es künftig möchte – kann sich zudem den Workshop „Annäherungen: Mit Kindern und Jugendlichen über Dokumentarfilme sprechen“ vormerken: am 4. März 2026 im Filmhaus Köln, mit Fokus auf Haltung, Gesprächsführung und diskriminierungssensible Räume.
Jetzt anmelden: Schulklassen können sich über das Anmeldeformular der dfi registrieren oder mit den erforderlichen Angaben (Programm, Uhrzeit, Schule, Klassenstufe, Anzahl der Schüler*innen und Begleitpersonen) per Mail an parzich@dokumentarfilminitiative.de. Und: Bitte weitersagen – an Kolleg:innen, Film-AGs und alle, die Kino als lebendigen Lern- und Gesprächsraum nutzen wollen.
Foto: Szenenbild aus „SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS“
Wie entsteht ein Film – und warum wirkt er genau so, wie er wirkt? Beim DOKFENSTER 2026 im Filmhaus Köln schauen Schulklassen aktuelle dokumentarische, animierte und experimentelle Kurzfilme und sprechen danach mit Filmemacherinnen über Machart, Entscheidungen und Themen.
Von Werner Busch.
Kino ist mehr als Vorführung: Für die Dauer eines Films entsteht ein Publikum – doch was jede und jeder dabei wahrnimmt, bleibt oft unausgesprochen. Genau hier setzt das DOKFENSTER an: Schulklassen sehen Filme und begegnen anschließend den Menschen, die sie gemacht haben. In moderierten Gesprächen wird nicht „abgefragt“, sondern gemeinsam erkundet: Welche Perspektive nimmt der Film ein? Was zeigt er – und was lässt er weg? Welche filmischen Mittel erzeugen Tempo, Nähe, Distanz, Humor oder Unbehagen?
Das DOKFENSTER findet vom 16. bis 20. März 2026 im Filmhaus Köln statt – zum 11. Mal, mit vier altersgestaffelten Programmen. Präsentiert werden sie von Selin Besili, Lenia Friedrich, Leah Meinhof und Paula Milena Weise, die jeweils ihren eigenen Film mitbringen und ihn mit einer Auswahl weiterer aktueller Kurzfilme kombinieren. Das Spektrum reicht von Dokumentarischem über Animation bis zu experimentellen Formen – ein bewusster Mix, der zeigt, wie unterschiedlich Wirklichkeit im Film gestaltet werden kann.
Neugierig macht schon das Auftaktprogramm für die Klassen 7 bis 13: Mit „IT’S A DATE“ rast die Kamera durch das Kiew des Jahres 2022 – eine Referenz auf Filmgeschichte, aber zugleich ein Gegenwartsbild im Ausnahmezustand. Danach führt die Route auf eine Skaterbahn in Kirgisistan („YNTYMAK PARK“), auf einen Fußballplatz in Bonn („B-Girls. ISC AlHilal Bonn“) und in ein ironisch-strenges Stil-Tutorial („OBEY, OBEY“). Themen wie Körper, Geschlecht und Widerstand ergeben sich hier nicht als „Lehrstoff“, sondern aus konkreten Bildern, Situationen und Rhythmen.
Auch die weiteren Programme setzen auf starke Kontraste: Für die Klassen 9 bis 13 steht u. a. „UNSER NAME IST AUSLÄNDER“ auf dem Plan, ein Film über Familiengeschichte im öffentlichen Raum – geprägt von Wut, Fremdbestimmung, Angst und Resilienz. Dazu kommt mit „THEIR EYES“ ein Blick auf Clickworker:innen im Globalen Süden, die Bilder markieren, damit KI „sehen“ lernt – ein Film über Arbeit, Machtverhältnisse und Strategien, sich Systemen zu entziehen.
Die Programme für jüngere Klassen arbeiten ebenso präzise – nur anders: Ein Film wie „SEHT IHR MICH?“ beobachtet das Leben in einer Familie, in der Pflege, Verantwortung und das Ringen um Aufmerksamkeit den Alltag strukturieren; „SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS“ eröffnet ein Gespräch über Erinnern, Vergessen und das Älterwerden. Dazwischen stehen Filme wie „BACKFLIP“ oder „FROM PLAY TO PLAY“, die Lernen, Üben und Spielen als energiegeladene Bewegung ins Bild setzen – und ganz nebenbei zeigen, wie Animation dokumentarische Fragen stellen kann.
Praktisch für Schulen: Jedes Programm läuft zweimal (9 Uhr und 11 Uhr), der Kostenbeitrag liegt bei 3 Euro pro Person, und das Filmhaus ist laut Veranstalter barrierefrei zugänglich. Zusätzlich sind ein DOKFENSTER plus (u. a. mit Gebärdensprachdolmetscher:innen) sowie Online-Programme in Planung; außerdem soll es erneut ein Gastspiel im ZOOM Kino Brühl geben.
Wer selbst Filmgespräche führt – oder es künftig möchte – kann sich zudem den Workshop „Annäherungen: Mit Kindern und Jugendlichen über Dokumentarfilme sprechen“ vormerken: am 4. März 2026 im Filmhaus Köln, mit Fokus auf Haltung, Gesprächsführung und diskriminierungssensible Räume.
Jetzt anmelden: Schulklassen können sich über das Anmeldeformular der dfi registrieren oder mit den erforderlichen Angaben (Programm, Uhrzeit, Schule, Klassenstufe, Anzahl der Schüler*innen und Begleitpersonen) per Mail an parzich@dokumentarfilminitiative.de. Und: Bitte weitersagen – an Kolleg:innen, Film-AGs und alle, die Kino als lebendigen Lern- und Gesprächsraum nutzen wollen.
Foto: Szenenbild aus „SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS“