Die Kölner Kino Nächte machen die Stadt zu einem großen Filmfestival. Vom 28. bis 31. Mai 2026 stehen an vier Tagen 50 Filme in 17 Spielorten zur Auswahl, getragen von Kinos, Festivals, Initiativen, Verleihern, Kultureinrichtungen und Hochschulen.
Von Werner Busch
Die 18. Kölner Kino Nächte laufen vom 28. bis 31. Mai 2026 – und sie funktionieren nach einem Prinzip, das man viel zu selten sieht: die Filmstadt kuratiert sich selbst. Kinos, Filminitiativen, Filmfestivals, Verleiher, Kultureinrichtungen und Hochschulen stecken ihre Köpfe zusammen, und heraus kommt ein gemeinsames Programm aus Previews und Premieren mit Gästen, Filmklassikern, Reihen und Kurzfilmblöcken. An vier Abenden (und Tagen) kann man die große Bandbreite von Kölns Filmlandschaft kennenlernen.
Und das vielleicht schönste an der ganzen Sache: Mit einem Ticket kann man alle Filme besuchen – 50 Filme an 17 Orten an vier Tagen für 22 Euro (inkl. VVK-Gebühr) über rausgegangen.de. Das senkt die Hemmschwelle, auch mal spontan den Ort zu wechseln oder etwas zu probieren, das man sonst vielleicht nicht auf dem Schirm hätte. So kann man sich durch die Stadt und durch das Programm treiben lassen.
Es gibt also viel zu entdecken. Ein paar ganz persönliche Tipps wollen wir euch aber nicht vorenthalten:
Filmszene-Tipps:
Premiere: Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war
Am Donnerstag, 28. Mai, um 19:30 Uhr im Weisshaus Kino läuft Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war, präsentiert von Kino Gesellschaft Köln & Weltkino. In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin
Local Legends
Am Freitag, 29. Mai, um 18:00 Uhr in den Lichtspielen Kalk: Local Legends, präsentiert vom Cologne Film Club. LOCAL LEGENDS ist ein inszenierter Dokumentarfilm von und mit Matt Farley. Seit über 20 Jahren dreht er einzigartige Filme, die er über das Motern Media Label veröffentlicht. Jeder Film ist selbst finanziert, es gibt kein Promo Budget und der Cast und die Crew setzen sich aus Familie und Freund*innen zusammen.
Female Please
Ebenfalls am Freitag, 29. Mai, um 19:00 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig: Female Pleasure, präsentiert von ifs Internationale Filmschule Köln, Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst und IFFF – Internationales Frauen Film Fest. Jede einzelne Frau auf dieser Welt hat ein Recht auf ihre Lust, ihre körperliche Selbstbestimmung, ihr sexuelles Begehren. Was tun, wenn das Patriarchat dieses Recht verhindert? »Female Pleasure« bringt fünf internationale Persönlichkeiten zusammen, die sich aus extrem geschlossenen Gesellschaften befreit haben und nun Kraft ihres Mutes und ihrer Kreativität ein Bewusstsein für eine freie weibliche Sexualität schaffen wollen.
Can – Free Concert
Am Samstag, 30. Mai, wird es um 22:00 Uhr gleich doppelt spannend, weil zwei sehr unterschiedliche Spätabende parallel laufen. Im Kino 813 in der BRÜCKE zeigt Köln im Film CAN. Allein der Umstand, dass Köln im Film hier präsentiert, deutet an: Das wird kein „läuft halt“, sondern ein bewusst gesetzter Filmabend – möglicherweise für Leute, die gern entdecken, die gern in Atmosphären kippen und die keine Angst davor haben, dass ein Film auch mal sperrig oder eigen ist.
Die fabelhafte Welt der Amélie
Zur gleichen Zeit um 22:00 Uhr im Cinenova Open-Air: Die fabelhafte Welt der Amélie, präsentiert vom Cinenova. Das ist der Crowd-Pleaser mit Sinn fürs Schöne: Ein Film, der Open-Air einfach funktioniert – warm, verspielt, ein bisschen melancholisch, und sehr gut darin, aus einem Kinobesuch einen Sommerabend zu machen. Wer mit Freund*innen losziehen will, ohne lange zu erklären, warum genau dieser Film, hat hier die eleganteste Option.
Abschied von Gestern
Und am Sonntag, 31. Mai, um 17:00 Uhr im Filmhaus Kino: Abschied von Gestern, präsentiert von Rapid Eye Movies. Zum Abschluss ein Klassiker, der nicht als „Pflicht“ daherkommt, sondern als Gelegenheit: Noch einmal auf großer Leinwand sehen, wie ein Film Geschichte schreibt – und gleichzeitig ganz gegenwärtig bleibt. So ein Slot am Sonntagnachmittag ist auch dramaturgisch klug: nicht der lärmende Abschluss, sondern ein Ausklang mit Gewicht.
So unterschiedlich diese Tipps sind, so deutlich zeigen sie, worum es bei den Kölner Kino Nächten eigentlich geht: Premiere neben Klassiker, deutschsprachiger Blick neben internationalem Kino, große Gefühle neben radikaleren Formen – und dazu eine Gastgeberlandschaft, die in Köln selten so sichtbar zusammenkommt. Wer Kino gern als Stadtspaziergang betreibt, hat hier vier Tage lang einen ziemlich guten Grund, es ernst zu nehmen.
Die Kölner Kino Nächte machen die Stadt zu einem großen Filmfestival. Vom 28. bis 31. Mai 2026 stehen an vier Tagen 50 Filme in 17 Spielorten zur Auswahl, getragen von Kinos, Festivals, Initiativen, Verleihern, Kultureinrichtungen und Hochschulen.
Von Werner Busch
Die 18. Kölner Kino Nächte laufen vom 28. bis 31. Mai 2026 – und sie funktionieren nach einem Prinzip, das man viel zu selten sieht: die Filmstadt kuratiert sich selbst. Kinos, Filminitiativen, Filmfestivals, Verleiher, Kultureinrichtungen und Hochschulen stecken ihre Köpfe zusammen, und heraus kommt ein gemeinsames Programm aus Previews und Premieren mit Gästen, Filmklassikern, Reihen und Kurzfilmblöcken. An vier Abenden (und Tagen) kann man die große Bandbreite von Kölns Filmlandschaft kennenlernen.
Und das vielleicht schönste an der ganzen Sache: Mit einem Ticket kann man alle Filme besuchen – 50 Filme an 17 Orten an vier Tagen für 22 Euro (inkl. VVK-Gebühr) über rausgegangen.de. Das senkt die Hemmschwelle, auch mal spontan den Ort zu wechseln oder etwas zu probieren, das man sonst vielleicht nicht auf dem Schirm hätte. So kann man sich durch die Stadt und durch das Programm treiben lassen.
Es gibt also viel zu entdecken. Ein paar ganz persönliche Tipps wollen wir euch aber nicht vorenthalten:
Filmszene-Tipps:
Premiere: Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war
Am Donnerstag, 28. Mai, um 19:30 Uhr im Weisshaus Kino läuft Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war, präsentiert von Kino Gesellschaft Köln & Weltkino. In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin
Local Legends
Am Freitag, 29. Mai, um 18:00 Uhr in den Lichtspielen Kalk: Local Legends, präsentiert vom Cologne Film Club. LOCAL LEGENDS ist ein inszenierter Dokumentarfilm von und mit Matt Farley. Seit über 20 Jahren dreht er einzigartige Filme, die er über das Motern Media Label veröffentlicht. Jeder Film ist selbst finanziert, es gibt kein Promo Budget und der Cast und die Crew setzen sich aus Familie und Freund*innen zusammen.
Female Please
Ebenfalls am Freitag, 29. Mai, um 19:00 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig: Female Pleasure, präsentiert von ifs Internationale Filmschule Köln, Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst und IFFF – Internationales Frauen Film Fest. Jede einzelne Frau auf dieser Welt hat ein Recht auf ihre Lust, ihre körperliche Selbstbestimmung, ihr sexuelles Begehren. Was tun, wenn das Patriarchat dieses Recht verhindert? »Female Pleasure« bringt fünf internationale Persönlichkeiten zusammen, die sich aus extrem geschlossenen Gesellschaften befreit haben und nun Kraft ihres Mutes und ihrer Kreativität ein Bewusstsein für eine freie weibliche Sexualität schaffen wollen.
Can – Free Concert
Am Samstag, 30. Mai, wird es um 22:00 Uhr gleich doppelt spannend, weil zwei sehr unterschiedliche Spätabende parallel laufen. Im Kino 813 in der BRÜCKE zeigt Köln im Film CAN. Allein der Umstand, dass Köln im Film hier präsentiert, deutet an: Das wird kein „läuft halt“, sondern ein bewusst gesetzter Filmabend – möglicherweise für Leute, die gern entdecken, die gern in Atmosphären kippen und die keine Angst davor haben, dass ein Film auch mal sperrig oder eigen ist.
Die fabelhafte Welt der Amélie
Zur gleichen Zeit um 22:00 Uhr im Cinenova Open-Air: Die fabelhafte Welt der Amélie, präsentiert vom Cinenova. Das ist der Crowd-Pleaser mit Sinn fürs Schöne: Ein Film, der Open-Air einfach funktioniert – warm, verspielt, ein bisschen melancholisch, und sehr gut darin, aus einem Kinobesuch einen Sommerabend zu machen. Wer mit Freund*innen losziehen will, ohne lange zu erklären, warum genau dieser Film, hat hier die eleganteste Option.
Abschied von Gestern
Und am Sonntag, 31. Mai, um 17:00 Uhr im Filmhaus Kino: Abschied von Gestern, präsentiert von Rapid Eye Movies. Zum Abschluss ein Klassiker, der nicht als „Pflicht“ daherkommt, sondern als Gelegenheit: Noch einmal auf großer Leinwand sehen, wie ein Film Geschichte schreibt – und gleichzeitig ganz gegenwärtig bleibt. So ein Slot am Sonntagnachmittag ist auch dramaturgisch klug: nicht der lärmende Abschluss, sondern ein Ausklang mit Gewicht.
So unterschiedlich diese Tipps sind, so deutlich zeigen sie, worum es bei den Kölner Kino Nächten eigentlich geht: Premiere neben Klassiker, deutschsprachiger Blick neben internationalem Kino, große Gefühle neben radikaleren Formen – und dazu eine Gastgeberlandschaft, die in Köln selten so sichtbar zusammenkommt. Wer Kino gern als Stadtspaziergang betreibt, hat hier vier Tage lang einen ziemlich guten Grund, es ernst zu nehmen.