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Das Programm des 35. Internationalen Frauenfilmfestivals

Nach „Stranger than Fiction“ hat nun mit dem 35. Internationalen Frauenfilmfestival das zweite große Festivalevent in Köln begonnen, welches längst zu den größten und bedeutendsten Frauenfilmfestivals weltweit gehört. Bis zum 29. April sind rund 100 Filme in der Domstadt und Dortmund zu sehen, bei denen das Filmschaffen von Frauen im Vordergrund steht.

Der Länderfokus blickt in diesem Jahr nicht über die Landesgrenze, sondern mit „Fokus: Über Deutschland“ in sie hinein. Identität und Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Empowerment sind die erklärten Schlüsselbegriffe des Programms, in dem insbesondere Entwicklungslinien und Strukturen von Diskriminierungen in der deutschen Gesellschaft aufgezeigt werden sollen, aber auch gelungene politische Interventionen. So zeigt Marie Wilkes zweiter Dokumentarfilm „Aggregat“ präzise montierte Szenen aus dem ganz aktuellen politischen und medialen Alltag Deutschlands: SPD-Abgeordnete üben in einem Workshop den Umgang mit rechtspopulistischen Thesen, während bei Pegida-Kundgebungen rassistische Hetze in der Öffentlichkeit praktiziert wird. Die Medien berichten. Im Infomobil des Bundestags beklagt ein Bürger fehlende Volksnähe.

Ebenso wichtig wie die Filme ist auch die Diskussion, zu der das Festival sehr viel Raum bietet, auch unabhängig von Filmvorführungen. So kommen Publikum und Filmemacherinnen etwa bei den Diskussionsveranstaltungen „Diversity Standards“, „Gendergerechtigkeit im Film“ und „Some Like it Equal“ miteinander in einen Dialog, zu dem nicht nur die weiter anhaltende #metoo-Debatte wichtige Impulse medienwirksam geliefert hat.

Aktuelle und historische Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme sind Teil des queer-feministischen Programms „begehrt! – filmlust queer“. Darunter etwa Daisy Asquiths Dokumentarfilm „Queerama“, für den die britische Filmemacherin in den Archiven des British Film Archive nach „queeren“ Szenen und Figuren suchte und zu einem faszinierenden Panoptikum der Zeitgeschichte montierte.

Für Silke Räbinger, die seit 25 Jahren das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund / Köln leitet, wird es die letzte sein. Mit ihr werden wir in Kürze in einem Interview-Gespräch ein Resümee dieser Festival-Ausgabe und der Entwicklung der letzten Dekaden im „Frauen-im-Film-Komplex“ ziehen.

Ein Überblick über die Filmreihen des Frauenfilmfestivals und die begleitenden Veranstaltungen findet sich auf www.frauenfilmfestival.eu

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