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Kölner Produktionen auf der Berlinale

Kölner Produktionen auf der Berlinale

Es ist wieder soweit: die 68. Berliner Filmfestspiele öffnen vom 15.-25.2. für über 1.000 Vorführungen die Kinotüren für zahlreiche Produktionen aus aller Welt. Ein nicht geringer Teil davon wurde von Kölner Firmen (co-)produziert. Auch diese Filme zeugen von großer Vielfalt was Genres und Drehorte angeht:
Im Internationalen Wettbewerb gibt es etwa erstmals einen Film aus Paraguay zu sehen: Las herederas von Marcelo Martinessi, co-produziert von der Kölner Firma Pandora Film, verbindet auf subtile Weise die Charakterstudie einer Frau, die nach Jahren ausbricht und ihren eigenen Weg geht, mit einer eindringlichen politischen Allegorie der Situation des Landes.
Figlia mia von Laura Bispuri wiederum führt uns in ein abgelegenes sardisches Dorf. Der u.a. von der Kölner Match Factory produzierte, zweite Film der Regisseurin handelt von der zehnjährigen Vittoria, die sich mit verschiedenen Vorbildern konfrontiert sieht und diese zu hinterfragen beginnt.

Auch in der Sektion „Panorama“ setzen Kölner Co-Produktionen vielfältige Akzente: Der Dokumentarfilm Game Girls von Alina Skrzeszewska (Blinker Filmproduktion) porträtiert afroamerikanische Frauen, die in einem Workshop ihre Erinnerungen und Traumata verarbeiten, um Kraft für den Kampf um ein eigenes Zuhause zu finden.
Shut Up and Play the Piano ist das Regiedebüt des derzeit in Köln lebenden Regisseurs Philipp Jedicke. Das Porträt des eklektischen kanadischen Musikers Chilly Gonzales, der zeitweilig in Köln lebt, wurde von der Kölner Firma Rapid Eye Movies produziert.

Cobain heißt der neue Spielfilm der renommierten niederländischen Regisseurin Nanouk Leopold. Die Co-Produktion der Kölner Firma Coin Film handelt von den Sorgen des jugendlichen Protagonisten Cobain um seine drogensüchtige Mutter und wird in der Sektion „Generation 14plus“ präsentiert.

Wie Christoph Friedel von Pandora, ist auch Ingmar Trost von Sutor Kolonko häufiger in Lateinamerika unterwegs, diesmal als Co-Produzent des argentinischen Debütspielfilms La Cama von Mónica Lairana in der Sektion „Forum“. Ein Kammerspiel um die Trennung eines Paares nach Jahrzehnten gemeinsamer Ehe.

Der Dokumentarfilm draußen von Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht feiert seine Weltpremiere in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ und ist in vielfacher Hinsicht ein „Köln-Film“: beide Regisseurinnen sind Absolventinnen der Kunsthochschule für Medien (KHM), ausführender Produzent ist Titus Kreyenberg der Kölner Firma unafilm und auch die verantwortliche Redakteurin Sabine Rollberg (WDR / Arte) lebt in Köln. draußen porträtiert vier Obdachlose, die in Köln auf der Straße leben. Ausgehend von persönlichen Gegenständen, die aufgeladen sind mit Erinnerungen und Emotionen, öffnet der Film das Tor zu einer Welt, die sonst verschlossen bleibt. Der Film regt nicht nur zu einem Perspektivwechsel an, sondern zeigt vier Obdachlose, die sich ihren Stolz und ihre Würde erhalten haben.

Von der KHM stammt auch Tilman Singer, der mit Luz seinen Diplomfilm in der „Perspektive“ präsentiert. Sein erster abendfüllender Spielfilm ist eine Horror-Lovestory. Der Thriller um die junge Taxifahrerin Luz und die von einem dämonischen Wesen besessene Nora spielt mit der Sinneswahrnehmung der Zuschauer.

Da sollte doch für jede(n) etwas dabei sein!
Auf nach Berlin!

Sonja Hofmann

(Foto: „draußen“ von Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht)

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