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ifs-Reihe #standwithukraine: Auftakt zum Benefizkino mit Mariupolis am 5. Mai

Mariupolis (2016) lief in seinem Erscheinungsjahr nicht nur auf der Berlinale, sondern gewann auch die Auszeichnung für die beste Dokumentation bei den litauischen Filmpreisen, Regisseur Mantas Kvedaravičius den Preis für die beste Regie beim Internationalen Filmfestival von Vilnius. Doch es waren weder seine Ehrungen noch seine immer noch geltende Aktualität, die den Film jüngst wieder ins kollektive Gedächtnis brachten, sondern eine Schreckensnachricht. Mantas Kvedaravičius hatte eigentlich an einem Spielfilm in Uganda gearbeitet, als er von der russischen Invasion der Ukraine hörte. Er unterbrach den Spielfilmdreh und reiste ins umkämpfte Mariupol, um das Geschehen zu dokumentieren. Am 2. April wurde er von russischen Soldaten gefangengenommen und hingerichtet.

Schon in Mariupolis hatte der Filmemacher, der einen Doktor in Anthropologie besaß, sich Kriegshandlungen auf ukrainischem Staatsgebiet gewidmet. Bereits 2014, nach der Annexion der Krim, wurde Mariupol belagert, als russischen Truppen und prorussische Separatisten die Ostukraine besetzten. Mariupolis zeigt auf eingängige Weise, wie die Zivilbevölkerung ihrem Alltag nachgeht, während ein Krieg tobt und die Stadt belagert wird: Fischer gehen zur Arbeit, nach einem Straßenbahnunfall müssen Schäden behoben werden, eine Theatergruppe probt ein Stück, das bald Premiere feiern soll usw. Kvedaravičius hatte gehofft, mit seiner neuen Arbeit ein Folgestück zu Mariupolis schaffen zu können. Er wurde nur 45 Jahre alt, hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

MARIUPOLIS: Twenty Twenty Vision

Am Donnerstag, den 5. Mai, zeigt die ifs internationale filmschule köln die Dokumentation im Rahmen einer Benefiz-Veranstaltung in Kooperation mit Blau-Gelbes Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein e.V. um 19 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig. Es wird um eine Eintrittsspende von mindestens acht Euro gebeten. Die Veranstaltung ist gleichzeitig Auftakt einer neuen Reihe von ifs-Begegnungen mit dem Titel #standwithukraine. Wie der Name es bereits vermuten lässt, werden dort Filme gezeigt, die einen Bezug zum Krieg in der Ukraine haben.

Zum Screening am 5. Mai gehört außerdem ein Filmgespräch in englischer Sprache. Zu Gast ist die ukrainische Autorin und Produzentin Anna Palenchuk, welche Koproduzentin von Mariupolis ist und den Dreh vor Ort begleitete. Nach ihrem Abschluss an der New York Film Academy produzierte sie den ersten offiziellen ukrainischen Koproduktionsfilm Eastalgia (2012). Sie ist Gründerin der ukrainischen Filmproduktion 435 Films für Spiel- und Dokumentarfilme. Das Filmgespräch wird moderiert von Prof. Michael Möller, Journalist, Autor, Regisseur und Professor für Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Mehr zu der Veranstaltung gibt es auf der Homepage der ifs, mehr zum Film auf der Homepage von Twenty Twenty Vision.

Nils Bothmann

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