Brasiliens Kino ist ein riesiges, hierzulande lange unterschรคtztes Universum โ politisch aufgeladen, formal wagemutig, popkulturell durchlรคssig. Der Filmclub 813 holt mit ๐ ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐จ ๐๐ซ๐๐ฌ๐ข๐ฅ neun rare Kopien (Schwerpunkt ๐๐๐ฆ๐ฆ) ins Kino 813 und macht daraus eine Einladung zum Staunen, Entdecken und Diskutieren.
Von Werner Busch.
Brasilien blickt auf eine schier unergrรผndlich reichhaltige Filmgeschichte zurรผck โ und genau dieser รberfluss ist das Versprechen der Reihe ๐ ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐จ ๐๐ซ๐๐ฌ๐ข๐ฅ im Filmclub 813. Wรคhrend das รคsthetisch-politisch konfrontative ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐จ๐ฏ๐จ in den 1960ern international Furore machte, wucherten parallel Strรถmungen, die hier oft kaum sichtbar waren: musikalische ๐๐ก๐๐ง๐๐ก๐๐๐๐ฌ der 50er, erotisch-subversive ๐๐จ๐ซ๐ง๐จ๐๐ก๐๐ง๐๐ก๐๐๐๐ฌ der 70er oder das radikal โschmutzigeโ ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐๐ซ๐ ๐ข๐ง๐๐ฅ. In Wechselwirkung mit Literatur und Musik โ Stichworte ๐๐จ๐๐๐ซ๐ง๐ข๐ฌ๐ฆ๐จ und ๐๐ซ๐จ๐ฉ๐ข๐๐๐ฅ๐ข๐ฌ๐ฆ๐จ โ entwickelte sich ein Kino, das Einflรผsse โaus aller Weltโ verschlingt, um daraus etwas Eigenes, Freies zu formen.
Dass dieses filmische Fรผllhorn in deutschen Kinos des 20. Jahrhunderts โkaum sichtbarโ war, merkt man bis heute: Kopien sind rar, und genau darum ist diese Zusammenstellung so reizvoll. Der Filmclub 813 konnte fรผr Mรคrz und April 2026 neun Kopien zusammentragen, die รผber fรผnf Jahrzehnte reichen โ mit einem Schwerpunkt auf Filmen, die sich indirekt oder explizit mit der Militรคrdiktatur von 1964 bis 1985 auseinandersetzen. Und: Das Ganze ist nicht als museale Pflichtรผbung gedacht, sondern als lebendige Erkundung einer der aufregendsten Nationalkinematographien โ im besten Fall der Startschuss fรผr eine tiefere Brasilien-Neugier.
Auch die Auswahl der einzelnen Abende zeigt, wie vielfรคltig โpolitisches Kinoโ sein kann: Eduardo Coutinhos ๐๐๐๐๐ ๐๐๐๐๐๐๐ ๐๐๐๐ ๐๐๐๐๐๐ verbindet verlorenes Material, Recherche und Gegenwart zu einem Portrรคt von Repression und Widerstand โ und erzรคhlt dabei immer auch vom Kino selbst als Lebenspraxis. Glauber Rochas ๐๐๐๐๐ ๐๐ ๐๐๐๐๐๐ steigert Politik zum Delirium und findet dafรผr eine delirierende รsthetik, die Dokumentarisches, Opernhaftes, Surreales und Mythologisches zusammenkettet. Und ๐๐๐๐๐๐๐ฬ๐๐ schlรคgt โ schrill, satirisch, collageartig โ eine Brรผcke vom Autorenkino zum Underground und fรผhrt mitten hinein in die Tropikalismo-Energie jener Jahre.
Dazu kommen Filme, die den Blick auf Arbeit, Moderne, Kรถrper, Klasse und Begehren richten โ und dabei zeigen, dass brasilianisches Kino nicht nur historische Zรคsuren abbildet, sondern Stile und Formen erfindet, die bis heute nachwirken.
Der Filmclub 813 ist einer der letzten Ort in Kรถln, in dem regelmรครig Filme im ๐๐ซ๐ข๐ ๐ข๐ง๐๐ฅ๐๐ง ๐๐ฎ๐๐รผ๐ก๐ซ๐ฎ๐ง๐ ๐ฌ๐๐จ๐ซ๐ฆ๐๐ญ als Filmkopie laufen โ รผberwiegend ๐๐๐ฆ๐ฆ, einmal ๐๐๐ฆ๐ฆ. Und jede dieser Kopien trรคgt ihre eigene Vorfรผhrgeschichte in sich: Gebrauchsspuren, Farbigkeit, Ton, kleine Unregelmรครigkeiten โ das, was im Digitalen verschwindet, wird hier zum Teil der Erfahrung.
Brasiliens Kino ist ein riesiges, hierzulande lange unterschรคtztes Universum โ politisch aufgeladen, formal wagemutig, popkulturell durchlรคssig. Der Filmclub 813 holt mit ๐ ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐จ ๐๐ซ๐๐ฌ๐ข๐ฅ neun rare Kopien (Schwerpunkt ๐๐๐ฆ๐ฆ) ins Kino 813 und macht daraus eine Einladung zum Staunen, Entdecken und Diskutieren.
Von Werner Busch.
Brasilien blickt auf eine schier unergrรผndlich reichhaltige Filmgeschichte zurรผck โ und genau dieser รberfluss ist das Versprechen der Reihe ๐ ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐จ ๐๐ซ๐๐ฌ๐ข๐ฅ im Filmclub 813. Wรคhrend das รคsthetisch-politisch konfrontative ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐จ๐ฏ๐จ in den 1960ern international Furore machte, wucherten parallel Strรถmungen, die hier oft kaum sichtbar waren: musikalische ๐๐ก๐๐ง๐๐ก๐๐๐๐ฌ der 50er, erotisch-subversive ๐๐จ๐ซ๐ง๐จ๐๐ก๐๐ง๐๐ก๐๐๐๐ฌ der 70er oder das radikal โschmutzigeโ ๐๐ข๐ง๐๐ฆ๐ ๐๐๐ซ๐ ๐ข๐ง๐๐ฅ. In Wechselwirkung mit Literatur und Musik โ Stichworte ๐๐จ๐๐๐ซ๐ง๐ข๐ฌ๐ฆ๐จ und ๐๐ซ๐จ๐ฉ๐ข๐๐๐ฅ๐ข๐ฌ๐ฆ๐จ โ entwickelte sich ein Kino, das Einflรผsse โaus aller Weltโ verschlingt, um daraus etwas Eigenes, Freies zu formen.
Dass dieses filmische Fรผllhorn in deutschen Kinos des 20. Jahrhunderts โkaum sichtbarโ war, merkt man bis heute: Kopien sind rar, und genau darum ist diese Zusammenstellung so reizvoll. Der Filmclub 813 konnte fรผr Mรคrz und April 2026 neun Kopien zusammentragen, die รผber fรผnf Jahrzehnte reichen โ mit einem Schwerpunkt auf Filmen, die sich indirekt oder explizit mit der Militรคrdiktatur von 1964 bis 1985 auseinandersetzen. Und: Das Ganze ist nicht als museale Pflichtรผbung gedacht, sondern als lebendige Erkundung einer der aufregendsten Nationalkinematographien โ im besten Fall der Startschuss fรผr eine tiefere Brasilien-Neugier.
Auch die Auswahl der einzelnen Abende zeigt, wie vielfรคltig โpolitisches Kinoโ sein kann: Eduardo Coutinhos ๐๐๐๐๐ ๐๐๐๐๐๐๐ ๐๐๐๐ ๐๐๐๐๐๐ verbindet verlorenes Material, Recherche und Gegenwart zu einem Portrรคt von Repression und Widerstand โ und erzรคhlt dabei immer auch vom Kino selbst als Lebenspraxis. Glauber Rochas ๐๐๐๐๐ ๐๐ ๐๐๐๐๐๐ steigert Politik zum Delirium und findet dafรผr eine delirierende รsthetik, die Dokumentarisches, Opernhaftes, Surreales und Mythologisches zusammenkettet. Und ๐๐๐๐๐๐๐ฬ๐๐ schlรคgt โ schrill, satirisch, collageartig โ eine Brรผcke vom Autorenkino zum Underground und fรผhrt mitten hinein in die Tropikalismo-Energie jener Jahre.
Dazu kommen Filme, die den Blick auf Arbeit, Moderne, Kรถrper, Klasse und Begehren richten โ und dabei zeigen, dass brasilianisches Kino nicht nur historische Zรคsuren abbildet, sondern Stile und Formen erfindet, die bis heute nachwirken.
Der Filmclub 813 ist einer der letzten Ort in Kรถln, in dem regelmรครig Filme im ๐๐ซ๐ข๐ ๐ข๐ง๐๐ฅ๐๐ง ๐๐ฎ๐๐รผ๐ก๐ซ๐ฎ๐ง๐ ๐ฌ๐๐จ๐ซ๐ฆ๐๐ญ als Filmkopie laufen โ รผberwiegend ๐๐๐ฆ๐ฆ, einmal ๐๐๐ฆ๐ฆ. Und jede dieser Kopien trรคgt ihre eigene Vorfรผhrgeschichte in sich: Gebrauchsspuren, Farbigkeit, Ton, kleine Unregelmรครigkeiten โ das, was im Digitalen verschwindet, wird hier zum Teil der Erfahrung.
Programmรผbersicht
(๐๐ข๐ง๐จ ๐๐๐ ๐ข๐ง ๐๐๐ซ ๐๐๐ฬ๐๐๐, ๐๐๐ก๐ง๐๐ง๐ฌ๐ญ๐ซ๐ร๐ ๐, ๐๐จฬ๐ฅ๐ง)
Titelbild: Macunaima (1969) von Joaquim Pedro de Andrade