Vom 9. bis 11. Juni wird das Cinenova in Köln-Ehrenfeld wieder zum Serienmarathon: Seriencamp bringt neue europäische und internationale Serien auf die große Leinwand – inklusive Weltpremieren, Deutschlandpremieren und Kurzform-Competition. Wer Serien sonst allein wegstreamt, bekommt hier das seltene Vergnügen, sie als Kinoerlebnis zu teilen.
Von Werner Busch
Serien sieht man längst nicht mehr überwiegend im seriellen Fernsehen – sondern auf dem Laptop, auf dem Handy, oft im „Nebenbei“. Das Seriencamp Festival setzt dem seit Jahren eine einfache Idee entgegen: Gute Serien funktionieren im Kinosaal anders. Vom 9. bis 11. Juni 2026 kehrt das Seriencamp Festival dafür nach Köln-Ehrenfeld ins Cinenova zurück.
Das Programm versteht sich als kuratierte Auswahl und nicht als Vollständigkeitsversuch. Es geht um Premieren, um neue Stimmen, um Serien, die etwas ausprobieren. Dazu kommen Q&As und Festivalgespräche, die Einblicke in Entwicklung, Produktion und Erzählentscheidungen geben. Wer einmal erlebt hat, wie ein serieller Auftakt im Saal “zündet”, versteht schnell, warum dieses Format in Köln ein eigenes Publikum gefunden hat.
Programmtipps
Back For More (Weltpremiere) ist ein sehr gutes Festivalstück, weil es Popkultur-Mechanik sichtbar macht. Ein ehemaliger Teeniestar versucht den Weg zurück ins Rampenlicht. Der Plan führt über das stärkste Nostalgie-Pfand, das ihm noch bleibt: die Reaktivierung seiner früheren Boyband. Das klingt nach Spaß, trägt aber eine klare Frage in sich: Was bleibt von einer Person, wenn Öffentlichkeit zur Währung wird? Und wie lange lässt sich ein “Comeback” als Selbstbestimmung erzählen, bevor es nach Abhängigkeit aussieht? Gedreht wurde die Serie zum Teil direkt um die Ecke vom Cinenova, in Köln Ossendorf.
Westend Girl (Weltpremiere) ist ein Titel, der nach einem starken Festivalabend aussieht: Eine junge Protagonistin steht plötzlich vor einer existenziellen Lage, weil die Eltern im Gefängnis landen. Der Druck ist konkret, die Entscheidungen werden schneller, der Ton bleibt dabei geerdet.
Serial Cleaner (Weltpremiere) setzt auf Genre mit Haltung: Eine Figur, die als Putzfrau an Tatorten arbeitet, gerät in eine Dynamik, die Nähe und Gefahr miteinander verschränkt. Der Stoff spielt mit Noir-Elementen, bleibt zugleich in der Gegenwart verankert. Auf der großen Leinwand dürfte das besonders gut greifen, weil hier Atmosphäre und Blickführung zählen.
Trespasses (Deutschlandpremiere) bringt eine klassische Konfliktlage mit, die weit über ein Beziehungsdrama hinausreicht: Eine verbotene Affäre im Kontext des Nordirlandkonflikts. Jede Menge Spannung und moralische Dilemmata sind da vorprogrammiert.
The Flaws / Das Manko (Deutschlandpremiere) wird als extreme Workplace-Comedy beschrieben. Der Reiz liegt darin, dass die Komik nicht auf Harmonie setzt. Das kann körperlich werden, das kann kippen, das kann sehr präzise treffen. Für ein Festival ist das genau die Sorte Serie, bei der man nachher im Foyer merkt, wer laut gelacht hat und wer kurz schlucken musste.
Parallel zum Publikumsfestival läuft die Seriencamp Conference – eine dreitägige Branchenveranstaltung für Produzent:innen, Kreative, Sender und Vertriebe, um sich zu vernetzen und die neuesten Trends sowie zukünftige Entwicklungen im Bereich der Serienerzählung zu diskutieren.
Titelbild: Back for More, ZDFneo
Vom 9. bis 11. Juni wird das Cinenova in Köln-Ehrenfeld wieder zum Serienmarathon: Seriencamp bringt neue europäische und internationale Serien auf die große Leinwand – inklusive Weltpremieren, Deutschlandpremieren und Kurzform-Competition. Wer Serien sonst allein wegstreamt, bekommt hier das seltene Vergnügen, sie als Kinoerlebnis zu teilen.
Von Werner Busch
Serien sieht man längst nicht mehr überwiegend im seriellen Fernsehen – sondern auf dem Laptop, auf dem Handy, oft im „Nebenbei“. Das Seriencamp Festival setzt dem seit Jahren eine einfache Idee entgegen: Gute Serien funktionieren im Kinosaal anders. Vom 9. bis 11. Juni 2026 kehrt das Seriencamp Festival dafür nach Köln-Ehrenfeld ins Cinenova zurück.
Das Programm versteht sich als kuratierte Auswahl und nicht als Vollständigkeitsversuch. Es geht um Premieren, um neue Stimmen, um Serien, die etwas ausprobieren. Dazu kommen Q&As und Festivalgespräche, die Einblicke in Entwicklung, Produktion und Erzählentscheidungen geben. Wer einmal erlebt hat, wie ein serieller Auftakt im Saal “zündet”, versteht schnell, warum dieses Format in Köln ein eigenes Publikum gefunden hat.
Programmtipps
Back For More (Weltpremiere) ist ein sehr gutes Festivalstück, weil es Popkultur-Mechanik sichtbar macht. Ein ehemaliger Teeniestar versucht den Weg zurück ins Rampenlicht. Der Plan führt über das stärkste Nostalgie-Pfand, das ihm noch bleibt: die Reaktivierung seiner früheren Boyband. Das klingt nach Spaß, trägt aber eine klare Frage in sich: Was bleibt von einer Person, wenn Öffentlichkeit zur Währung wird? Und wie lange lässt sich ein “Comeback” als Selbstbestimmung erzählen, bevor es nach Abhängigkeit aussieht? Gedreht wurde die Serie zum Teil direkt um die Ecke vom Cinenova, in Köln Ossendorf.
Westend Girl (Weltpremiere) ist ein Titel, der nach einem starken Festivalabend aussieht: Eine junge Protagonistin steht plötzlich vor einer existenziellen Lage, weil die Eltern im Gefängnis landen. Der Druck ist konkret, die Entscheidungen werden schneller, der Ton bleibt dabei geerdet.
Serial Cleaner (Weltpremiere) setzt auf Genre mit Haltung: Eine Figur, die als Putzfrau an Tatorten arbeitet, gerät in eine Dynamik, die Nähe und Gefahr miteinander verschränkt. Der Stoff spielt mit Noir-Elementen, bleibt zugleich in der Gegenwart verankert. Auf der großen Leinwand dürfte das besonders gut greifen, weil hier Atmosphäre und Blickführung zählen.
Trespasses (Deutschlandpremiere) bringt eine klassische Konfliktlage mit, die weit über ein Beziehungsdrama hinausreicht: Eine verbotene Affäre im Kontext des Nordirlandkonflikts. Jede Menge Spannung und moralische Dilemmata sind da vorprogrammiert.
The Flaws / Das Manko (Deutschlandpremiere) wird als extreme Workplace-Comedy beschrieben. Der Reiz liegt darin, dass die Komik nicht auf Harmonie setzt. Das kann körperlich werden, das kann kippen, das kann sehr präzise treffen. Für ein Festival ist das genau die Sorte Serie, bei der man nachher im Foyer merkt, wer laut gelacht hat und wer kurz schlucken musste.
Parallel zum Publikumsfestival läuft die Seriencamp Conference – eine dreitägige Branchenveranstaltung für Produzent:innen, Kreative, Sender und Vertriebe, um sich zu vernetzen und die neuesten Trends sowie zukünftige Entwicklungen im Bereich der Serienerzählung zu diskutieren.
Titelbild: Back for More, ZDFneo