Das Afrika Film Festival Köln hat Programm-Höhepunkte seiner diesjährigen Ausgabe bekannt gegeben. Vom 17. bis 27. September widmet sich das Festival u. a. Filmen über Verlust, Vertreibung und die Suche nach neuen Perspektiven – ergänzt durch Konzerte, Gespräche und Ausstellungen.
Von Werner Busch.
Vom 17. bis 27. September lädt das Afrika Film Festival Köln erneut zu einer filmischen Reise durch die vielfältigen Lebenswelten des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora ein. Das Thema Verlust und Vertreibung ist in einigen der Filme wesentlich, die nun vorgestellt worden sind – und die Wege, wie Menschen trotz solchen Schicksalen weiterleben. Darum bildet Heilung das Herzstück dieser Festivalausgabe: nicht als glückliches Ende, sondern als oft widersprüchlicher Prozess, der Mut, Gemeinschaft und Erinnerung braucht.
Die Geschichten stammen aus zahlreichen Ländern Afrikas und aus der Diaspora. Sie zeigen Menschen, die nach Krieg, Flucht oder persönlichem Verlust versuchen, ihr Leben neu zu ordnen. Manche finden Halt in der Musik, andere in Ritualen, im Protest oder in der Kraft familiärer Beziehungen. Gemeinsam erzählen die Filme davon, dass Hoffnung nicht bedeutet, den Schmerz zu vergessen, sondern mit ihm weiterzugehen.
Musik spielt dabei eine besondere Rolle. In Congo Boy von Rafiki Fariala entdeckt ein kongolesischer Flüchtlingsjunge in Bangui den Rap als Ausdruck seiner Erfahrungen und als Möglichkeit, sich selbst neu zu finden. El Sett von Marwan Hamed zeigt die schwerkranke Sängerin Umm Kulthum bei ihrem letzten Bühnenauftritt – ihre Stimme wird zum Trost für eine ganze Nation. In O Profeta von Ique Langa aus Mosambik und Meu Semba von Hugo Salvaterra aus Angola bewahrt Musik Erinnerungen und verbindet Generationen. Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman würdigt den afroamerikanischen Komponisten Julius Eastman, dessen kompromisslose Musik bis heute nachwirkt.
Auch Rituale und Spiritualität geben den Figuren Orientierung. In Soumsoum, the Night of the Stars begleitet Mahamat-Saleh Haroun ein Mädchen durch die Wüste des Tschad, wo sich Alltagswelt und Mythos auf faszinierende Weise begegnen.
Memory of Princess Mumbi schafft es, KI überaus sinnvoll einzusetzen, um aus einem absoluten Low-Budget-Film eine visuell überbordende Fantasy-Erzählung zu machen. Foto: Damien Hauser
Mehrere Filme verstehen sich als Erinnerungsarbeit. Mohamed Siams My Father’s Scent setzt sich behutsam mit der Beziehung zum eigenen Vater auseinander. Memory of Princess Mumbi von Damien Hauser erzählt eine verdrängte Geschichte aus Kenia neu, während The People Shall zeigt, wie kollektive Erinnerung zu einer Form des Widerstands werden kann. Notes from the Underground von Chris Kets und Adrian van Wyk begleitet Hip-Hop-Künstlerinnen und -Künstler in Kapstadt, für die Rap, Breakdance, Graffiti und das „Knowledge of Self“ weit mehr sind als Kultur.
Nicht zuletzt kreisen viele Filme um die Frage, wie Menschen ihre Identität behaupten und ihren eigenen Weg finden. Der Film Black Burns Fast von Sandulela Asanda ist eine queere Coming-of-Age-Geschichte über das Erwachsenwerden, das Entdecken der eigenen Sexualität und den Mut, sich gegen gesellschaftliche Normen zu behaupten. Auch Variations on a Theme von Jason Jacobs und Devon Delmar sowie Mohammed Sheikhs Barni beschäftigen sich mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und den Spuren, die Herkunft und Erinnerung im Leben hinterlassen.
Andere Filme richten den Blick auf Menschen, die sich gegen Ungerechtigkeit wehren. Patience Nitumwesigas The Woman Who Poked the Leopard begleitet eine Frau, deren Widerstand auch ihrer Gemeinschaft neue Kraft gibt. Trop C’est Trop (Enough Is Enough) von Elisé Sawasawa macht den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo sichtbar und fordert Gerechtigkeit ein. Truck Mama von Zipporah Nyaruri und Lady von Olive Nwosu erzählen von Frauen, die mit Ausdauer und Entschlossenheit ihren eigenen Weg gehen.
Zusammen zeichnen die Filme kein einheitliches Bild Afrikas. Stattdessen eröffnen sie vielfältige Perspektiven auf einen Kontinent, dessen Geschichten so unterschiedlich sind wie die Menschen, die sie erzählen.
Abgerundet wird das Festival durch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit mehreren Kurzfilmreihen, Panel-Talks mit internationalen Gästen, Live-Musik sowie einer Ausstellung.
17.–27. September 2026 Filmforum NRW, Rex Kino, Lichtspiele Kalk, KHM, Off-Broadway und Comedia Theater www.afrikafilmfestivalkoeln.de
Das Afrika Film Festival Köln hat Programm-Höhepunkte seiner diesjährigen Ausgabe bekannt gegeben. Vom 17. bis 27. September widmet sich das Festival u. a. Filmen über Verlust, Vertreibung und die Suche nach neuen Perspektiven – ergänzt durch Konzerte, Gespräche und Ausstellungen.
Von Werner Busch.
Vom 17. bis 27. September lädt das Afrika Film Festival Köln erneut zu einer filmischen Reise durch die vielfältigen Lebenswelten des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora ein. Das Thema Verlust und Vertreibung ist in einigen der Filme wesentlich, die nun vorgestellt worden sind – und die Wege, wie Menschen trotz solchen Schicksalen weiterleben. Darum bildet Heilung das Herzstück dieser Festivalausgabe: nicht als glückliches Ende, sondern als oft widersprüchlicher Prozess, der Mut, Gemeinschaft und Erinnerung braucht.
Die Geschichten stammen aus zahlreichen Ländern Afrikas und aus der Diaspora. Sie zeigen Menschen, die nach Krieg, Flucht oder persönlichem Verlust versuchen, ihr Leben neu zu ordnen. Manche finden Halt in der Musik, andere in Ritualen, im Protest oder in der Kraft familiärer Beziehungen. Gemeinsam erzählen die Filme davon, dass Hoffnung nicht bedeutet, den Schmerz zu vergessen, sondern mit ihm weiterzugehen.
Musik spielt dabei eine besondere Rolle. In Congo Boy von Rafiki Fariala entdeckt ein kongolesischer Flüchtlingsjunge in Bangui den Rap als Ausdruck seiner Erfahrungen und als Möglichkeit, sich selbst neu zu finden. El Sett von Marwan Hamed zeigt die schwerkranke Sängerin Umm Kulthum bei ihrem letzten Bühnenauftritt – ihre Stimme wird zum Trost für eine ganze Nation. In O Profeta von Ique Langa aus Mosambik und Meu Semba von Hugo Salvaterra aus Angola bewahrt Musik Erinnerungen und verbindet Generationen. Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman würdigt den afroamerikanischen Komponisten Julius Eastman, dessen kompromisslose Musik bis heute nachwirkt.
Auch Rituale und Spiritualität geben den Figuren Orientierung. In Soumsoum, the Night of the Stars begleitet Mahamat-Saleh Haroun ein Mädchen durch die Wüste des Tschad, wo sich Alltagswelt und Mythos auf faszinierende Weise begegnen.
Mehrere Filme verstehen sich als Erinnerungsarbeit. Mohamed Siams My Father’s Scent setzt sich behutsam mit der Beziehung zum eigenen Vater auseinander. Memory of Princess Mumbi von Damien Hauser erzählt eine verdrängte Geschichte aus Kenia neu, während The People Shall zeigt, wie kollektive Erinnerung zu einer Form des Widerstands werden kann. Notes from the Underground von Chris Kets und Adrian van Wyk begleitet Hip-Hop-Künstlerinnen und -Künstler in Kapstadt, für die Rap, Breakdance, Graffiti und das „Knowledge of Self“ weit mehr sind als Kultur.
Nicht zuletzt kreisen viele Filme um die Frage, wie Menschen ihre Identität behaupten und ihren eigenen Weg finden. Der Film Black Burns Fast von Sandulela Asanda ist eine queere Coming-of-Age-Geschichte über das Erwachsenwerden, das Entdecken der eigenen Sexualität und den Mut, sich gegen gesellschaftliche Normen zu behaupten. Auch Variations on a Theme von Jason Jacobs und Devon Delmar sowie Mohammed Sheikhs Barni beschäftigen sich mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und den Spuren, die Herkunft und Erinnerung im Leben hinterlassen.
Andere Filme richten den Blick auf Menschen, die sich gegen Ungerechtigkeit wehren. Patience Nitumwesigas The Woman Who Poked the Leopard begleitet eine Frau, deren Widerstand auch ihrer Gemeinschaft neue Kraft gibt. Trop C’est Trop (Enough Is Enough) von Elisé Sawasawa macht den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo sichtbar und fordert Gerechtigkeit ein. Truck Mama von Zipporah Nyaruri und Lady von Olive Nwosu erzählen von Frauen, die mit Ausdauer und Entschlossenheit ihren eigenen Weg gehen.
Zusammen zeichnen die Filme kein einheitliches Bild Afrikas. Stattdessen eröffnen sie vielfältige Perspektiven auf einen Kontinent, dessen Geschichten so unterschiedlich sind wie die Menschen, die sie erzählen.
Abgerundet wird das Festival durch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit mehreren Kurzfilmreihen, Panel-Talks mit internationalen Gästen, Live-Musik sowie einer Ausstellung.
17.–27. September 2026
Filmforum NRW, Rex Kino, Lichtspiele Kalk, KHM, Off-Broadway und Comedia Theater
www.afrikafilmfestivalkoeln.de