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Kino auf zwei Rädern: Das Veedelskino fährt durch Köln

Leinwand, Beamer, Soundanlage und Filmprogramm passen auf ein Lastenrad: Mit dem neuen Veedelskino bringt das Kölner Team von Cinekix Filmvorführungen direkt in Schulhöfe, Gärten, Innenhöfe und Nachbarschaften. Nach ersten Vorstellungen im Sommer geht es nun weiter – am Sonntag, 6. September, steht Christian Petzolds Roter Himmel in einem Hinterhof nahe dem Blücherpark in Ehrenfeld auf dem Programm.

Von Werner Busch.


Die Idee ist denkbar einfach: Nicht das Publikum muss zum Kino kommen, sondern das Kino fährt zum Publikum. Das Veedelskino ist ein neues Projekt von Cinekix, dem Kölner Team für Kinokultur von Suse Heithecker und Martin Singer. Mit einem elektrisch unterstützten Lastenrad transportieren sie Leinwand, Projektion, Ton und die komplette Energieversorgung an Orte, an denen normalerweise kein Kinofilm läuft.

Das können Schulhöfe und Jugendzentren sein, aber ebenso Innenhöfe, Vereinsgärten, Kleingartenanlagen oder andere Treffpunkte im Veedel. Dabei soll das Programm jeweils gemeinsam mit den Menschen vor Ort entstehen. Cinekix versteht das Projekt ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Kinos, sondern als niedrigschwelligen Weg zum gemeinsamen Filmerlebnis – insbesondere dort, wo ein Kino nicht gerade um die Ecke liegt.

Technisch ist das mobile Kino erstaunlich komplett ausgestattet. Die größte Leinwand misst 150 Zoll, der Projektor liefert 5.200 ANSI-Lumen, hinzu kommen ein mobiles Soundsystem sowie eine Powerstation mit Solarpanel. Eine Steckdose wird deshalb nicht zwingend benötigt. „Wir können Blair Witch Project mitten im Wald zeigen“, beschreibt Martin Singer die Möglichkeiten des Systems.

Wichtig ist den Macher*innen zugleich, dass das Veedelskino nicht einfach eine private Filmvorführung mit Beamer ist. Filme werden mit den entsprechenden öffentlichen Vorführrechten gezeigt, Cinekix arbeitet dafür mit Verleihern zusammen. Das Veedelskino verfügt zudem über eine eigene FFA-Betreiber-, Leinwand- und Kinonummer. Nach Angaben von Singer werden die Vorstellungen auch bei ComScore erfasst. „Es ist quasi ein offizielles Kino“, sagt er.

Seine Premiere hatte das Projekt am 19. Juli im Jugendzentrum in Köln-Weiß – stilecht in einem Zirkuszelt und mit dem Dokumentarfilm Zirkuskind. Kurz darauf folgte eine Vorstellung für die Pänz vom Bauspielplatz Friedenspark in der Südstadt.

Nun soll das mobile Kino verstärkt auch den öffentlichen Raum erobern. Ein Vorgeschmack darauf folgt bereits am Sonntag, 6. September, nahe des Blücherparks in Ehrenfeld. Die genaue Location findet ihr HIER. Gezeigt wird nach Einbruch der Dunkelheit Christian Petzolds Roter Himmel, in dem ein Sommeraufenthalt an der Ostsee zunehmend vom nahenden Waldbrand überschattet wird.

Wer das Kino selbst ins eigene Veedel holen möchte, kann über die Website einen Termin anfragen. Auch komplette Vorstellungen lassen sich für eine Nachbarschaft buchen oder verschenken; für Schulen, Kitas, Vereine und andere Initiativen werden eigene Programme angeboten.

Mehr Infos unter veedelskino.de.

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