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Von Screwball bis Techno-Rausch: „Das Fest – Feiern im Film“ startet am 15. April

Zum 20-jährigen Jubiläum startet das Filmforum NRW seine Filmgeschichten-Reihe 2026 mit einem echten Auftaktabend: Empfang, Grußwort und eine Screwball-Perle auf der großen Leinwand. Am 15. April eröffnet Die Schwester der Braut die Reihe Das Fest – Feiern im Film, die bis Dezember in neun Programmen zeigt, wie Feiern im Kino zum Prüfstein von Normen, Rollen und Macht wird.

Von Werner Busch.


Das Filmforum NRW wird 20 – und feiert dieses Jubiläum mit einem klug gesetzten Programm und einem Empfang am 15. April. Die Reihe Filmgeschichten 2026 steht unter dem Titel 𝐃𝐀𝐒 𝐅𝐄𝐒𝐓 – 𝐅𝐄𝐈𝐄𝐑𝐍 𝐈𝐌 𝐅𝐈𝐋𝐌 und läuft von April bis Dezember in neun Terminen im Museum Ludwig. Der thematische Zugriff ist dabei so naheliegend wie ergiebig: Feiern im Film ist selten nur Kulisse. Es ist der Moment, in dem Erwartungen sichtbar werden, Regeln getestet, Zugehörigkeiten verhandelt und Beziehungen neu sortiert werden – manchmal als befreiender Freiraum, manchmal als Bühne, auf der alles kippt.

Der Eröffnungsabend am 15. April setzt dafür gleich den richtigen Ton: ab 18 Uhr wird im Foyer gefeiert, bevor um 19:00 Uhr die launige Screwball-Komödie 𝐃𝐈𝐄 𝐒𝐂𝐇𝐖𝐄𝐒𝐓𝐄𝐑 𝐃𝐄𝐑 𝐁𝐑𝐀𝐔𝐓 (USA 1938, Regie: George Cukor) startet. Der Film von 1938 ist erstaunlich modern geblieben und stellt zwei Arten des Feierns gegeneinander: unten das offizielle, prestige- und leistungsorientierte Verlobungsritual, oben vier Stockwerke höher eine improvisierte Alternative, die sich weniger um Fassade als um Energie kümmert. Der Film nutzt das Fest als Prüfstand für Lebensentwürfe – elegant, witzig, präzise. Eingeführt wird der Abend von Prof. Dr. Lisa Gotto (Universität Wien), die die Reihe damit zugleich in einen größeren filmhistorischen Zusammenhang rückt.

Die weiteren Abende zeigen, wie weit das Motiv „Feiern“ reichen kann: vom kalkulierten Gesellschaftsritual über subkulturelle Räume bis zu Momenten, in denen politische Ordnung und private Intimität ineinander greifen. Von April bis Dezember reicht das Spektrum von Klassikern bis zu aktuellen Filmen; begleitet werden die Programme durch Einführungen und Gespräche. Ergänzt wird der Themenschwerpunkt außerdem durch die „Schule des Sehens“ im Rahmen des Jungen Filmfestivals Köln / Cinepänz, die das Fest als Ort von Gemeinschaft, Identität und Zugehörigkeit für Schulklassen erschließt.

Karten gibt es an der Kinokasse, der Eintritt liegt bei 9 Euro (ermäßigt 8 Euro). Für die gesamte Reihe wird außerdem eine günstige Rabattkarte angeboten; Geflüchtete haben freien Eintritt.


Terminübersicht „Das Fest – Feiern im Film“

Mi, 15.04.2026 · 19:00 — 𝐃𝐈𝐄 𝐒𝐂𝐇𝐖𝐄𝐒𝐓𝐄𝐑 𝐃𝐄𝐑 𝐁𝐑𝐀𝐔𝐓
Mi, 06.05.2026 · 19:00 — 𝐂𝐎𝐂𝐊𝐓𝐀𝐈𝐋 𝐅Ü𝐑 𝐄𝐈𝐍𝐄 𝐋𝐄𝐈𝐂𝐇𝐄
Mi, 03.06.2026 · 19:00 — 𝐕𝐎𝐌 𝐅𝐄𝐒𝐓 𝐔𝐍𝐃 𝐃𝐄𝐍 𝐆Ä𝐒𝐓𝐄𝐍
Mi, 01.07.2026 · 19:00 — 𝐁𝐈𝐋𝐃𝐍𝐈𝐒 𝐄𝐈𝐍𝐄𝐑 𝐓𝐑𝐈𝐍𝐊𝐄𝐑𝐈𝐍
Mi, 09.09.2026 · 19:00 — 𝐁𝐀𝐁𝐘𝐋𝐎𝐍
Mi, 07.10.2026 · 19:00 — 𝐌𝐀𝐋𝐀𝐑𝐈𝐀 (Vorfilm) / 𝐃𝐄𝐑 𝐁𝐀𝐋𝐋
Mi, 18.11.2026 · 19:00 — 𝐃𝐀𝐒 𝐇𝐎𝐂𝐇𝐙𝐄𝐈𝐓𝐒𝐁𝐀𝐍𝐊𝐄𝐓𝐓
Mi, 02.12.2026 · 19:00 — 𝐂𝐋𝐔𝐁𝐁𝐄𝐃 𝐓𝐎 𝐃𝐄𝐀𝐓𝐇
Mi, 16.12.2026 · 19:00 — 𝐒𝐈𝐑𝐀𝐓

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