Christian Petzold und Thomas Arslan kennt jeder. Aber was ist mit Matl Findel, José van der Schoot, Christoph Willems und Michael Freerix? Der Filmclub 813 macht seinem guten Ruf alle Ehre und lässt Kino zur Entdeckung werden. Als präzise gesetzter Geheimtipp holt er immer wieder Filme zurück auf die Leinwand, die außerhalb dieses Hauses fast niemand mehr zu sehen bekommt. Am kommenden Wochenende sind das Arbeiten aus dem Berliner DFFB-Umfeld der 90er, roh, eigen, mit Humor und Melancholie.
Von Werner Busch.
Der Filmclub 813 setzt seine Hommage an Bernhard Marsch (1962–2025) fort – und wählt dafür ein Programm, das sehr gut zu ihm passt: Filme, die nie nach Mehrheitsgeschmack schielen mussten. Vom 12. bis 14. Juni 2026 kommen drei Berliner Filmschaffende nach Köln: Matl Findel, José van der Schoot und Christoph Willems. Alle drei gehören zu jener DFFB-Generation der frühen 1990er, die in der Filmgeschichte oft als Randnotiz auftaucht, im Kreis der Eingeweihten aber seit Jahrzehnten hoch gehandelt wird. Ein vierter Name gehört untrennbar dazu: Michael Freerix. Er ist Anfang 2026 gestorben. Seine Arbeiten laufen in Köln trotzdem – als Zeichen von Kontinuität und als Erinnerung daran, dass Filmkultur im 813 immer auch aus Freundschaft bestand.
Schon 1998, beim zweiten Kölner Filmfestival 813 mit Schwerpunkt „Junge Deutsche Filme“, liefen diese Namen im Umfeld der Berliner Schule. Thomas Arslan und Christian Petzold wurden später kanonisch. Findel, Freerix, van der Schoot und Willems blieben dagegen Geheimtipps – getragen von einer Form der Begeisterung, die weniger mit Karrierepfaden zu tun hat als mit einer bestimmten Art Kino zu denken: lässig, humorvoll, manchmal versponnen, oft mit einem Hang zum Absurden. Genau diese Haltung macht das Wochenende so reizvoll für Filmstudierende und alle, die sich gern an Filmen festhaken, die nicht „glatt“ sind.
Im Zentrum steht dabei kein „Best of“, sondern ein in sich stimmiges Bild dieser Arbeiten – viel 16mm, einmal sogar 35mm. Besonders markant: CHRONIK DES REGENS von Michael Freerix in Schwarzweiß, als 35mm-Kopie. Dazu kommen Filme, die im 813-Kontext fast mythisch weitergereicht wurden: DER MANN AUS DEM OSTEN (Christoph Willems) oder ERFOLGLOSE KÜNSTLER (José van der Schoot), Titel, die schon mit ihrem Namen eine gewisse Sturheit behaupten. Die Anwesenheit der Gäste gibt dem Ganzen einen zweiten Fokus: Gespräche, Erinnerungen, Reibungen, Wiedersehen. Köln und Berlin treffen sich hier nicht als Branchentreff, sondern als lange Verbindung über Bilder.
Sonntag, 14.06.2026 · 19:15 Uhr c.t. 𝐌𝐈𝐒𝐄-𝐄𝐍-𝐒𝐂È𝐍𝐄 (D 1991, 35 Min., 16mm) – Regie: José van der Schoot 𝐌𝐀𝐍Œ𝐔𝐕𝐑𝐄𝐒 𝐃’𝐄𝐋É𝐆𝐀𝐍𝐂𝐄 (D 1992, 50 Min.) – Regie: José van der Schoot
Christian Petzold und Thomas Arslan kennt jeder. Aber was ist mit Matl Findel, José van der Schoot, Christoph Willems und Michael Freerix? Der Filmclub 813 macht seinem guten Ruf alle Ehre und lässt Kino zur Entdeckung werden. Als präzise gesetzter Geheimtipp holt er immer wieder Filme zurück auf die Leinwand, die außerhalb dieses Hauses fast niemand mehr zu sehen bekommt. Am kommenden Wochenende sind das Arbeiten aus dem Berliner DFFB-Umfeld der 90er, roh, eigen, mit Humor und Melancholie.
Von Werner Busch.
Der Filmclub 813 setzt seine Hommage an Bernhard Marsch (1962–2025) fort – und wählt dafür ein Programm, das sehr gut zu ihm passt: Filme, die nie nach Mehrheitsgeschmack schielen mussten. Vom 12. bis 14. Juni 2026 kommen drei Berliner Filmschaffende nach Köln: Matl Findel, José van der Schoot und Christoph Willems. Alle drei gehören zu jener DFFB-Generation der frühen 1990er, die in der Filmgeschichte oft als Randnotiz auftaucht, im Kreis der Eingeweihten aber seit Jahrzehnten hoch gehandelt wird. Ein vierter Name gehört untrennbar dazu: Michael Freerix. Er ist Anfang 2026 gestorben. Seine Arbeiten laufen in Köln trotzdem – als Zeichen von Kontinuität und als Erinnerung daran, dass Filmkultur im 813 immer auch aus Freundschaft bestand.
Schon 1998, beim zweiten Kölner Filmfestival 813 mit Schwerpunkt „Junge Deutsche Filme“, liefen diese Namen im Umfeld der Berliner Schule. Thomas Arslan und Christian Petzold wurden später kanonisch. Findel, Freerix, van der Schoot und Willems blieben dagegen Geheimtipps – getragen von einer Form der Begeisterung, die weniger mit Karrierepfaden zu tun hat als mit einer bestimmten Art Kino zu denken: lässig, humorvoll, manchmal versponnen, oft mit einem Hang zum Absurden. Genau diese Haltung macht das Wochenende so reizvoll für Filmstudierende und alle, die sich gern an Filmen festhaken, die nicht „glatt“ sind.
Im Zentrum steht dabei kein „Best of“, sondern ein in sich stimmiges Bild dieser Arbeiten – viel 16mm, einmal sogar 35mm. Besonders markant: CHRONIK DES REGENS von Michael Freerix in Schwarzweiß, als 35mm-Kopie. Dazu kommen Filme, die im 813-Kontext fast mythisch weitergereicht wurden: DER MANN AUS DEM OSTEN (Christoph Willems) oder ERFOLGLOSE KÜNSTLER (José van der Schoot), Titel, die schon mit ihrem Namen eine gewisse Sturheit behaupten. Die Anwesenheit der Gäste gibt dem Ganzen einen zweiten Fokus: Gespräche, Erinnerungen, Reibungen, Wiedersehen. Köln und Berlin treffen sich hier nicht als Branchentreff, sondern als lange Verbindung über Bilder.
Termine und Filme im Überblick
Freitag, 12.06.2026 · 19:15 Uhr c.t.
𝐃𝐈𝐄 𝐅𝐀𝐑𝐁𝐄 𝐃𝐄𝐒 𝐅𝐑Ü𝐇𝐋𝐈𝐍𝐆𝐒 (BRD 1985, 8 Min., 16mm) – Regie: Michael Freerix
𝐅𝐔𝐒𝐒𝐏𝐈𝐋𝐙 𝐎.𝐊. (BRD 1988, 5 Min., s/w, 16mm) – Regie: Michael Freerix
𝐃𝐀𝐒 𝐅𝐑Ü𝐇𝐒𝐓Ü𝐂𝐊 (BRD 1987, 28 Min., s/w, 16mm) – Regie: Christoph Willems
𝐈𝐌 𝐑𝐄𝐆𝐄𝐍 (𝐓𝐀𝐍𝐓 𝐏𝐈𝐒) (D 1994, 29 Min., 16mm) – Regie: Matl Findel
Freitag, 12.06.2026 · 21:30 Uhr c.t.
𝐄𝐑𝐅𝐎𝐋𝐆𝐋𝐎𝐒𝐄 𝐊Ü𝐍𝐒𝐓𝐋𝐄𝐑 (D 1994, 70 Min., digital) – Regie: José van der Schoot
𝐀 𝐅𝐀𝐂𝐄 𝐋𝐀𝐑𝐆𝐄𝐑 𝐓𝐇𝐀𝐍 𝐌𝐈𝐍𝐄 (D 2017, 20 Min., digital) – Regie: José van der Schoot
Samstag, 13.06.2026 · 19:15 Uhr c.t.
𝐀𝐋𝐋𝐄 𝐙𝐄𝐈𝐓 𝐃𝐄𝐑 𝐖𝐄𝐋𝐓 (D 1997, 95 Min., 16mm) – Regie: Matl Findel
Vorprogramm: 𝐃𝐀𝐒 𝐁𝐋𝐀𝐔𝐄 𝐕𝐎𝐌 𝐇𝐈𝐌𝐌𝐄𝐋 (D 1992, 20 Min., 16mm) – Regie: Matl Findel
Samstag, 13.06.2026 · 22:00 Uhr c.t.
𝐃𝐄𝐑 𝐌𝐀𝐍𝐍 𝐀𝐔𝐒 𝐃𝐄𝐌 𝐎𝐒𝐓𝐄𝐍 (D 1990, 57 Min., 16mm) – Regie: Christoph Willems
Sonntag, 14.06.2026 · 19:15 Uhr c.t.
𝐌𝐈𝐒𝐄-𝐄𝐍-𝐒𝐂È𝐍𝐄 (D 1991, 35 Min., 16mm) – Regie: José van der Schoot
𝐌𝐀𝐍Œ𝐔𝐕𝐑𝐄𝐒 𝐃’𝐄𝐋É𝐆𝐀𝐍𝐂𝐄 (D 1992, 50 Min.) – Regie: José van der Schoot
Sonntag, 14.06.2026 · 21:30 Uhr c.t.
𝐂𝐇𝐑𝐎𝐍𝐈𝐊 𝐃𝐄𝐒 𝐑𝐄𝐆𝐄𝐍𝐒 (D 1990, 72 Min., s/w, 35mm) – Regie: Michael Freerix
Vorprogramm: 𝐔𝐍𝐒𝐄𝐑 𝐌𝐀𝐍𝐍 𝐈𝐌 𝐀𝐋𝐋 (BRD 1988, 24 Min., s/w, 16mm) – Regie: Michael Freerix
Weitere Informationen stehen auf filmclub-813.de.
Titelbild: 𝐃𝐈𝐄 𝐅𝐀𝐑𝐁𝐄 𝐃𝐄𝐒 𝐅𝐑Ü𝐇𝐋𝐈𝐍𝐆𝐒 (BRD 1985, 8 Min., 16mm) – Regie: Michael Freerix