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Gerd Ruge Stipendium 2026: Vier neue Dokumentarfilmprojekte ausgezeichnet

Die Film- und Medienstiftung NRW hat am 7. Oktober in Köln zum 24. Mal das Gerd Ruge Stipendium vergeben. Insgesamt 97.000 Euro gehen an vier neue Kinodokumentarfilmprojekte von Marcus Lenz, Paul Sonntag, Rokhsareh Ghaemmaghami und Isabel Schneider.

Von Werner Busch.


Isabel Schneider erhält 20.000 Euro für ihr neues Projekt Frauen, Arbeit, Kampf (AT). Der Film beschäftigt sich mit migrantischen Frauen, die in den 1960er- und 70er-Jahren zum Arbeiten in die Bundesrepublik kamen und sich an Arbeitskämpfen für bessere Bedingungen und Bezahlung beteiligten. Im Mittelpunkt steht ihre bislang wenig beachtete Rolle für Emanzipation und Gleichberechtigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Mit der Frage, wie Frauen sich gegen tradierte Rollenbilder und Machtverhältnisse behaupten, hat sich Schneider bereits in ihrem gemeinsam mit Eva Müller realisierten Kinodebüt Was haben wir gelacht beschäftigt. Ausgangspunkt des Films war ein Archivfund mit Hella von Sinnen, die darin von ihren Erfahrungen mit sexistischem Humor im Kölner Karneval berichtete. Daraus entwickelten Schneider und Müller einen Dokumentarfilm über das deutsche Unterhaltungsfernsehen der 1990er- und frühen 2000er-Jahre aus weiblicher Perspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins erinnern sich an eine Zeit, in der Frauen in großen Fernsehshows häufig Beiwerk oder Zielscheibe von Pointen waren, und sprechen darüber, wie Humor, Macht und Rollenbilder miteinander verbunden waren. Der Film verbindet diese Gespräche mit umfangreichem Archivmaterial und fragt zugleich, wie sehr der damalige Fernsehhauptstrom eine ganze Generation geprägt hat. Nach seiner Premiere beim Filmfest München startete Was haben wir gelacht im Juli bundesweit im Kino und erreichte bereits mehr als 120.000 Besucher*innen. Auch Monate später lief der Film weiterhin in zahlreichen Programmkinos.

Ebenfalls 20.000 Euro erhält Rokhsareh Ghaemmaghami für Alles ist besser in Teheran. Bekannt wurde die iranische Filmemacherin bereits bei ihrem international ausgezeichneten Dokumentarfilm Sonita (2016): Der Film wurde federführend von der Kölner TAG/TRAUM Filmproduktion produziert und vom Kölner Real Fiction Filmverleih in die deutschen Kinos gebracht. Seine NRW-Premiere fand im Mai 2016 im Weisshaus Kino statt.

Die weiteren Stipendien gehen an Marcus Lenz für Die Wahl der Waffen (31.919 Euro) und Paul Sonntag für Arbeit und Spiel (25.000 Euro). Das Gerd Ruge Stipendium unterstützt die Entwicklung und Vorbereitung von Kinodokumentarfilmen.

Ausführliche Informationen zu allen Projekten findet ihr auf: www.filmstiftung.de

Titelbil: Film- und Medienstiftung NRW / Claudia Ast

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