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Guerilla Kino Online – Tanz in den Mai

Schon seit einigen Jahren lockt das Guerilla Kino Köln unter der Führung von Tobias Leveringhaus Kinofreunde an ungewöhnliche Orte, um dort Filmkultur als gemeinschaftliches Ereignis zu feiern. Heute Abend, am 30. April, geht man ab 21 Uhr einen für das Guerilla Kino unüblichen Weg, nämlich hin zum heimischen Bildschirm für das erste Online-Event, mit dem man einen filmischen „Tanz in den Mai“ bieten möchte. Geplant ist ein Best-Of der letzten Veranstaltungen: „Wir werden alle bisherigen Guerilla Kinos Revue passieren lassen, euch die Orte präsentieren, und die Kurzfilme zeigen“, so Veranstalter Leveringhaus. Tickets gibt es JETZT auf der offiziellen Webseite (bis 18 Uhr).

Das man nicht so ganz genau weiß, was man filmisch erwarten kann, hat Methode. Bei vielen der bisherigen Filmabende waren im Vorherein die Filme nicht bekannt. Zuweilen wurden auch die Orte, an denen die Screenings stattfinden sollten, erst kurzfristig kommuniziert. Und man konnte sich als Kölner Kinofreund immer wieder über ungewöhnliche Orte freuen, mal „zwischen Maybach und Saturn“, mal im „Stadtwaldholz“ oder in einem kleinen Theater in der Platenstraße, das Urania, das Jahrzehnte zuvor ein Kino gewesen war.

Die Mission des Guerilla Kino ist es, an vergangene Kinokultur in Köln zu erinnern: „Gab es in Köln im Jahr 1956 noch über 80 Kinos, ist die Zahl inzwischen doch sehr geschrumpft. Wir beleben die alten Plätze mit mobilem Kino wieder. Wir wollen sprechende Orte mit Geschichte und aufmerksam machen auf die Orte, die ihre Geschichte verloren haben.“ Und so gab es tatsächlich an allen Orten, die Kurator Tobias Leveringhaus für seine Screenings ausgewählt hat, früher ein Kino, das durch Vorträge mit Gästen rund um Orte und Filme in Erinnerung gerufen wird.

Das Online-Screening gibt nun Gelegenheit, die Veranstaltungen der letzten Jahre, die Kino-Orte und Filme, Revue passieren zu lassen, bevor dann hoffentlich schon in wenigen Wochen wieder reale Filmvorführungen möglich sein werden, um Menschen zusammen zu bringen. Denn auch das ist eines der zentralen Anliegen von Guerilla Kino Köln: „Die Liebe für das Kino und das Kino als Ort, an dem man das Gemeinschaftsgefühl zelebrieren kann. Weil der Kinosaal mit uns weint und lacht und nachdenklich wird.“ wb

Fotos: Guerilla Kino Köln

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