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Film Festival Cologne Awards

Eine tolle Festivalwoche ging gestern Abend mit der Verleihung der Film Festival Cologne Awards zu Ende. Drei der vier Preisträger waren bereits bekannt: der britische Ausnahmeregisseur und Künstler Steve McQueen, war mit gleich zwei aktuellen Projekten im Festivalprogramm vertreten. Die Mini-Serie „Small Axe“ basiert auf den realen Erfahrungen der West Indian Community im London der 1970er- und 1980er-Jahre, die dreiteilige Doku-Reihe „Uprising“ beginnt mit einer Brandkatastrophe im Jahr 1981, bei der 13 junge schwarze Briten starben. Das Feuer und seine Folgen lösten einen Aufstand der schwarzen britischen Gemeinschaft aus.

Steve McQueen beim Artist Talk des Film Festival Cologne. Fotos: Werner Busch

Mit dem Hollywood Reporter Award wurde der französische Ausnahme-Regisseur Gaspar Noé für seinen neuen Film „Vortex“ geehrt, in dem Horror-Legende Dario Argento mit 80 Jahren seine erste Hauptrolle spielte. Der phoenix-Preis für den besten Dokumentarfilm ging an Phil Grabsky für „My Childhood, My Country“, der einen jungen Afghanen über 20 Jahre beim Erwachsenwerden in den Zeiten von Taliban und des War on Terror porträtiert. Darüber hinaus wurde der International Actors Award an den Schauspieler Albrecht Schuch (u. a. „Lieber Thomas“ & „Berlin Alexanderplatz“) verliehen.

Erst am Abend enthüllt wurden die Preisträger:innen des Filmpreis NRW. Hierfür waren acht Spielfilme und vier Dokumentarfilme nominiert, die in der Reihe „Made in NRW“ im Rahmen des Festivalprogramms zu sehen waren.

Die Jury entschied sich für den Dokumentarfilm „Auf Anfang“ der Regisseure Georg Nonnenmacher und Mike Schlömer. Der Film proträtiert einen verurteilten Mörder, der nach beinahe 30 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Auf der Bühne dankten die beiden Filmemacher besonders ihrer Editorin Yana Höhnerbach, die das umfangreiche und vielschichtige Material mit ihrer Montage gestaltet hatte.

Immer gut gelaunt: Gaspar Noé im Artist Talk. Foto: Werner Busch

Die Jurybegründung: „Nach 28 Jahren Haft wegen Mordes in der Jugend hat ein Mann zum ersten Mal Aussicht auf ein Leben in Freiheit, dem er entgegenfiebert und auf das er sich mit wohlwollender Unterstützung lange vorbereitet. Doch seine Erwartungen erweisen sich als wenig kompatibel mit den Anforderungen der Realität da draußen. Ein Film über die Traumata der Vergangenheit, zweite Chancen und ein Justizsystem, das trotz aller Sorgfalt mit seinem Ziel der Resozialisierung an Grenzen stößt. Die Filmemacher führen ihren Protagonisten nicht vor, sondern nehmen ihn in seiner Widersprüchlichkeit ernst.“ Der Filmpreis NRW wurde zum fünften Mal vergeben. Alle nominierten Filme sind in NRW gedreht, von NRW‐Produzent:innen realisiert oder von NRW‐Regisseur:innen inszeniert worden. Träger des mit 20.000 Euro dotierten Preises sind das Land Nordrhein‐Westfalen, die Stadt Köln und die Film‐ und Medienstiftung NRW.

Titelbild: Film Festival Cologne

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