Festival Filmszene Aktuell

Kino Latino vom 9.-14. November im Filmhaus

Morgen geht es schon weiter mit dem Festivalherbst in Köln. Die 14. Ausgabe von Kino Latino eröffnet im Filmhaus. Die Filmreihe mit Filmen aus und über Mittel- und Südamerika wird dieses Jahr eröffnet mit der Deutschlandpremiere von „Algunas Bestias“ von Jorge Riquelme Serrano. Eine weitere Deutschlanspremiere feiert am 13.11. der Film „Las mejores Familias“ von Javier Fuentes-León. Zum Filmessay „Virar Mar“ von Philipp Hartmann, in dem er sich mit der Wasserpolitk Brasiliens auseinandersetzt, ist der Regisseur zu Gast für ein Filmgespräch (13.11.). Der Abschlussfilm „A Ultima Floresta“ von Luiz Bolognesi (14.11.) wurde mit den Publikumspreis der Berlinale 2021 ausgezeichnet.  

Las mejores familia

Hier die Übersicht zum Programm:

Dienstag, 09.11.2021 – 20 Uhr 

Eröffnungsfilm – Deutschlandpremiere:
ALGUNAS BESTIAS
CHL 2019 • 93‘ • OmeU • Regie: Jorge Riquelme Serrano
Mit: Paulina García, Alfredo Castro, Consuelo Carreño, Gastón Salgado u.a. 

Alejandro und Ana reisen mit ihrer Familie auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. Sie wollen vor allem ihre Eltern Dolores und Antonio überzeugen, sie dabei zu unterstützen, dort ein Hotel zu eröffnen. Die Idylle verpufft, als Nicolás, der Einheimische, der sie über das Wasser befördert hat, verschwindet und die Familie im Stich lässt. Inmitten von Kälte und Unsicherheit vergeht der anfängliche Enthusiasmus. Spannungen in den Beziehungen brechen durch und bringen immer mehr die „Bestien“ zum Vorschein, die jedes Familienmitglied in sich verborgen hält. New Directors Award beim Filmfestival San Sebastián 2019! 

Mittwoch, 10.11.2021 – 19 Uhr

EL VIAJE EXTRAORDINARIO DE CELESTE GARCIA
CUB 2019 • 92‘ • OmdtU • Regie: Arturo Infante
Mit Maria Isabel Díaz, Omar Franco, Néstor Jiménez, Roberto Espinosa u.a.

Celeste García war einst Lehrerin, jetzt gibt sie Führungen im Planetarium von Havanna. Eines Tages gibt die Regierung bekannt, dass in der kubanischen Gesellschaft Aliens in menschlicher Gestalt leben. Einige ausgewählte Kubaner sollen nun die Möglichkeit erhalten, deren Heimatplaneten Gryok kennenzulernen. Celeste wittert eine Chance auf Veränderung – doch sie ist nicht die Einzige, die dabei sein will…
Die warmherzige und im heutigen Kuba hochpolitische Science-Fiction-Komödie erzählt von Celestes Aufbruch ins Ungewisse, der sie zur ihrer ganz persönlichen Wahrheit und Emanzipation führt.

Mittwoch, 10.11.2021 – 21 Uhr

EMILIA
ARG 2020 • 97‘ • OmeU • Regie: César Sodero
Mit Sofía Palomino, Claudia Cantero, Fernando Contigiani García u.a.

Nach einem Streit mit ihrer Freundin kehrt Emilia aus der Stadt zurück ins Dorf ihrer Mutter irgendwo in Patagonien. Hier will Emilia entscheiden, wie es mit ihrem Leben weitergeht, doch wird sie nun konfrontiert mit Menschen und Gefühlen ihrer Vergangenheit. Bald gelangweilt und frustriert, beginnt sie verschiedene Männer zu verführen – verliebt sich aber schließlich in ein junges Mädchen! In seinem ersten Spielfilm kontrastiert César Sodero die innere Unruhe seiner Hauptfigur mit der Ruhe und dem Stillstand in Patagonien. Dabei setzt er auf eindrucksvolle Bilder, authentische Dialoge und der Kommunikation über Gesten und Blicke – Premiere beim IFFR Rotterdam 2020!

Donnerstag, 11.11.2021 – 19.30 Uhr

LOS REYES
CHL / D 2019 • 75‘ • OmdtU • Regie: Bettina Perut & Iván Osnovikoff

Los Reyes (Die Könige) ist der älteste Skatepark in Santiago de Chile. Dieser Film aber handelt nicht in erster Linie von den Skatern, sondern von den wahren Königen dieses Mikrokosmos: Futbol und Chola, zwei unzertrennlichen streunenden Hunden, die zwischen rasenden Skateboards und lärmenden Teenagern im Park ihr Zuhause gefunden haben. Die Teenager um sie herum kommen aus sehr unterschiedlichen, manchmal schwierigen Verhältnissen. Sie haben alle ihre eigenen Geschichten und Probleme, die man im Hintergrund in ihren Gesprächen mitverfolgt, während die Kamera die subtile Interaktion zwischen den beiden Hunden einfängt.

Donnerstag, 11.11.2021 – 21 Uhr

EL CAZADOR
ARG 2020 • 101‘ • OmdtU • Regie: Marco Berger
Mit Juan Barberini, Juan Pablo Cestero, Lautaro Rodríguez u.a.

Ezequiel ist 15 und hat einen Monat lang sturmfrei. Die perfekte Gelegenheit, um auch mal einen Jungen vom Skatepark zum „Chillen“ am elterlichen Swimming-Pool einzuladen! Mit dem etwas älteren Mono klappt es dann endlich mit dem ersten Mal. Aber Mono spielt ein doppeltes Spiel – und droht Ezequiel in eine gefährliche Welt hineinzuziehen.
Marco Berger, der Meister des subjektivierten Voyeurblicks auf den männlichen Körper, gelingt es in seinem neuen Film außerordentlich, Suspense in Hitchcock-Manier auf die Leinwand zu zaubern. Er bettet seine Erzählung vom sexuellen Erwachen eines Teenagers in eine abgründige Thriller-Handlung ein und greift dabei ein aktuelles Thema in Zeiten der digitalen Medien auf!

Ezequiel está solo en casa mientras sus papas están de viaje. Carga con el peso de desear otros hombres y mantenerlo en secreto. Hasta que conoce al Mono, un hermoso skater, que es más que el deseo y la experimentación que buscaba.

Freitag, 12.11.2021 – 19.30 Uhr

NUESTRAS MADRES
GTM 2019 • 78‘ • OmeU • Regie: César Díaz
Mit: Armando Espitia, Emma Dib, Aurelia Caal, Julio Serrano Echeverría u.a. 

20 Jahre nach dem Bürgerkrieg tritt in Guatemala die verschüttete Vergangenheit aus den Erinnerungen der Frauen des Landes zu Tage. Ernesto arbeitet als Forensiker in Guatemala City und kann sich vor Arbeit kaum retten. Täglich erhält er neue Informationen über Massengräber aus der Zeit des Genozids in den 1980er Jahren, ohne dass seine Abteilung auch nur annähernd die Kapazitäten hätte, die Identitäten aller dort Verscharrter zu klären. Als eines Tages Nicolasa vor ihm sitzt und von einem Grab im Dschungel erzählt, lässt das die Gräuel des Genozids ganz nah an Ernestos eigenes Leben rücken. 

Freitag, 12.11.2021 – 21 Uhr

Preview:
SIN SEÑAS PARTICULARES
MEX/ES 2020 • 97‘ • OmdtU • Regie: Fernanda Valadez
Mit: Mercedes Hernández, David Illescas, Juan Jesús Varela u.a.

Zentral-Mexiko: Zusammen mit einem Freund begibt sich der Teenager Jesús mit dem Bus 670 in Richtung der US-amerikanischen Grenze, durch deren riskante Überquerung sich viele Mexikaner ein besseres Leben versprechen. Als mehrere Monate später die Leiche des Freundes auftaucht und auch von Jesús jegliches Lebenszeichen fehlt, ist seine Mutter trotz aller Warnungen nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben und macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Ihre Reise führt in die Todeszone Nord-Mexikos, einem der gefährlichsten Orte der Welt. Im Niemandsland begegnet sie Vielen, die ihr Schicksal teilen. Publikumspreis und Bestes Drehbuch beim Sundance Filmfestival 2020; Horizontes Latinos-Preis in San Sebastián 2020!

Samstag, 13.11.2021 – 19 Uhr

Deutschlandpremiere:
LAS MEJORES FAMILIAS
COL / PER 2020 • 99‘ • OmeU • Regie: Javier Fuentes-León
Mit Tatiana Astengo, Gabriela Velázquez, Gracia Olayo, Grapa Paola

Luzmila und Peta sind zwei Schwestern, die als Hausangestellte für Alicia und Carmen arbeiten. Die beiden aristokratischen Familienoberhäupter leben Garten an Garten auf einem imposanten Anwesen inmitten von Lima. Luzmila und Peta gehören hier fast schon zur Familie – und dass das schon immer so war, zeigt sich offen und schmerzhaft bei einer großen Geburtstagsfeier, als einer der Söhne des Hauses mit seiner neuen Angetrauten auftaucht. Eine turbulente Komödie mit bösen Spitzen gegen die peruanische Zwei-Klassen-Gesellschaft, deren proletarische Hälfte vor der Tür mit Schall und Rauch protestiert!

Samstag, 13.11.2021 – 21 Uhr

Zu Gast:Philipp Hartmann:
VIRAR MAR
DE/BRA 2020 • 85‘ • OmdtU • Regie:Philipp Hartmann & Danilo Carvalho
Während Dithmarschen den Kampf gegen den steigenden Meeresspiegel aufgibt, verschärfen sich die periodischen Dürren in den Steppen des brasilianischen Sertão. Drama und Alltag in Zeiten des Klimawandels: Ein Musiker widersetzt sich der Evakuierung, eine Feuerwehrfrau genießt den letzten Sommer vor der Flut, in Brasilien taucht eine untergegangene Stadt aus einem ausgetrockneten Stausee auf und drei Freundinnen baden noch einmal, bevor sie ihre Heimat vielleicht verlassen. Mit doku-fiktionalen Inszenierungen entwirft der Film ein assoziatives Bild des Wassers als physische wie metaphysische Grundlage der menschlichen Existenz.

Sonntag, 14.11.2021 – 19 Uhr

Abschlussfilm:
A ULTIMA FLORESTA
BRA 2021 • 74‘ • OmeU • Regie: Luiz Bolognesi

Seit dem Amtsantritt Jair Bolsonaros im Jahr 2019 dringen wieder massiv Goldsucher*innen in die Lebenswelt der Yanomami im brasilianisch-venezolanischen Grenzgebiet vor. Sie vergiften nicht nur das Wasser mit Quecksilber, sondern tragen auch tödliche Krankheiten, wie zuletzt Covid-19, in die weitgehend abgeschieden lebenden indigenen Gemeinschaften. Und mit ihren Verheißungen von einer modernen Welt bringen sie vermehrt junge Menschen in Versuchung, ihr traditionelles Leben im Regenwald aufzugeben.
Der Filmemacher und Anthropologe Luiz Bolognesi wechselt in seinem Film geschickt zwischen klassisch beobachtenden Aufnahmen und inszenierten Sequenzen. Sie erzählen in beeindruckenden Bildern vom Verhältnis zur Natur und von einem fortwährenden Kampf um den Erhalt eines Lebensraums. Berlinale 2021

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