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„Zuckerbrot und Peitsche“ zum 31. Geburtstag des Filmclub 813

Im Januar letzten Jahres konnte der Filmclub 813 seinen 30. Geburtstag feiern, viel Party zum Jubiläum war allerdings nicht: Die Kinos waren allgemein geschlossen, der Filmclub hatte darüber hinaus noch mit einer Räumungsklage durch seinen Vermieter, den Kölnischen Kunstverein, zu kämpfen. Beides liegt jedoch inzwischen hinter der Kölner Traditionseinrichtung, den 31. Geburtstag am 12. Januar 2022 kann der Filmclub 813 dann wieder im Kino in der Brücke begehen. Mit einem Filmscreening, wie sollte es anders sein.

Der Geburtstagsfilm Zuckerbrot und Peitsche (1968) hat ganz besondere Bedeutung für den Filmclub, denn die Kölner waren die ersten, die sowohl Hauptdarsteller Roger Fritz als auch Regisseur Maran Gossov im deutschsprachigen Raum eine Retrospektive widmeten: Fritz 1998, Gossov 2008. Beide waren Protagonisten des „Jungen deutschen Films“, beide waren dem Filmclub 813 eng verbunden und beide verstarben leider im letzten Jahr. Zu Gast bei dem Geburtstagsscreening ist der Schauspieler Jürgen Jung, der in Zuckerbrot und Peitsche eine Nebenrolle innehatte, in Fritz‘ Regiedebüt Mädchen, Mädchen (1967) die Hauptrolle spielte. Im anschließenden Filmgespräch wird Jung von seinen Erfahrungen mit den beiden Geehrten berichten.

In Zuckerbrot und Peitsche spielt Roger Fritz das männliche Model Roger, das beschließt Bankräuber zu werden, weil es all die schönen Dinge begehrt, die es sich von seinem Einkommen nicht leisten kann. Doch Rogers Affäre mit einer verheirateten Frau bringt den ihn in die Bredouille.

Zuckerbrot und Peitsche (Copyright: Constantin)

Das Vorprogramm schafft einen würdigen Rahmen für den Film. Zum einen wird eine zeitgenössische Wochenschau gezeigt, die wahrscheinlich auch zur Uraufführung vor Zuckerbrot und Peitsche zu sehen war, zum anderen Gossovs neuminütiger Kurzfilm Iris auf der Bank (1965). Die Hauptrolle spielt natürlich: Roger Fritz.

Alle weiteren Infos zum Geburtstagscreening und zum weiteren Programm des Filmclub 813 gibt es auf dessen Homepage.

Nils Bothmann

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