Zum fünften Mal bringen die Palästina-Filmtage Filme, Gespräche und Literatur ins Filmhaus Köln. Vom 3. bis 7. Oktober richtet das Programm den Blick auf palästinensische Geschichte und Gegenwart – in diesem Jahr zugleich zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Köln und Bethlehem.
Von Werner Busch.
Die Verbindung besteht seit 1996: Köln war damals die erste deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Kommune einging. Bemerkenswert ist bis heute, dass Köln zugleich seit 1979 mit Tel Aviv-Yafo verbunden ist. Die Partnerschaft mit Bethlehem entstand ausdrücklich mit dem Ziel, auf kommunaler Ebene zu Verständigung und einem Friedensprozess beizutragen.
Entsprechend eröffnet die fünfte Ausgabe mit Kurzfilmen junger Regisseur*innen der Dar al-Kalima Universität in Bethlehem – Stimmen aus jener Stadt also, mit der Köln seit drei Jahrzehnten verbunden ist. Einen großen historischen Bogen schlägt IM SCHATTEN DES ORANGENBAUMS von Cherien Dabis: Ausgehend vom Westjordanland des Jahres 1988 erzählt der Film über mehrere Generationen hinweg von Jaffa 1948, Vertreibung, Erinnerung und den Folgen der Geschichte für eine Familie.
Eine andere Form der Zeitreise unternimmt Kamal Aljafari in MIT HASAN IN GAZA. Grundlage sind MiniDV-Aufnahmen einer Reise durch den Gazastreifen im Jahr 2001. Menschen, Straßen und Landschaften erscheinen darin aus heutiger Perspektive auch als Dokument einer Welt, die sich tiefgreifend verändert hat.
Damit bekommen die Filmtage 2026 zwangsläufig eine besondere Gegenwärtigkeit. Fast ein Jahr nach der im Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe dauern israelische Angriffe auf den Gazastreifen an; weiterhin werden dabei palästinensische Zivilisten getötet und verletzt. Besonders Kinder sind betroffen: UNICEF berichtete im Sommer 2026 von hunderten seit Beginn der Waffenruhe getöteten palästinensischen Kindern, im September dokumentieren die Vereinten Nationen weitere Todesfälle. Auch im Westjordanland werden Palästinenser*innen weiterhin bei Einsätzen israelischer Streitkräfte und durch Siedlergewalt getötet und verletzt.
Vor diesem Hintergrund sind die Palästina-Filmtage nicht nur ein Schaufenster palästinensischen Filmschaffens. Sie zeigen Menschen, Familiengeschichten, Orte und Erinnerungen hinter einer Gegenwart, die in den Nachrichten häufig auf Opferzahlen reduziert wird – und geben den Betroffenen Gesichter, Stimmen und Geschichte.
Ausführliche Infos zum Programm und Tickets auf: www.filmhaus-koeln.de
Titelbild: Im Schatten des Orangenbaums, Foto (c) X Verleih
Zum fünften Mal bringen die Palästina-Filmtage Filme, Gespräche und Literatur ins Filmhaus Köln. Vom 3. bis 7. Oktober richtet das Programm den Blick auf palästinensische Geschichte und Gegenwart – in diesem Jahr zugleich zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Köln und Bethlehem.
Von Werner Busch.
Die Verbindung besteht seit 1996: Köln war damals die erste deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Kommune einging. Bemerkenswert ist bis heute, dass Köln zugleich seit 1979 mit Tel Aviv-Yafo verbunden ist. Die Partnerschaft mit Bethlehem entstand ausdrücklich mit dem Ziel, auf kommunaler Ebene zu Verständigung und einem Friedensprozess beizutragen.
Entsprechend eröffnet die fünfte Ausgabe mit Kurzfilmen junger Regisseur*innen der Dar al-Kalima Universität in Bethlehem – Stimmen aus jener Stadt also, mit der Köln seit drei Jahrzehnten verbunden ist. Einen großen historischen Bogen schlägt IM SCHATTEN DES ORANGENBAUMS von Cherien Dabis: Ausgehend vom Westjordanland des Jahres 1988 erzählt der Film über mehrere Generationen hinweg von Jaffa 1948, Vertreibung, Erinnerung und den Folgen der Geschichte für eine Familie.
Eine andere Form der Zeitreise unternimmt Kamal Aljafari in MIT HASAN IN GAZA. Grundlage sind MiniDV-Aufnahmen einer Reise durch den Gazastreifen im Jahr 2001. Menschen, Straßen und Landschaften erscheinen darin aus heutiger Perspektive auch als Dokument einer Welt, die sich tiefgreifend verändert hat.
Damit bekommen die Filmtage 2026 zwangsläufig eine besondere Gegenwärtigkeit. Fast ein Jahr nach der im Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe dauern israelische Angriffe auf den Gazastreifen an; weiterhin werden dabei palästinensische Zivilisten getötet und verletzt. Besonders Kinder sind betroffen: UNICEF berichtete im Sommer 2026 von hunderten seit Beginn der Waffenruhe getöteten palästinensischen Kindern, im September dokumentieren die Vereinten Nationen weitere Todesfälle. Auch im Westjordanland werden Palästinenser*innen weiterhin bei Einsätzen israelischer Streitkräfte und durch Siedlergewalt getötet und verletzt.
Vor diesem Hintergrund sind die Palästina-Filmtage nicht nur ein Schaufenster palästinensischen Filmschaffens. Sie zeigen Menschen, Familiengeschichten, Orte und Erinnerungen hinter einer Gegenwart, die in den Nachrichten häufig auf Opferzahlen reduziert wird – und geben den Betroffenen Gesichter, Stimmen und Geschichte.
Ausführliche Infos zum Programm und Tickets auf: www.filmhaus-koeln.de
Titelbild: Im Schatten des Orangenbaums, Foto (c) X Verleih