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Auf urbanen Trampelpfaden: Warschau Frankenstein im Kölner Norden

Filmvorführung, Stadterkundung und ein ungewöhnlicher Spielort verbinden sich am 26. September im Kölner Nordwesten: Die DOKOMOTIVE Plattform zeigt Christiane Büchners Dokumentarfilm Warschau Frankenstein und lädt zuvor zu einer Erkundung mit dem Kölner Künstler Boris Sieverts ein.

Von Werner Busch.


Ein Film über das Erkunden einer Stadt wird zum Ausgangspunkt für eine eigene Expedition durch Köln: Am Samstag, 26. September, zeigt die DOKOMOTIVE Plattform Warschau Frankenstein von Christiane Büchner an einem bewusst ungewöhnlich gewählten Ort im Nordwesten der Stadt. Vor der Vorführung können sich die Besucher*innen gemeinsam mit Boris Sieverts auf eine rund anderthalbstündige Erkundung der Umgebung begeben. (plattform.dokomotive.com)

Der 2012 entstandene, 98-minütige Dokumentarfilm begleitet Sieverts und sein »Büro für Städtereisen« durch Warschau. Der Kölner Künstler beschäftigt sich seit den 1990er-Jahren mit Räumen, die in klassischen Stadtführungen kaum vorkommen: Übergangszonen, Brachen, infrastrukturelle Zwischenräume und jene Wege, die nicht unbedingt auf dem Stadtplan vorgesehen sind. Dabei verbindet er scheinbar voneinander getrennte Gebiete zu neuen räumlichen Zusammenhängen. (plattform.dokomotive.com)

Auch in Warschau Frankenstein führt der Weg entsprechend nicht zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der polnischen Hauptstadt. Büchners Film folgt Sieverts durch Nischen, Schneisen und Trampelpfade und beobachtet die Stadt als ein Gefüge, das durch seine Bewohner*innen ständig benutzt, verändert und neu interpretiert wird. Die Stadterkundung wird dabei selbst zu einer künstlerischen Praxis. Der Film feierte 2012 beim Open Air im Museum für Angewandte Kunst Köln Premiere und lief im folgenden Jahr unter anderem beim Festival Crossing Europe in Linz. (plattform.dokomotive.com)

Für die Kölner Vorführung greift DOKOMOTIVE diesen Ansatz auf und überträgt ihn auf den Stadtraum. Um 16.30 Uhr startet eine von Boris Sieverts geführte Erkundung im Kölner Norden. Nach rund anderthalb Stunden führt der Weg zum improvisierten Screening-Ort, an dem ein kleines Buffet und die Filmvorführung vorgesehen sind. Im Anschluss sprechen Boris Sieverts und Regisseurin Christiane Büchner mit dem Publikum über den Film. (plattform.dokomotive.com)

Wer auf die vorausgehende Erkundung verzichten möchte, kann auch direkt zum Screening kommen. Treffpunkt dafür ist um 18 Uhr die KVB-Haltestelle IKEA Am Butzweilerhof; von dort wird die Gruppe zum Vorführungsort gebracht. Für beide Varianten ist ein Ticket erforderlich, die Kapazitäten sind begrenzt. Für die Führung werden eine gewisse Grundfitness, festes Schuhwerk und lange Hosen vorausgesetzt. Auch der Screening-Ort ist nicht barrierefrei und nicht für Rollstühle geeignet. (Qultor)

So kehrt Warschau Frankenstein vierzehn Jahre nach seiner Kölner Premiere in einem Rahmen zurück, der unmittelbar an die Methode des Films anknüpft: Die Umgebung wird vor der Vorführung selbst zum Gegenstand der Betrachtung – und der Weg zum Kino zum Teil des Programms.

Warschau Frankenstein auf urbanen Trampelpfaden
Samstag, 26. September 2026
Erkundung mit Boris Sieverts: 16.30 Uhr
Screening: Treffpunkt 18 Uhr, KVB-Haltestelle IKEA Am Butzweilerhof
Film: Warschau Frankenstein, D/PL 2012, 98 Min., Regie: Christiane Büchner
Anschließend Filmgespräch mit Christiane Büchner und Boris Sieverts

Weitere Informationen und Tickets bei DOKOMOTIVE


Titelbild: Warschau Frankstein (2010), Foto: 2pilots

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