Filmszene Aktuell

Endlich Überblick: Mit kölnkino ist ein neues Tool für die Kinostadt gestartet 

Köln hat viele Kinos – aber bisher keine zentrale, wirklich praktische Übersicht, die kommende Screenings bündelt, filterbar macht und direkt zu den Tickets führt. Genau diese Lücke schließt koelnkino.koeln: ein neues, schlankes Tool von Lukas Mönch, das erst seit wenigen Tagen online ist – und Feedback aus der Szene sucht.

Von Werner Busch.


Lukas Mönch, Foto: privat

Wer in Köln gerne und hoffentlich oft ins Kino geht, kennt das Problem: Das Programm der Stadt ist groß, aber verteilt. Jede Spielstätte hat ihre eigene Übersichten, Sonderreihen werden über mehrere Kanäle angekündigt – und wer einfach nur wissen will, was heute Abend oder am Wochenende läuft, klickt definitiv mehr als er will. 

Auch Filmnerd Lukas Mönch kannte diese und weitere frustrierende Unbillen von Kinoprogrammen online: die Webseiten der Kinos, nicht selten in die Jahre gekommen, sind oft nicht bedienerfreundlich, Sammelseiten oft werbelastig und unübersichtlich – und vor allem seien Programmdaten oft unvollständig oder fehlerhaft. Besonders ärgerlich werde es, wenn man gezielt nach Originalfassungen sucht und Suchmaschinen dann Ergebnisse ausspielen, die am Ende nicht stimmen. Doch zum Glück ist Lukas nicht nur ein Freund von Kinofilmen sondern auch Webentwickler. 

Eine Seite, die das Offensichtliche endlich gut macht

Die Idee hinter koelnkino.koeln ist so simpel, dass man sich fragt, warum sie in Köln so lange gefehlt hat: eine große Liste mit den Screenings der nächsten Tage, dazu Filter – und im Idealfall ein Ticketklick ohne Umwege. Genau das ist der Kernnutzen im Alltag: weniger Suchen, weniger „Zurück“-Chaos, weniger Vergleicherei zwischen Tab-Leichen. Und: Die Seite aktualisiert sich laufend, sodass auch kurzfristige Planungen funktionieren.

Wie die Daten zusammenkommen – und warum das komplizierter ist als gedacht

Lukas zieht die Vorstellungsdaten automatisiert aus verschiedenen Quellen, teils über Schnittstellen, teils direkt aus den Kinoseiten. Der Knackpunkt ist dabei nicht nur das Sammeln, sondern das Vereinheitlichen: derselbe Film taucht mal mit deutschem, mal mit englischem Titel auf, manchmal steht die Sprachfassung im Titel, manchmal ein Zusatz wie „Sondervorstellung“ davor – und all das muss zusammengeführt werden, damit am Ende nicht ein Film mehrfach als vermeintlich verschiedene Titel erscheint. Entsprechend wichtig ist ihm Datenqualität: Niemand soll über koelnkino.koeln auf eine Buchungsseite klicken und erst dort merken, dass die Fassung nicht passt.

Eine Grenze gibt es aktuell ausgerechnet beim größten Haus: Für den Cinedom kann koelnkino.koeln nach jetzigem Stand noch nicht direkt in die konkrete Vorstellung verlinken, weil dafür keine passenden Deep-Links verfügbar sind. Bei vielen anderen Kinos funktioniert der Sprung zur Buchungsseite bereits über die jeweilige Uhrzeit.

Wer ist Lukas Mönch?

Lukas Mönch ist 29 und Webentwickler. Er hat schon während des Studiums an Webseiten gearbeitet, später bei einer Werbeagentur in Ehrenfeld, auch für größere Auftraggeber. Seit zwei Jahren arbeitet er im Web-Entwicklungsteam von Rausgegangen – ein Umfeld, das nah am Event- und Ticketing-Bereich liegt und den Blick fürs Praktische sicher geschärft hat.

Dass koelnkino.koeln in kurzer Zeit vom Impuls zur Live-Seite wurde, erklärt er auch mit neuen Möglichkeiten durch KI-Tools: Sie nehmen ihm bestimmte Routinen ab und helfen beim schnellen Prototyping – so bleibt mehr Energie für die eigentliche Frage, wie eine Seite aussehen muss, die im Alltag wirklich genutzt wird. Und so ist die Webseite in kaum 2 Wochen entstanden und wird seit der Veröffentlichung kontinuierlich weiterentwickelt. 

Was als Nächstes kommen soll

Die Seite ist sichtbar im Aufbau und wurde bisher vor allem im Freundeskreis getestet. Immer wieder kommt eine Neuerung hinzu, wie vor kurzem die Film-Detailseiten: Klickt man einen Titel an, sieht man gebündelt, an welchen Tagen er läuft – inklusive teilbarer URL und zusätzlichen Verweisen zu Filminfos auf Letterbox und TMDB.

Koelnkino.koeln richtet sich klar an Filmfans: Neben Zeit und Ort spielen auch Filter wie Cineville oder sogar Leinwandgrößen eine Rolle – also die Frage, wo man einen Film möglichst groß sehen kann. Als nächster Schritt reizt ihn ein automatisiertes Qualitätsmanagement, das Unplausibilitäten erkennt – etwa wenn ein Kinofilm plötzlich mit einer absurden Minutenzahl auftaucht. Perspektivisch denkt er außerdem über Personalisierung nach: Watchlists oder Listen aus Letterboxd/IMDb könnten angebunden werden, damit man nicht immer wieder durch dieselben Blockbuster-Listen scrollt, sondern schneller beim eigenen Geschmack landet.

Jetzt testen!

Weil koelnkino.koeln gerade erst startet, fehlen noch ein paar Kinos und besondere Spielstätten. Lukas nennt selbst Orte wie das Filmforum NRW oder den Filmclub 813, die alsbald folgen sollen – gerade weil dort viele Sondertermine stattfinden und das System daran „real“ getestet werden kann.

Schaut euch die Webseite an und sendet gerne euer Feedback direkt an Lukas: mail@koelnkino.koeln.

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