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Kunstfreiheit statt Kulturkampf

Filmszene Köln unterstützt den Appell des KulturNetzKöln, der am 7. September 2026 erschienen ist. Wir veröffentlichen ihn hier im Wortlaut:


Gerade jetzt: Kunstfreiheit fördern.
Das gestrige Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist mehr als ein Warnsignal. Der massive Rechtsruck stellt die Kulturpolitik vor eine grundsätzliche Frage: Wollen wir eine Kultur, die frei ist – oder eine Kultur, die sich an nationalen Identitätsvorstellungen orientieren muss?

Die AfD fordert in Sachsen-Anhalt eine »patriotische Kulturpolitik« und will öffentliche Förderung unter anderem davon abhängig machen, dass sich Kulturakteur:innen zur »deutschen Nationalkultur« bekennen. »Antideutsche« Kunst soll nicht mehr gefördert werden. Damit würde aus Kulturförderung eine politische Loyalitätsprüfung.

Dem setzen wir ein anderes Verständnis entgegen: Öffentliche Kulturförderung muss der Kunst verpflichtet sein – nicht einer nationalen Identität.

Kunst muss frei sein, zu widersprechen, zu irritieren und Fragen zu stellen. Sie darf sich mit Geschichte auseinandersetzen, Gesellschaft kritisieren, Grenzen überschreiten und neue Perspektiven eröffnen. Gerade ihre Vielstimmigkeit ist ein struktureller Garant für ein demokratisches Kulturleben.

Deshalb führt auch die aktuelle Diskussion, Kunst und Kultur immer stärker über ihren vermeintlichen gesellschaftlichen »Impact« legitimieren zu wollen, in die falsche Richtung. Natürlich kann Kunst viel bewirken. Aber sie muss nicht erst einen politischen, sozialen oder ökonomischen Nutzen nachweisen, um förderwürdig zu sein.

Kunst ist kein Instrument. Sie ist ein Freiraum.

Und genau deshalb ist jetzt der falsche Zeitpunkt, wie im Haushaltsentwurf der Stadt Köln für 2027/28 geplant, die freie Kulturszene zu schwächen.

Wenn immer mehr politische Kräfte versuchen, Kultur auf nationale Identität, gesellschaftliche Nützlichkeit oder erwünschte Haltungen festzulegen, brauchen wir mehr unabhängige, vielfältige und selbstbestimmte Kultur – nicht weniger.

Die vielen kleinen freien Projekte, Initiativen, Ensembles, Clubs, Off-Spaces und Festivals sind kein Luxus. Ihre Vielfalt ist Teil der demokratischen Infrastruktur unserer Stadt.

Für eine Kultur, die frei bleibt.
Für eine Stadt, die Vielfalt aushält und feiert.
Für Kunst, die uns nicht sagt, was wir denken sollen.

Veranstalter*innen..